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Moderne Feuerstätten fürs eigene Zuhause

09.12.2014

Ein Kamin- oder Kachelofen gehört meist zu den Top Ten der Bauherrenwünsche fürs neue Heim: ein 
echtes, loderndes Feuer, das wohlige Wärme und archaische Gemütlichkeit verströmt. Moderne Holzfeuerstätten für das Zuhause gibt es passend zu jedem Einrichtungsstil und für unterschiedlichste Nutzungsanforderungen. Ihr Einbau sollte von Beginn an in die Planung des Hauses integriert werden, da es sich hier nicht um einen bloßen, dekorativen Einrichtungsgegenstand handelt. Jeder Kamin oder Ofen ist ein relevanter  Baustein des Gesamtenergiekonzeptes des Hauses, der vielfältige Umwelt- und Sicherheitsvorschriften erfüllen muss.

Feuerstätte und Schornstein gehören zusammen

Die erste Frage ist: Wo im Haus soll das Feuer brennen? Hier muss nicht nur der Platz für die Feuerstätte selbst vorgesehen, sondern auch der Schornstein im Grundriss platziert werden, über den die Rauchgase abgeleitet werden müssen. Dieser Ort will sorgsam gewählt sein, da der Schornstein weit bis über das Dach gezogen werden muss. Liegt der Ofen im Zentrum des Grundrisses, beeinflusst der Schornstein auch die Gestaltungsfreiheit in den darüberliegenden Geschossen. Bei an der Außenwand angeordneten Öfen und Schornsteinen stellt sich dieses Problem hingegen nicht.

Welcher Ofentyp

Frage Nummer zwei: Welche Art Ofen soll es werden? Es gibt mehrere Bauarten, die bei der Raumgestaltung unterschiedliche Zwänge mit sich bringen, aber auch tolle Möglichkeiten eröffnen.
Ein Klassiker ist der Kachelofen. Kleinkachelöfen sind zur Zeit auf dem Vormarsch, da sie weniger Heizleistung haben als ihre traditionellen, großen Verwandten und dementsprechend besser geeignet sind für die heutigen Niedrigenergiehäuser. Die Hersteller haben reagiert und kleine, teilweise sogar transportable Kachelöfen entwickelt, die mit ihrer sanften Wärmestrahlung perfekt in ein Niedrigenergiehaus passen.

Ein weiterer Kachelofentyp ist der schwere, gemauerte Grundofen. Er ist das Gegenteil von „platzsparend“, schließlich erfolgt hier die Wärmeabstrahlung an den Raum über die Speichermasse langsam und gleichmäßig über den Tag verteilt. Ein Grundofen reagiert träge, d.h. die gewünschte Wärme entsteht erst nach mehreren Stunden, wird dann aber langandauernd abgegeben. Ein schwerer Grundofen muss nur einmal am Tag befeuert werden.Ein Warmluftofen kann mehrere Räume oder auch Etagen mit Wärme versorgen. Hier wird, im Unterschied zum Grundofen, die Raumluft als unmittelbarer Energieträger für die Wärme genutzt. Ein Warmluftofen besteht im Wesentlichen aus einem Kachelmantel, in dem ein vorgefertigter Gussheizeinsatz steht. Hier sammelt sich die von unten einströmende Raumluft, erwärmt sich an den Heizflächen des Einsatzes, steigt nach oben und wird über Warmluftschächte und Luftgitter verteilt. Warmluftöfen können zwar Wärme nicht so gut speichern, werden aber schnell warm.

Ofenskulptur als Zentrum oder Raumteiler

Grund- oder Warmluftöfen müssen vom Ofenbauer geplant und fest eingebaut werden. Sie benötigen viel Raum, darin steckt aber auch ein großer Reiz, denn ein solcher Ofen kann im ganzen Haus – auch in der Vertikalen – in Erscheinung treten, genauso wie seine Wärme das Haus durchströmt. Die Räume werden drum herum geplant und angeordnet. 
Objekt- oder auch Möbelcharakter haben freistehende, nicht fest eingebaute Kaminöfen. In ganz unterschiedlichen Formen und Materialien erhältlich, ganz klassisch aus Gusseisen oder auch aus Speckstein sind sie jederzeit ein Blickfang.

Mit Feuer Wohnräume schöner gestalten

Die platzsparende Lösung ist ein Kamineinsatz oder Heizkamin. Es gibt Kamineinsätze, die so flächig in den Schornstein eingebaut werden, dass nichts in den Raum ragt. Andere sind plastischer gestaltet, z.B. mit einer Ofenbank und einbezogenem Holzlager. Bei manchen Heizkaminen sorgt die großflächige Verglasung mit Blick in die Flammen für echtes „Drama“. In eine frei eingestellte Wandscheibe integriert ist ein solcher  Kamin ein raumbildendes Element und kann geschickt Ess- und Wohnbereich trennen – womöglich als „Tunnellösung“ mit Durchblick nach beiden Seiten. Auch der klassische „offene Kamin“ kann heute noch gebaut werden. Wegen der im Vergleich zu modernen Kaminöfen oder Heizkaminen deutlich höheren Emissionen und des schlechten Wirkungsgrades darf er nur gelegentlich betrieben werden. Ob die Feuerstätte also raumbildenden, Objekt- oder integrierten Charakter hat – es kommt auf Ihre Wünsche und Planung an. Sie haben die Qual der Wahl.

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