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Brennwertheizung

21.01.2014

Gerade mal 0,32 qm Fläche benötigt dieses Gas-Wandheizgerät: Unter seiner Haube befindet sich sogar ein 20-Liter-Schichtladespeicher. www.vaillant.deKnapp 80 Prozent der Wohnungen in Deutschland wurden im Jahr 2012 mit Erdgas (49 Prozent) und Heizöl (29 Prozent) beheizt. Dieser hohe Anteil kommt vor allem dadurch zustande, dass die Heizkessel im Schnitt nur alle 20 bis 25 Jahre ausgetauscht werden. Und wenn modernisiert wird, bleiben viele Hausbesitzer beim selben Brennstoff.

Doch auch Baufamilien setzen nach wie vor stark auf fossile Brennstoffe: Jede zweite, im Jahr 2012 neu genehmigte Wohnung wird von einem gasbefeuerten Heizsystem versorgt. Der Wärmepumpenanteil lag übrigens bei 25 Prozent, und das Heizöl spielt mit rund einemProzent quasi keine Rolle mehr.

Gas – bequemer Brennstoff, kompakte Technik
Der Umgang mit Erdgas ist für den Verbraucher sehr bequem. Das Brenngas kommt per Leitung ins Haus und benötigt keinen Lagerraum. Voraussetzung ist allerdings ein Gasanschluss, dessen Kosten vom örtlichen Gasversorger kalkuliert werden: je nach Aufwand und Länge der notwendigen Leitung ins Gebäude können in ungünstigen Fällen Kosten von mehreren Tausend Euro entstehen.

Tipp: Lassen Sie sich vor der Heizungswahl ein verbindliches Angebot vom zuständigen Energieversorger machen, damit Sie hinterher keine böse Überraschung erleben.

In Gebieten, wo Erdgas (noch) nicht zur Verfügung steht, wo der Anschluss zu teuer ist oder falls sich der Bauherr eine Speichermöglichkeit für seinen Brennstoff wünscht, bietet sich eine Flüssiggasversorgung an. Der Energieträger wird außerhalb des Hauses in einem unter- oder oberirdischen Tank gelagert. Die komplette Abwicklung, vom Aufstellen des Behälters bis hin zum Auffüllen bei Bedarf, übernehmen die Flüssiggasanbieter. Dazu bieten sie verschiedene Vertragsmodelle an.

Bauherren und Modernisierer bevorzugen in der Regel wandhängende Gasheizgeräte, die im Vergleich zu den bodenstehenden Modellen ein günstigeres Preis-Leistungs-Verhältnis und mehr Aufstell-Flexibilität offerieren. Mit einer großen Heizleistungsbandbreite ab etwa zwei Kilowatt eignen sie sich für fast alle Arten von Eigenheimen: vom Niedrigenergiehaus bis hin zum Altbau.

Praktisch ist, dass alle zum Betrieb notwendigen Bauteile, wie Brenner, Ausdehnungsgefäß, Pumpe und Regelgerät, platzsparend unter dem Gehäuse integriert sind.
Tipp: Beim Kauf sollte man, mit Blick auf die Stromkosten, ein Heizgerät mit eingebauter Hocheffizienz-Heizungspumpe bevorzugen.

Die kompakten Einheiten haben ein geringes Gewicht und platzsparende Abmessungen. Praktisch ist, dass sich insbesondere die Wandgeräte nicht nur im klassischen Heizungskeller, sondern auch in anderen Räumen montieren lassen: im Bad, in Abstell- oder Hausarbeitsräumen oder versteckt hinter Wandschränken in Fluren oder Küchen sowie direkt unterm Dach.

Typisch für Brennwertgeräte ist ein Kondensatablauf, der in den Abwasserkanal geführt wird (hinten links). Bei Öl-Kessel ist manchmal eine zusätzliche Neutralisationseinrichtung nötig. www.iwo.deHeizöl – Einkaufszeitpunkt des Brennstoffs selbst bestimmen
Heizölanlagenbesitzer schätzen vor allem eine gewisse Sicherheit vor möglichen Versorgungsengpässen, weil der Energievorrat in ihren Tanks meist für mindestens ein Jahr zum Heizen reicht. Zudem können sie Menge und Zeitpunkt des Energiekaufs selbst bestimmen und haben so zumindest die Chance, preisgünstig an den Brennstoff zu kommen. Im Gebäudebestand entscheiden sich sehr viele Modernisierer dazu, den alten Ölkessel aus Kosten- und Wirtschaftlichkeitsgründen durch einen neuen, moderneren zu ersetzen.

Der „typische“ Ölkessel steht oft noch immer auf dem Boden im Heizungskeller. Dabei handelt es sich in der Regel um eine Unit-Ausführung, einer aufeinander abgestimmten Kombination aus Kessel, Brenner, Regelung und Zubehör. Eingebaut ist häufig ein zweistufiger Brenner mit Heizleistungen ab etwa 13 Kilowatt. Stark zugenommen hat das Angebot an energieeffizienten Brennwertausführungen, die es auch als Wandkessel mit Heizleistungen ab sechs Kilowatt gibt.

Brennwerttechnik ist effizienter und umweltfreundlicher
Bei den Gas-Wärmeerzeugern im Eigenheimbereich ist die Brennwerttechnik längst zum Standard geworden; bei den ölbefeuerten Systemen besteht Nachholbedarf. Eigenheimbesitzer sollten sich vorzugsweise für diese Technologie entscheiden. Warum? Weil sie eine um bis zu 15 Prozent höhere Energieausnutzung im Vergleich zur herkömmlichen Niedertemperaturtechnik bietet.

Bei der Brennwerttechnik wird mittels eines zusätzlichen, integrierten Wärmetauschers auch die Wärmeenergie aus dem Wasserdampf, der in jedem Brennstoff enthalten ist, nutzbar gemacht. Dabei kühlt sich das Abgas auf unter 60 Grad ab, was zur Kondenswasserbildung am Heizgerät führt. Diese Flüssigkeit wird über einen Abwasseranschluss beim Einsatz von Gas direkt ins Kanalsystem abgeführt. Beim Einsatz eines Öl-Brennwertkessels gilt dies ebenfalls, sofern er mit schwefelarmem Heizöl betrieben wird. Diese Brennstoffart erlaubt zudem eine höhere Energieausnutzung und die Umweltbelastung fällt niedriger aus. Falls ein Standard-Heizöl verwendet wird, muss das Kondensat über eine Neutralisationseinrichtung geleitet werden.

Bei der Brennwertgeräte-Installation ist noch ein wichtiger Punkt zu beachten
Aufgrund der niedrigen Temperaturen und wegen der korrosiven Restfeuchte im Abgas ist ein spezielles, druckdichtes und feuchteunempfindliches  Schornsteinsystem nötig, das aber relativ preiswert ist. Im Rahmen einer Heizungsmodernisierung, bei der ein Niedertemperatur- durch einen Brennwertkessel ersetzt wird, muss ein herkömmlicher Hausschornstein umgerüstet werden. Dazu zieht der Heizungsfachmann meist ein Kunststoff- oder Metallrohr in den bestehenden Schornsteinzug ein.

Weitere Infos zu Brennwerttechnik finden Sie in der Zeitschrift "ENERG!E" 3/2013 »»




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