Innentreppen

09.04.2008

Holz, ob pur oder in Kombination mit anderen Materialien, hat eine besondere Ausstrahlung. Innentreppen profitieren von dem flexiblen Werkstoff.

Schreiten wie die Könige


Holz muss nicht immer Braun sein und Maserung zeigen. Hier präsentiert sich das Material in edlem Grau. Treppenmeister


Die Stockwerke wurden hier mit einer geraden Treppen verbunden.(Foto: Holzabsatzfond)


Gleichmäßig gewendelte Treppen bieten Laufkomfort. Treppenmeister


Bei dieser freitragenden Treppe wurden Nussbaum-Stufen mit Edelstahl und Glas kombiniert. Kenngott

Innentreppen aus dem ältesten Baustoff Holz erfreuen sich auch heute noch größter Beliebtheit. Sie sorgen für eine stimmungsvolle, warme Wohnatmosphäre und tragen zu einem gesunden Umfeld bei. Der nachhaltige Rohstoff Holz hat eine gute Ökobilanz und eignet sich für Innentreppen besonders auch wegen seiner Pflegeleichtigkeit sowie hohen Lebensdauer. Ein weiterer Vorteil des Werkstoffs Holz ist, dass es sich nicht elektrostatisch auflädt und somit keinen Staub anzieht, das lässt nicht nur Allergiker aufatmen.

Treppenkonstruktion
Hochwertige Treppen bestehen aus Harthölzern wie beispielsweise Ahorn, Buche oder Eiche, die den täglichen Belastungen standhalten können. Neben Vollholztreppen, bei denen Stufen und Tragwerk aus Holz gefertigt sind, werden auch Kombinationen mit Stahl und beim Geländer mit Edelstahl sowie Glas angeboten. Beliebt sind Konstruktionen aus Stahl, die die Holzstufen tragen. Hier sind besonders die geringeren Querschnitte der Grundkonstruktion entscheidend, die eine filigrane Optik erlauben. Verbreitet sind Bolzentreppen mit Holzstufen, bei denen die Stufen über verspannte Bolzen miteinander verbunden sind oder Wangentreppen, bei denen die Holzstufen in einer seitlich verlaufenden Wange eingeklinkt sind. Bei Spindeltreppen können die Spindel und die Stufen aus Holz bestehen oder die Holzstufen werden von einer Stahlspindel getragen. Seltener sind Holzstufen auf einem Betonlauf befestigt.

Gestaltungsvielfalt
Holz bietet schon aufgrund seiner natürlichen Vielfalt an Farbtönen und Maserungen eine breite Palette der Gestaltungsmöglichkeiten. Wer mehr Farbe möchte, kann auch Lasuren wählen, welche Holzstruktur noch sichtbar lassen. Dabei ist es für ein wohngesundes Raumklima wichtig, dass die Farben und Lacke wasserlöslich sind und keine schädlichen Stoffe wie Formaldehyde enthalten, die später ausdünsten könnten. Auch Anstriche auf ökologischer Basis werden angeboten, hier werden die Holztreppen dann gewachst oder geölt.

Grundsätzlich ist die Treppenform vom vorhandenen Platzangebot sowie der voraussichtlichen Beanspruchung und natürlich dem persönlichen Geschmack der Bewohner abhängig. Ein gerader Grundriss benötigt im Verhältnis mehr Raum als ein gewendelter. Oftmals wird eine Kombination aus beiden gewählt. Eine viertelgewendelte Treppe krümmt sich in der Regel am Anfang oder Ende. Diese Variante bietet besonders flexible planerische Möglichkeiten und wird deshalb oft eingesetzt. Allerdings ist der Laufkomfort nicht ganz so gut wie bei durchgehend gewendelten Treppen, die einen regelmäßigen Laufrhythmus erlauben.    


 

 


 

 

 

 

Tipps vom Fachmann

Entscheidend ist immer der Platz, der einer Treppe zugewiesen wird. Eine sehr kleine Treppenraumfläche von unter 3 m² weist auf eine steile Treppe hin.

Größtenteils werden Treppen heute viertel- oder halbgewendelt geplant, drehen sich also von der Antrittsstufe bis zum Austritt um 90 oder 180 Grad. Eine wirklich bequem begehbare Treppe, mit einer nutzbaren Laufbreite von 90 bis 100 cm, beginnt ab circa 3,5 m².

Entscheidend weiter ist die Bauweise der Treppe, also klassisch mit Wandwange oder offen wirkend, wobei hier die Stufen zum Beispiel mit speziellen schallmindernden Bolzen direkt in der Wand verankert sind.

Ob Treppenbauart und Geländer stabil genug sind, Fachleute sprechen hier von der Verkehrsbelastung, darüber gibt der bauaufsichtliche Standsicherheitsnachweis Auskunft. Ihm liegt die DIN 1055 zugrunde (Lastenannahme für Bauten, Verkehrslasten). Demnach muss eine Wohnungstreppe pro m² Grundrissfläche 300 kg aufnehmen und das Geländer pro Laufmeter 50 kg Seitendruck in Handlaufhöhe standhalten

Neben allen sicherheits- und bequemlichkeitsrelevanten Aspekten zählt natürlich zu den wichtigsten Auswahlkriterien das Design.Beginnend bei der Holzsorte - für Treppen sollten grundsätzlich Harthölzer ausgesucht werden. Variantenreichtum entsteht bei jeder Treppe vor allem durch unterschiedliche Geländerausführungen und durch attraktive Lasur- beziehungsweise Farbanstriche.

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