Regenwassernutzung
Regenwasser wird dort verwendet, wo keine Trinkwasserqualität erforderlich ist. Zum Beispiel fürs Gießen des Gartens. Denn kalkhaltiges Trinkwasser vertragen Pflanzen nicht so gut. Wenn man dann noch morgens oder abends zum Schlauch greift, hat der Garten am meisten davon, da das Wasser nicht so schnell verdunstet. Bei einer Toilettenspülung werden bis zu neun Liter sauberes Wasser verschwendet. Dafür eignet sich Regenwasser genauso gut. (Grafik: http://www.platzregen.info/)
Und zum Waschen ist es sogar noch besser als Trinkwasser. Denn das kalkarme, weiche Regenwasser schont Wäsche und Waschmaschine und man kommt mit geringeren Waschmittelmengen aus. Wegen der Hygiene muss man sich nicht sorgen. Untersuchungen haben ergeben, dass der Keimgehalt der schrankfertigen Wäsche nicht höher ist als bei konventionell gewaschener Wäsche.

Rund die Hälfte des täglichen Trinkwasserverbrauches kann durch Regenwasser ersetzt werden. Das ist eine Ersparnis von etwa 60 Litern pro Person. Denn eine vierköpfige Familie verbraucht im Jahr mehr als 180 Kubikmeter Wasser und somit ca. 130 Liter pro Person und Tag. (Foto: Miele)
Prinzipiell ist der Einbau einer Regenwasseranlage immer erlaubt, man muss sie nur bei der entsprechenden Gemeindeverwaltung anmelden. Am besten wird die Anlage beim Bau des neuen Eigenheimes mitgeliefert. Fertighausfirmen bieten maßgeschneiderte Lösungen zum Festpreis mit an. Der Bauberater des jeweiligen Hausherstellers kennt die Vorgaben und technischen Details. Er kann außerdem Tipps geben, ob es kommunale und andere Förderquellen gibt.
Zuerst muss man sich entscheiden, ob man das Regenwasser nur für den Garten oder auch im Haus verwenden möchte. Bei einer reinen Nutzung zum Pflanzen gießen tut's auch eine oberirdische Zisterne als Sammelbehälter. Besser und platzsparender sind Zisternen aber unter der Erde untergebracht. Denn durch die Dunkelheit und Kühle des Erdreichs mit einer Temperatur unter 18 Grad Celsius entstehen keine Algen und Bakterien innerhalb des Speichers. Es gibt Zisternen in Kunststoff oder Beton. Die Wahl des Materials hängt von der Art des Bodens ab und ob man die Montage in Eigenleistung erbringen möchte. Dann empfiehlt sich eher ein leichter Kunststoffbehälter, der mühelos zu zweit getragen werden kann. Beton ist jedoch robuster und haltbarer.
So funktioniert eine Regenwasseranlage
In die Zisterne wird Wasser eingeleitet, das vom Dach abfließt. Dabei eignen sich glatte Dachdeckungen aus Ziegel und Schiefer am besten. Dächer aus Metall sind nicht zu empfehlen. Dem Speicher wird ein Filter vorgeschaltet, damit grober Schmutz draußen bleibt. Der anschließende Zulauf des Regenwassers ist beruhigt: Sedimentstoffe im Wasser werden nicht aufgewirbelt, sondern lagern sich am Boden ab. Eine automatische Füllstandserfassung regelt die Einspeisung von Trinkwasser, falls der Regenwasserpeicher in einem schönen Sommer doch mal leer ist. Ist er zu voll, wird das Wasser über einen Überlauf in die Kanalisation eingeleitet. Oder man lässt überschüssiges Wasser versickern. Dafür braucht man ein spezielles Versickerungsmodul wie zum Beispiel Tunnel oder Rigolen. Rein wirtschaftlich betrachtet, amortisiert sich die Investition nicht, aber man leistet einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. Das Wasser wird an Ort und Stelle der Natur zurückgeführt und verschwindet nicht auf dem schnellsten Weg im Kanal und in Oberflächengewässern.
Die Regenwasserzentrale ist im Haus untergebracht
Mit einer Saugpumpe wird das Wasser aus dem Speicher zu den Entnahmestellen gefördert, sicherheitshalber über einen weiteren Filter. Die Pumpe befindet sich im Hauswasserwerk, welches die komplette Steuerungstechnik enthält. Hier findet auch die Trinkwassernachspeisung statt.
Bedingung für eine hygienische Anlage sind jährliche Wartungsarbeiten. Dabei werden die Filter kontrolliert und gereinigt, die Dichtigkeit des Speichers nachgesehen und die Funktion von Trinkwassernachspeisung und Pumpe überprüft. Die Kosten einer Wartung belaufen sich auf etwa 100 Euro. Damit sich Trink- und Regenwasser nicht mischen, ist die Trennung beider Leitungen Pflicht. Außerdem müssen die Stellen zur Entnahme von Regenwasser gekennzeichnet sein. Auch wenn der Trinkwasserverbrauch durch die Nutzung von Regenwasser stark entlastet wird, bleibt das oberste Gebot: Wasser sparen! Das schont Umwelt und Geldbeutel.







