Moderne Stadthäuser
Stadtvillen waren schon im 19. Jahrhundert ein beliebter Haustyp. In den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden in Hamburg und Berlin besonders preisgünstige Siedlungshäuser mit 30 Grad Walmdach gebaut. Sie waren grundstücksparend und hatten durch ihre Quader- oder Würfelform ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Dabei waren diese Häuser zeitgemäß anspruchsvoll. So wirkten im Berliner Stadtteil Zehlendorf bei der Innenausstattung mancher Stadthäuser auch Bauhaus-Künstler mit.

30 Prozent mehr Platz
Die heutigen Stadthausvillen haben mit früheren Entwürfen nur noch entfernte Ähnlichkeit. Eines aber ist allen gemeinsam: Sie weisen zwei volle Wohngeschosse auf und nützen so die bebaute Fläche um rund 30 Prozent besser aus als die übliche eineinhalb-geschossige Bauweise: Mehr Wohnkomfort für weniger Geld!
Durch die fehlenden Schrägen im Obergeschoss gibt es deutlich mehr Stellflächen und Einrichtungsflexibilität. Ganz entscheidend ist aber die Belichtung der Zimmer. Fenster auf zwei Raumseiten machen einen Raum freundlicher und der Blick in den – wenn auch kleinen – Garten wertet ihn zusätzlich auf.
Ein zweiter, weniger auffälliger Aspekt ist die kompakte Bauform. Durch die Würfelform wird das Verhältnis von Rauminhalt und Außenfläche des Hauses optimiert. Das heißt, die Wärmeabstrahlung, also die Wärmeverluste werden verringert. Dazu kommt die im Fertigbau übliche hervorragende Wärmedämmung, was letztendlich zu einem energiesparenden Haus führt.
Architektur-Wende
Natürlich muss ein modernes Stadthaus nicht unbedingt in der Stadt gebaut werden. Diese Häuser finden sich auch in modernen Wohngebieten in Stadtrandlage, ja sogar auf dem Land. Wobei zugegeben werden muss, dass sie hier, je nach Umfeld, doch eher fremd wirken, und deshalb nicht die beste Lösung darstellen.
Doch der schnörkellose Bauhaus-Stil, die kompakte Bauweise, das bessere Raumangebot und die energetischen Vorteile überzeugen viele Baufamilien von dieser „neuen“ Architektur. Viele Gemeinden erlauben in ihren Bauordnungen deshalb auch eine zweigeschossige Bauweise. Häufig wird auch ein Satteldach nicht mehr zwingend vorgeschrieben. Damit haben Baufamilien weitaus mehr Gestaltungsspielraum.
Neubau statt sanieren
Baufamilien, die eine Immobilie geerbt haben oder ihr Traumgrundstück z. B. mit einem alten Siedlungshäuschen gefunden haben, werden dieses selten sanieren. Denn bei genauer Betrachtung wird selbst bei hohem Aufwand kaum der technische Stand eines Neubaus erreicht.
Heute können ja zum Beispiel „klimaneutrale Gebäude“ errichtet werden, die in Kombination mit Solarenergie und Wärmepumpen unabhängig von kostenpflichtigen Energielieferungen sind.
Hier ist das Stadthaus eine wunderbare Alternative, weil es in der Regel bestens ins Wohnumfeld passt und zudem eine umweltschonende, langfristige und zukunftsweisende Investition darstellt.







