Selber bauen - just in time

08.10.2009

In einem Jahr ein Haus von den Fundamenten bis zur Tapete selber bauen? Klar - das geht! Doch nur mit gründlicher Vorbereitung und einem genauen Zeitplan.

Die erste Aufgabe vor Baubeginn ist die Ermittlung der günstigsten Preise für das Baumaterial. Diese Tätigkeit, die der Fachmann "Ausschreibung" nennt, kann sehr umfangreich und arbeitsintensiv werden, wenn optimale Ergebnisse erzielt werden sollen. Doch mit einer systematischen Vorgehensweise können auch Laien diese Arbeit bewältigen.

Das Ziel ist es, Anbieter zu finden, die zuverlässige Leistung und hochwertiges Material für möglichst wenig Geld liefern. Einen großen Schritt kommt voran, wer sich für den Kauf eines Bausatzhauses entschließt. Man übergibt mehreren Anbietern jeweils einen kompletten Satz Pläne (Grundrisse, Schnitte und Ansichten im Maßstab 1:100) und beschreibt genau, welche Leistungen und welches Material man gerne haben möchte. Um die einzelnen Angebote später vergleichen zu können, sollten Rohbau, Haustechnik und Innenausbau in unterschiedlichen Offerten zusammengestellt sein.

Wichtig: Im Rohbau-Paket sollten als Dienstleistung mindestens das Anlegen der Ecksteine im Keller sowie ein Kranservice mit Verlegemeister für die Fertigteildecken angeboten werden.

Selbst wenn Sie Ihr Haus weitgehend alleine errichten möchten, benötigen Sie doch hin und wieder ein paar Aushilfen, manchmal auch Fach-Handwerker. Das beginnt beim Verlegen der Fertigteildecke (dazu sind mindestens drei Helfer erforderlich) und geht bis hin zum Installieren eines Sicherungsschrankes (das darf nur ein Fachmann). Manche Arbeiter können Sie sicherlich im Familien- und Freundeskreis gewinnen. Doch wie kommt man an gute Fachleute? Eine erste Adresse kann möglicherweise Ihr Architekt oder der Bausatzhausanbieter sein.

Planung der Bauzeit
Wenn Sie Ihr Bauteam zusammengestellt haben, müssen Sie eine Bauzeitenplanung erstellen. Zunächst legen Sie den Baubeginn fest (Bsp. "Erste Märzwoche"). Zu diesem Datum müssen der Vermesser und das Baggerunternehmen startbereit sein. Deshalb gilt es, diese frühzeitig zu informieren. Wenn Sie danach die Bodenplatte selbst herstellen möchten, sollten Ihre Helfer ebenfalls informiert sein, damit es gleich weitergeht. In diesem Stil wird der gesamte Bau zeitlich organisiert.

Der erste Schritt: Um eine genaue Vorstellung zu haben, wie viel Zeit in den Bau zu investieren ist, nimmt man die beim Bau zu verarbeitenden Massen und multipliziert sie mit den Angaben in Tabelle: Arbeitszeiten beim Rohbau.


Beispielrechnung:
Das Haus besteht aus etwa 120 cbm Mauerwerk, als Material wurden Plansteine aus Bims gewählt. Die Zeit, die man fürs Mauern aufbringen muss, beträgt laut Tabelle 120 mal 3 Stunden, ergibt 360 Arbeitsstunden. Wer ­zusammen mit zwei Helfern zupackt, braucht demnach 120 Stunden. Die lassen sich bequem in fünf bis sechs Wochen absolvieren. Der Rohbau besteht aber nicht nur aus Mauerwerk. Auch Fundamente, Decken, Treppen und das Dach gehören dazu. Vorsicht: Aufwendige Häuser mit vielen Stürzen, versetzten Geschossen usw. verschlingen bis zu 1500 Arbeitsstunden - nur für den Rohbau!

Praxiswert: Die Erfahrung zeigt, dass man neben seiner beruflichen Tätigkeit rund 25 Stunden pro Woche auf dem Bau absolvieren kann. Extrem leistungsfähige Schaffer packen bis zu 40 Stunden.

Tipp: Wenn für die Zeitberechnungmanche Baumassen nicht genau bekannt sind (z. B. Beton für Fundamente), kann mit überschlägig ermittelten Werten gerechnet werden.


Zeitplanung

 Fundamente: 150 Stunden  Maurerarbeiten Keller: 200 Stunden
 Erdgeschoss: 100 Stunden  Dachgeschoss: 150 Stunden
 Decke: 80 Stunden je Geschoss Dacheindeckung: 150 Stunden
 Fenstereinbau: 30 Stunden  Haustechnik: 300 Stunden
 Innenputz: 300 Stunden  Badausbau: 100 Stunden





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