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Moderne Fachwerkhäuser

25.04.2012

Die transparente Holzkonstruktion in Weiß wirkt luftig und leicht. Der Begriff „Skelett“ erklärt sich aus dem Konstruktions-Prinzip, denn die tragende Funktion der Häuser wird von einem Holzgerüst – eben dem Skelett – übernommen. Die Last wird dabei nicht wie beim Massivbau oder Holztafelbau über ganze Wandscheiben abgetragen. Das heißt die Statik ist von der Raumbegrenzung völlig getrennt, die Raumplanung im Gebäude damit nahezu frei.

Moderne Skeletthäuser haben wie ihre traditionellen Vorgänger, die Fachwerkhäuser,  Zwischenräume zwischen den Holzstützen. Diese „Gefache” werden mit

Ziegeln, Porenbeton, Wandelementen in Holzverbundbauweise oder großen Glasscheiben ausgefüllt, also „ausgefacht”

Im Hausinnern bestimmen die sichtbare Konstruktion, das Stützenraster und die Farbe des Holzskeletts die Wirkung der Räumlichkeiten. Da diese oft gar nicht so leicht zu möblieren sind, bieten manche Hersteller eigene Einbau-Möbelsysteme wie zum Beispiel die Firma Huf, die in 2012 ihr 100-jähriges Jubiläum feiert,  oder Davinci (75 Jahre). Die Kosten für ein solches Haus liegen meist relativ hoch. Der Entwurf von Meisterstück lebt vom Kontrast zwischen Transparenz, weißem Putz und dunkelgrauer Holzkonstruktion.

Da die Konstruktion überall sichtbar bleibt, wird nur hochwertiges und teures Leimholz verwendet, das sich nicht verzieht oder reißt. Auch die gro­ßen Verglasungen sind nicht ganz billig. Hinzu kommt, dass die Häuser in kleinen Serien mit viel handwerklicher Arbeit gebaut werden. Die Meh rk osten pro Quadratmeter liegen in der Regel zwischen zehn und zwanzig Prozent gegenüber üblichen Holz-Fertighaus-Preisen.
  
Skelett-Häuser sind immer in Rastermaßen geplant. Während bei manchen Firmen ein festes Ras­ter zu Grunde liegt, ist es bei anderen frei wählbar. Für die Verbindung der  Balken und Stützen gibt es unterschiedliche  Systeme. Üblich ist die Verschraubung mit Edelstahlverbindern. Manche Hersteller setzen die Schrauben als sichtbares Gestaltungsmerkmal ein, andere arbeiten mit verdeckten Hakensystemen. 

Während früher hauptsächlich schwarze Häuser mit weißen Putzflächen gebaut wurden, gibt es längst auch weiße, hellgraue und holzfarbene Skelette. Manche Firmen bauen auch in individuellen Wunschfarben oder sogar zweifarbig, sodass innen und außen verschiedene Farben möglich sind. Je nach Farbton variiert der Pflegeaufwand: Ein weißes Skelett muss h äufiger nachgestrichen werden als ein holzfarbenes, um seine perfekte Optik zu bewahren.

Für die Reinigung der Glasflächen wird meist der Besuch einer Spezialfirma fällig. Für ein zeitgemäßes „Glashaus“ kommen nur hochmoderne Fenster infrage: Dreischeiben-Sicherheitsglas mit Edelgasfüllung stellt sicher, dass die Wärmeverluste im Winter gering sind. Skeletthäuser gibt es auch als Musterhäuser - zum Beispiel von Werkhaus in der Ausstellung Poing.

Skelettbau: Energetische Sonderstellung
Die Häuser nehmen energetisch betrachtet eine Sonderstellung ein: Die U-Werte der Außenwand sind im Schnitt schlechter als bei Häusern mit durchgehender Dämmschicht. Dafür sind die Wärmegewinne durch Sonneneinstrahlung im Winter höher, was sich positiv auf den Heizwärmebedarf auswirkt.

Im Sommer kann es dagegen schnell zu warm werden. Die  großen Dachüberstände schützen zwar vor der hochstehenden Sommersonne, liefern aber keinen ausreichenden Sonnenschutz. Deshalb müssen von Anfang an außenliegende Jalousien eingeplant werden.  Bei so großen Flächen sind elektrisch gesteuerte Rollos komfortabel.  

 

Intelligente Haustechnik ist bei diesen Häusern sowieso Standard: kontrollierte Lüftungsanlagen und Wärmepumpen mit Kühlfunktion im Sommer steigern den Komfort.

Rund ein Dutzend überregional tätige deutsche Fertighausfirmen beschäftigen sich mit dem Skelettbau – und zwar in unterschiedlichen Preisklassen. Während die Firma Huf praktisch nur schlüsselfertige Häuser anbietet für die sie inzwischen einen neuen wärmegedämmten Wandaufbau entwickelt hat („green(r)evolution”), liefern andere Firmen nach wie vor die klassische Skelett-Konstruktion  – auch als reines Ausbauhaus oder sogar nur das „nackte“ Holzskelett.       

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