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Faszinierender Feuerzauber

07.11.2012

Lodernde Scheite und heimelig knackendes Kaminfeuer – das ist der Inbegriff von Gemütlichkeit. Kein Wunder, dass bei vielen Bauherren ein Holzofen auf der Ausstattungswunschliste ihres neuen Hauses ganz oben steht.

Darüber hinaus kommt dem Holzofen zugute, dass er in puncto CO2-Ausstoß ein positives Image aufweisen kann: Denn Holz scheidet beim Verbrennen nur die Menge Kohlendioxid ab, die es während seines Wachstums gespeichert hat und wird somit als CO2-neutral eingestuft. Ein wichtiger Grund für die Renaissance der Holzheizung.

Foto: WodkeSo archaisch das Heizen mit Holz anmutet, so wenig haben aber moderne Holzfeuerstätten mit Großmutters Ofen zu tun. Neuzeitliche Heizkamine und Kachelöfen müssen einer Vielzahl von Normen und Bestimmungen entsprechen, um heutzutage überhaupt noch eingebaut werden zu dürfen. Folgendes sollten Sie daher bei der Wahl ihres Ofens beachten:

Jeder Ofen muss der Europäischen Norm EN 13240 (transportable Kaminöfen und Kaminbaustätze),
EN 13229
(fest eingebaute Heiz- oder Kamineinsätze) oder EN 12815 (Herde für feste Brennstoffe) entsprechen.

Auf dem Typenschild muss gekennzeichnet sein, ob die Feuerstätte in Zeitbrandfunktion oder Dauerbrandfunktion betrieben werden darf.

Neue Öfen müssen den Vorgaben der 1. Bundesimmissionsschutzverordnung (1. BImSchV) entsprechen, die den zulässigen Schadstoffausstoß (Staub und Kohlenstoffmonoxid) von kleinen und mittleren Feuerungsanlagen regelt. Die 1. Stufe der 1. BImSchV gilt seit 2010. Die 2. Stufe, mit verschärften Grenzwerten, wird voraussichtlich am 01.01.2015 in Kraft treten.

In modernen, sehr dichten und oft mit einer automatischen Wohnungslüftung ausgestatteten Niedrigenergiehäusern dürfen nur Öfen der Bauart 1 mit selbstschließender Feuerraumtür eingebaut werden. Diese lassen einen Betrieb im geöffneten Zustand nicht zu und müssen über eine externe Zuführung mit Verbrennungsluft direkt aus dem Freien versorgt werden. Ohne externe Luftzufuhr könnte bei sehr dichten Gebäuden ein Unterdruck im Wohnraum entstehen, der die Strömungsrichtung im Schornstein umgekehrt und die giftigen Abgase in den Wohnraum leitet. Bei Kaminöfen mit externer Verbrennungsluftzufuhr wird das System der Be- und Entlüftung des Hauses nicht gestört.

Externe Verbrennungsluftzufuhr bedeutet allerdings nicht raumluftunabhängig nach DiBt (Deutsches Institut für Bautechnik). Geräte mit diesem Prüfsiegel sind dem Aufstellungsraum gegenüber absolut luftdicht und beziehen nachgewiesener Weise ihre gesamte Verbrennungsluft von außen. Diese Bauart wird z.B. in Passiv-Häusern benötigt.

Jede Feuerstelle im Haus muss an einen Schornstein angeschlossen sein, der dank des thermischen Auftriebs in seinem Innern (Kamineffekt) für den sicheren Abtransport der Rauchgase nach draußen sorgt. Bauart und Höhe des Schornsteins haben unmittelbaren Einfluss auf die Qualität der Verbrennung im Kaminofen und sollte auf diesen abgestimmt sein.

Foto: Sikken + SikkenModerne Niedrigenergiehäuser verfügen über einen extrem geringen Heizwärmebedarf. Viele Öfen sind für diese Art von Häuser überdimensioniert, würden die Aufstellungsräume im Nu überhitzen oder müssten immer in gedrosseltem Betrieb laufen, was u.a. zu beschlagenen Sichtscheiben führt. Deswegen sollte man bei der Auswahl eines Ofens auf dessen Leistung achten. Als Faustregel für einen Kaminofen gilt, dass pro Kilowatt (kW) Nennwärmeleistung etwa 15 bis 20 Kubikmeter (m³) Wohnraum beheizt werden können.

Alternativ gibt es Öfen mit höherer Leistung, die aber einen Großteil ihrer Wärme an einen zentralen Pufferspeicher abgeben und so die Hausheizung und Warmwasserversorgung unterstützen. Auch Speicheröfen, die einmal relativ kurz aufgeheizt werden und dann über lange Zeit ihre Wärme an den Raum abgeben, können funktionieren.

In jedem Fall ist eine sorgfältige Abstimmung des Holzfeuers auf das übrige Heiz- und Energiesystem des Hauses sehr wichtig. Hierzu sollten Sie Ihren Heizungsinstallateur, Ihren Ofenbauer und auch Ihren Schornsteinfeger rechtzeitig konsultieren. Dann können Sie sich bald über gemütliche Kaminstunden im neuen Energiesparhaus freuen.

Traumhafte Kamine & Kachelöfen finden Sie unter www.ofenwelten.de.

 

Weitere Informationen

 

Dincertco

Mit dem DINplus-Qualitätszeichen zertifizierte Feuerstätten erfüllen besonders strenge Anforderungen an die Emissionen für Kohlenmonoxid, Stickstoffoxiden, Kohlenwasserstoffen und Staub, besitzen einen überdurchschnittlichen Wirkungsgrad bei der Verbrennung und sind besonders langlebig. www.dincertco.de

 

 

 

Blauer Engel

 

Besonders emissionsarme Pelletöfen und –heizkessel können das Umweltzeichen „Blauer Engel“ erhalten.

Voraussetzung dafür ist die Erfüllung strenger Anforderungen an den Wirkungsgrad, den Hilfsstrombedarf sowie an Stickoxid-, Kohlenmonoxid-, Staub- und Gesamt-Kohlenstoff-Emissionen. www.blauer-engel.de




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