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Haus am Hang in Holz

08.03.2017

Ein Haus der Extraklasse: Am Hang, aus Holz und mit Seeblick. Foto: Joachim Mohr

Ganz in der Tradition der Vorarlberger Schule verbindet Haus Rathenau die klare Linienführung der Bauhausarchitektur mit dem organischen, natürlichen Baustoff Holz. An der Nahtstelle zwischen einer mehrgeschossigen und einer zweigeschossigen Bebauung errichtet, bildet es das harmonische Bindeglied zwischen Mehr- und Einfamilienhaus.

Die herrliche Aussichtslage wird hier auf ganz spezielle Weise genutzt: Der Baukörper ist nicht wie üblich in den Hang hineingebaut, sondern steht  auf einem ebenen Plateau, das durch Abtragen der Schräge und Auffüllen des tiefer gelegenen Bereichs entstanden ist. Die Hauptwohnung erstreckt sich über Erd- und Obergeschoss, sie wird über eine Rampe erschlossen, die seitlich in den Hang integriert ist. Im Untergeschoss ist Haus Rathenau mit einer komfortablen Einliegerwohnung ausgestattet, die ihren Bewohnern ein zeitgemäß offenes Wohnensemble, großzügige Individualräume und einen Hauswirtschaftsraum bietet. Daneben befinden sich auf dieser Ebene die Kellerräume für die Hauptwohnung und die beiden Garagen.

Schon von der Straßenseite fallen die großzügigen Freisitze ins Auge. Auf den zweiten Blick wird deutlich, dass es sich dabei um ein optisches Verwirrspiel handelt: Hier hat man es nicht mit einzelnen Loggien zu tun, sondern mit einem umlaufenden Balkon. Dieser wird teilweise von der Fassade aus Rhombusleisten verdeckt, um dann wieder in eine offene Loggia zu münden. Die Geländerstäbe fügen sich harmonisch ins Raster der offenen Lärchenfassade ein. Außerdem fungieren sie als Blickschutz, der erst durchsichtig wird, wenn man frontal davor steht. In Richtung Tal und Straße ist der Balkon also weniger Aufenthaltsbereich als Blickschutz nach unten, weshalb man hier trotz der nahen Nachbarbebauung große Glasflächen einsetzen konnte.

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Küche. Foto: Joachim Mohr

Auch beim Kochen kommt der Ausblick dank eines liegenden Fensterbandes über der Arbeitsfläche nicht zu kurz. Foto: Joachim Mohr

Auf der Hausrückseite kommen Glasgeländer zum Einsatz, so dass der Blick auf den idyllischen See im Tal frei bleibt. Dieser Ausblick ist das bestimmende Thema des Entwurfs, von dem alle Räume profitieren – und er ist beim Betreten des Hauses durchaus eine Überraschung, denn von außen wirkt es eher verschlossen. Innen bietet es seinen Bewohnern dafür ein Raumerlebnis der besonderen Art, wobei die luftige Höhe des zweigeschossig offenen Wohnbereichs zusätzlich durch den Rauchabzug des schwebenden Kaminofens hervorgehoben wird.

Wohn- und Essbereich. Foto: Joachim Mohr

Der Wohn-/Essbereich  mit frei schwebendem Kaminofen öffnet sich zweigeschossig mit großen Glasflächen zum Tal hin und bildet das Herzstück des Holzhauses. Foto: Joachim Mohr

Umlaufender Balkon. Foto: Joachim Mohr

Der umlaufende Balkon im Erdgeschoss wird teilweise von der Fassade aus Rhombusleisten verdeckt, um dann wieder in eine offene Loggia zu münden. Foto: Joachim Mohr

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(aus der Zeitschrift Hausbau 3/4-2017)

Daten & Fakten

Entwurf:

Haus Rathenau

 

Hersteller:

Zimmermeisterhaus, 74523 Schwäbisch Hall


 

Planung:

Architekt Philipp Scherhorn, 65719 Hofheim
Ausführung: Prutscher Holzbau GmbH, 87466 Oy-Mittelberg

 

Konstruktion:

Holzverbundkonstruktion mit offener Lärchenfassade und Zellulosedämmung (U-Wert 0,19 W/m2K), Holzfenster mit Dreifach-Verglasung, Satteldach 14 Grad

 

Technik:

Luft-Wasser-Wärmepumpe, Fußbodenheizung, 
Primärenergiebedarf: 43,64 kWh/m2a, Heizwärmebedarf: 47,4 kWh/m2a

 

Abmessungen:

17,50 x 10,62 m

 

Wohnflächen:

EG 119 m2, OG 81 m2

 

Preis:

auf Anfrage

Bereich: