bautipps.de Das Fertighaus- und Massivhaus-Portal
Newsletter

Knopf drücken und Energie sparen

05.12.2011

Grafische Benutzeroberflächen machen die Steuerung der Gebäudetechnik leicht. (Massa/My Gekko)Das Stichwort, das in diesem Zusammenhang immer wieder fällt, heißt Hausautomation. Das bedeutet, dass bestimmte Abläufe im Haus selbstständig vonstatten gehen. Dazu werden Komponenten wie Heizung oder Licht entsprechend programmiert und miteinander vernetzt. Dies wiederum setzt voraus, dass sie mit einem Chip ausgestattet sind. Man braucht nicht unbedingt ein Smartphone, um so ein System zu steuern. Im Haus können auch entsprechende Schalter, der PC oder ein Wandbildschirm als Bedienoberfläche dienen.

Hausautomation bedeutet ein Mehr an Komfort. Man muss sich um wenig bis gar nichts kümmern. Dadurch versetzt die Technik z. B. ältere, kranke und hilfsbedürftige Menschen in die Lage, in ihrer vertrauten Umgebung wohnen zu bleiben. Interessant wird Hausautomation, wo es ums Energiesparen geht. Denn auch hier kann intelligente Gebäudetechnik viel bewirken. Beispiel Licht: Eine automatisierte Beleuchtung mit Präsenzschaltung sorgt dafür, dass Licht nur dann an ist, wenn es gebraucht wird.

Auf diese Weise lassen sich nach Angaben der Initiative „Elektro+“ bis zu 25 Prozent der Beleuchtungsenergie einsparen. „Mit normalen Schaltern bleibt das Licht oft länger eingeschaltet als nötig. Intelligente Schalter hingegen reagieren tageslichtabhängig und über infrarotgesteuerte Sensoren auf die Körperwärme des Menschen. Sie erkennen so, wann die Bewohner den Raum betreten und künstliches Licht brauchen“, erklärt Hartmut Zander von „Elektro+“. Besonders praktisch beim Verlassen des Hauses oder vor dem Schlafengehen ist ein Zentralschalter, über den sich mit einem Knopfdruck das Licht im kompletten Haus, aber auch der Herd oder die Kaffeemaschine ausschalten lassen.

Erhebliches Einsparpotenzial bietet auch eine Helligkeitsautomatik, die die Rollläden im Winter bei Eintritt der Dämmerung und im Sommer bei starker Sonneneinstrahlung herunterfährt. Dies minimiert in der kalten Jahreszeit Wärmeverluste und schützt an heißen Tagen vor Überhitzung. „Um im Urlaub Anwesenheit zu simulieren, bietet sich eine Zeit- oder Fernsteuerung an, die die Jalousien morgens und abends bewegt“, so Zander. Intelligente Haustechnik sorgt also auch für mehr Sicherheit.

Auch bei der Heizung macht sich eine automatische Steuerung schnell bezahlt. Im Auftrag der RWE Effizienz GmbH entstand die Fraunhofer IBP-Studie „Rechnerischer Vergleich des Nutzwärmebedarfs einer Einzelraumregelung gegenüber einer Standardregelung am Beispiel eines Einfamilienhauses“. Dabei wurde ein Einfamilienhaus mit 82 Quadratmetern Wohnfläche in einer Alt- und Neubausituation betrachtet. Zugrunde gelegt wurden dabei jeweils drei verschiedene Nutzungsprofile: ein Single-, ein Senioren- und ein Familienhaushalt.

 

Auf Basis der Simulationsrechnungen ergaben sich hier Einsparpotentiale von bis zu 17/18 Prozent bei Familien, bis zu 22/20 Prozent bei Senioren und bis zu 40/35 Prozent bei Singles – jeweils bezogen auf Neubau- und Altbaustandard.

Via Smartphone lassen sich Gebäudefunktionen wie Verschattung oder Licht steuern und überwachen - auch aus der Ferne. (Somfy)Auch die Bedeutung der richtigen Nutzung von Rollläden wird in der Fraunhofer-Studie betont. Denn bei Dunkelheit bildet sich im heruntergefahrenen Zustand eine ruhende Luftschicht zwischen der Glasscheibe und dem Rollladen, die isolierend wirkt und so den Wärmeschutz erhöht. Dieser Effekt kann mit Hilfe der Hausautomatisierung durch die Vernetzung der Unterputz-Rollladensteuerung mit einem Helligkeitssensor gezielter genutzt werden: Sämtliche Rollläden des Wohnbereichs fahren morgens bei Sonnenaufgang vollautomatisch hoch und abends bei Dämmerung wieder herunter. Das Ergebnis sind deutlich längere Schließzeiten in der Heizperiode.

Eine Energieeinsparung von bis zu 40 Prozent zu erzielen kostet kein Vermögen. „Die Untersuchung des Fraunhofer IBP zeigt, welche Einsparpotentiale mit der intelligenten Hausautomatisierung gehoben werden können – und 
das bei Investitionskosten von unter 1 000 Euro“, fasst Norbert Verweyen zusammen, Geschäftsführer der RWE Effizienz GmbH. „Dies gilt nicht nur für neue Häuser, sondern auch für Bestandsbauten.“




anzeigen