Immer frische warme Luft
Heizen und Lüften haben in sogenannten "KfW-Effizienzhäusern 70", "KfW-Effizienzhäusern 55" und in Passivhäusern eine ganz neue Bedeutung. Wer hier manuell lüftet, verschwendet Heizenergie - rund 50 Prozent des Jahresheizwärmebedarfs werden bei diesen Häusern im wahrsten Sinne des Wortes "zum Fenster hinaus gejagt".
Viele Energiesparhaus-Hersteller setzen deshalb auf eine Lüftungsheizung. Deren Vorteile sind schnell aufgezählt: Die Anlage lüftet die Räume permanent bei geschlossenen(!) Fenstern, die Beheizung des Hauses erfolgt ausschließlich über Erwärmung der einströmenden Luft (Wärmerückgewinnung, elektrische Nachheizung) und klassische Heizkörper (Radiatoren) entfallen. Die Frischluft wird übrigens permanent ohne Zugerscheinungen dem Raum zugeführt und gegen verbrauchte Raumluft ausgetauscht. Dabei gelangt auch die Feuchtigkeit nach draußen (keine Kondenswasser-/Schimmelbildung in den Räumen). Und: Durch die Filterung von Luftfremdstoffen, wie Pollen oder Insekten, wird die angesaugte Luft sogar "gereinigt" - eine Wohltat für Allergiker und stressgeplagte Menschen.

Grafik: Proxon
Kontrolliert lüften und gleichzeitig heizen
Damit eine kontrollierte Lüftungsheizung richtig funktioniert, müssen für jeden Raum Lüftungsrohre sowie Zu- und Abluftöffnungen vorhanden sein. Deshalb ist es wichtig, dass die Entscheidung für die Heizung schon vor, spätestens aber während der Planungsphase getroffen wird. Die wichtigsten Komponenten der Anlage sind:
- das Zentral-Gerät mit Wärmetauscher, Wärmepumpe, Filter und Steuerung
- das Rohrsystem, bestehend aus glattwandigen Metall-Rund- oder Flachkanälen
- spezielle (elektrische) Wärmeelemente im Zuluftstrom für die einzelnen Räume
- Ergänzungsheizungen für die Bäder und eventuell die WCs
- Kaltluftbeimischung für die Schlafräume
- Trinkwasserwärmepumpe.
Durch Raumthermostate kann die Temperatur für jeden Raum individuell geregelt werden. Eine sinnvolle Durchströmung der einzelnen Räume wird durch die Positionierung der Zu- und Abluftdurchlässe bestimmt. Mindestens alle zwei Stunden ist so die Luft im Haus komplett erneuert, die Raumtemperaturen sinken jedoch nicht unnötig ab, es bleibt also immer angenehm warm. Außerdem ist die Frischluftmenge jederzeit an die Nutzung anzupassen. So kann die belastete Raumluft - wenn sich viele Personen im Raum aufhalten oder wenn gekocht wird - schneller durch Frischluft ersetzt werden.
Selbstverständlich können Kamin- oder Kachelofen als zusätzliche Heizquelle genutzt werden. Damit auch die Räume im Obergeschoss in den Genuss dieser Zusatzwärme kommen, wird von manchen Firmen eine Ofen-Umluft angeboten. So können Wohn- und Essbereich zum Beispiel mit einem Pelletsofen geheizt werden, während die überschüssige Wärme über das separate Rohrsystem der Ofen-Umluft verteilt wird. Darüber hinaus profitiert davon auch die Warmwasserbereitung über einen Wärmetauscher.
Gerade bei Niedrigenergiehäusern ist ein schnell regelbares Heizungssystem wichtig, damit auf Sonneneinstrahlung (steigende Temperaturen im Haus)sofort reagiert werden kann. Dies ist bei einer Lüftungsheizung sehr leicht möglich, da sämtliche Wärmespeicherflächen (Wände, Fußböden, Möbel) höchstens Raumtemperatur haben. An heißen Sonnentagen kann die Zuluft sogar gekühlt (nicht klimatisiert!) werden - was noch mehr Wohnkomfort bedeutet.
Eine spezielle Trinkwasser-Wärmepumpe mit Warmwasserspeicher als Ergänzung der Lüftungsheizung nutzt deren Abwärme. Da die Lüftungswärmeverluste so zurückgewonnen werden und das Lüftungssystem optimal auf das gut wärmegedämmte Haus abgestimmt ist, wird gegenüber einer herkömmlichen Heizung weniger Energie benötigt.
Bei richtiger Planun gibt's sogar Fördermittel
Da man mit dieser Art von Heizung leicht die Kriterien für ein "KfW-Effizienzhaus" oder ein Passivhaus erfüllen kann, kommt man auch in den Genuss von zinsvergünstigten Darlehen der staatlichen KfW-Förderbank.







