Hightech im Schornstein
Das schöne Stück Hightech in Blech auf dem Dach zeigt nur die Spitze des Eisbergs, will sagen, der modernen Schornstein-Technik. Heute verbergen sich unter dem Abgasrohr nämlich nicht mehr Einzelkomponenten, die mühsam aufeinander abgestimmt werden müssen. Vielmehr geht es um integrierte Systeme, die mehrere Aufgaben erfüllen können. Und nur so wird der Schornstein im Einfamilienhaus auch in Zukunft eine Daseinsberechtigung haben, wie man sich in Fachkreisen einig ist!
Schornstein und Heizung als Einheit
Moderne Schornsteine führen nicht nur die Abgase nach außen, sondern verfügen auch über eine Zuluft-Möglichkeit (Luft-Abgas-Systeme) und - ganz wichtig - sie beherbergen zusätzlich einen Installationsschacht. Letzterer dient zum Beispiel bei späterer Anschaffung einer thermischen Solaranlage zum Unterbringen der Leitungen oder er kann für lüftungstechnische Zwecke genutzt werden.
Doch damit nicht genug, die Entwicklung ist schon viel weiter in Richtung Unit, bei der Schornstein und Heizofen eine Einheit bilden. Die Feuerstätte ist dann fix und fertig integriert, sodass die Anlage innerhalb kürzester Zeit in Betrieb genommen werden kann. "Unitherm" der Firma Plewa zum Beispiel ist eine solche Anlage, bei der die integrierte Feuerstätte für Scheitholz (Heizleistung etwa 6,5 kW) ausgelegt ist. Der Ofen arbeitet raumluftunabhängig, da die benötigte Zuluft über den Schornstein kommt.
Das Grundelement ist drei Meter lang und vorgefertigt, die weiteren Bauteile (bis sechs Meter) werden per Kran versetzt. Eine Weiterentwicklung ist die Variante "Unitherm plus" mit Abgas-Wärmetauscher, der einen Puffer bedient, zur Beheizung weiterer Räume und zur Brauchwassererwärmung. So lässt sich der Wirkungsgrad noch erheblich verbessern. Das Ganze gibt es auch als Ganzhausheizung (Heizleistung etwa 8 kW) und als "Unitherm 2 + P" mit einem zusätzlichen Pelletsmodul. Hier ist dann die komplette Technik in einer Unit untergebracht: Schornstein, Zuluft, Installationsschacht (Solartechnik), Wärmetauscher, Pellets- oder Scheitholzofen.
Anschlüsse erfolgen nur noch an die Heizkörper beziehungsweise Fußbodenheizung, den Pufferspeicher (Warmwasserversorgung) und an das Pelletlager. Eine ähnliche Technik-Kombination mit Pellets-Kaminofen gibt es jetzt ganz neu auch von Schwörer in Zusammenarbeit mit Kastell als Ergänzung für das sogenannte "Wärme-Direkt-Haus" (siehe unten).
Nur Wärmepumpen kommen "ohne" aus
Natürlich geht es auch ganz ohne Schornstein, wenn es das Heizungssystem im Haus zulässt. Das heißt: Wer mit einer (elektrisch betriebenen) Wärmepumpe heizt, kann - ganz egal ob die Wärme aus Luft, Wasser oder Erde gewonnen wird - auf ein Abgasrohr verzichten. Allerdings verzichtet er damit dann auch auf alle bereits erwähnten Zusatzfunktionen, die das moderne Schacht-Bauteil heute zu bieten in der Lage ist.
Da zumindest mit Holz und Pellets als Brennstoff, dem wegen seiner CO2-neutralen Verbrennung ökologische Korrektheit zugesprochen wird, noch sehr lange geheizt werden dürfte, ist der Schornstein allgemein nicht wegzudiskutieren. Zumal auch Öl und Gas auf absehbare Zeit noch ökonomisch zu Heizzwecken eingesetzt werden können - vorausgesetzt, die emissionsarme Brennwert-Technik wird installiert. Der Trend geht allerdings in eine andere Richtung. Einige Fertighaus-Hersteller verkaufen bereits kaum mehr ein Haus mit Ölheizung und auch die Gasthermen sind dort stark auf dem Rückzug. Fazit: Der Schornstein ist im Grunde unverzichtbar, muss aber zum Hightech-Bauteil mutieren, wenn er vernünftiger Bestandteil der Haustechnik sein und bleiben will.
Auch wer mit Wärmepumpen heizt und auf gemütliche Stunden vor einem Kaminofen nicht verzichten möchte, braucht zumindest einen einfachen Schornstein. Ofen und Abgasrohr dienen dann auch als Absicherung für den Fall der Fälle, wenn die Hauptheizung einmal ausfallen sollte.
Schwörer-Haus bringt zusammen mit Kastell (ebenfalls ein Unternehmen der Schwörergruppe) ein "Öko-Direkt-Heizssystem" auf den Markt, das Wärmerückgewinnung, Heizung, Kaminofen und Warmwasserbereitung kombiniert. Neu im Technikverbund ist der Kaminofen, der sowohl mit der Wohnungslüftungsanlage als auch mit bedarfsorientierten Heizkörpern sowie mit der Warmwasserbereitung gekoppelt ist. Das Prinzip ist einfach: Im Erdgeschoss erzeugt der Kaminofen die notwendige "Wohlfühl-Temperatur" für den Wohnbereich und kann direkt oder automatisch mit Holzpellets bestückt werden. Die bedarfsorientierten Heizkörper nutzen die produzierte Wärme außerdem zum Beispiel im Bad oder im Flur. Und: Falls die Solaranlage auf dem Dach zu wenig Energie für die Warmwasserbereitung liefert, kommt auch hier der Kaminofen ins Spiel, der zu diesem Zweck mit dem Pufferspeicher im Keller oder Technikraum verbunden ist. Durch die Kombination des bereits bestehenden Frischluft-Systems im "Wärme-Direkt-Haus" von Schwörer mit der neuen Kaminofen-Technik können die Kosten für die Zusatzheizung laut Hersteller "sehr niedrig" gehalten werden und im Bedarfsfall mit Öko-Energie (Holzpellets) gedeckt werden. Der Bedarf an Strom für die elektrische Nachheizung wird damit auf ein Minimum reduziert.
Eine Grafik verdeutlicht das Öko-Direkt-Heizsystem von Schwörer. Hier geht es zum download ...







