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Wohnkomfort und Barrierefreiheit

24.10.2014

Ein barrierefreies Bad verspricht den Bewohnern Komfort und vor allem Sicherheit. www.vitra-bad.deDie Alterung der Gesellschaft ist ungebrochen und wird weiter zunehmen. Diese Millionen von Senioren können und wollen längst nicht alle in Heimen untergebracht werden. Damit Häuser und Wohnungen eine lebenswerte Umgebung bleiben, müssen sie entsprechend gestaltet werden. Staatliche Unterstützung sorgt dafür, dass die hierfür notwendigen Investitionen den Geldbeutel nicht allzu sehr strapazieren.

KfW 159: „Altersgerecht umbauen“

Seit Programmstart im Jahr 2009 hat sich das KfW-159-Darlehen als voller Erfolg entpuppt: Mehr als 134000 Wohneinheiten sind seither altersgerecht umgebaut worden, Tendenz steigend. Wer einzelne Maßnahmen durchführt (z. B. Hauszugang oder Badsanierung) oder aber ein Haus umfangreich zum Standard „Altersgerechtes Haus“ umbaut, kann pro Wohneinheit bis zu 50000 Euro zu sehr günstigen Zinsen bekommen. So zahlen Antragsteller bei einer Laufzeit und Zinsbindung von zehn Jahren einen Zins von 1,0 Prozent (alle Angaben Stand 9.9.2014).

Wird der Maximalbetrag von 50000 Euro in Anspruch genommen, zahlt der Darlehensnehmer nach zwei tilgungsfreien Anlaufjahren mit einer Zinsrate von 41,67 Euro pro Monat ab dem dritten Jahr eine monatliche Rate von 542,16 Euro, sodass nach zehn Jahren der Kredit abbezahlt ist.

Steuererleichterung durch Sonderausgaben

Auch den Fiskus kann man an den Kosten für Maßnahmen für mehr Barrierefreiheit beteiligen. Vermieter haben die Möglichkeit, Werbungs- oder Herstellungskosten von den Mieteinkünften abzuziehen. Selbstnutzer machen in ihrer Steuererklärung Sonderausgaben geltend.

Mehr Leistung von der Pflegeversicherung

Bei kleineren Maßnahmen kann auch die Pflegeversicherung in Anspruch genommen werden. Zum Beispiel für eine Rampe vor dem Hauseingang, die Verbreiterung von Türen oder den Einbau eines Treppenlifts. Je nach Kostenaufwand zahlt die Pflegekasse ab 1.1.2015 bis zu 4000 Euro (pro Maßnahme und berechtigter Person; bei Anträgen bis zum 31.12.2014 sind es nur 2557 Euro). Bei entsprechendem Einkommen muss eventuell ein Eigenanteil erbracht werden.
Manchmal gibt es Streit mit der Pflegeversicherung. So musste zum Beispiel die Anschaffung eines elektrischen Bettes gerichtlich geklärt werden. Das Bayerische Landessozialgericht (Az.: L 2 P 66/11) entschied pro Antragsteller.

 

Förderung durch die Bundesländer

Einige Bundesländer stellen Mittel bereit, um den Bau und Umbau barrierearmer bzw. barrierefreier Wohnungen zu ermöglichen. So verbilligt z. B. die L-Bank Baden-Württemberg im Rahmen des „Landeswohnraumförderungsprogramms“ den ohnehin schon günstigen Zins des KfW-Darlehens 159 zusätzlich. Oft ist die Länderförderung in die üblichen Wohnraumförderprogramme integriert.
Selbst wenn die Kosten für den barrierefreien Umbau höher ausfallen als die staatliche Förderung, ist das kein Beinbruch. Am Baugeldmarkt gibt es derzeit 10-jährige Zinsbindungen für unter zwei Prozent, 15-jährige für 2,4 Prozent!       

Beispielfinanzierung

Ein Ehepaar, beide Pflegestufe I, wollen ihr Haus altersgerecht umbauen, damit es in seiner gewohnten Umgebung bleiben kann. Der Umbau soll 2015 stattfinden, sodass die zum 1.1.2015 erhöhten Sätze der Pflegeversicherung beantragt werden können. Die Gesamtkosten für die Maßnahmen belaufen sich auf 40000 Euro. Die Finanzierung wird folgendermaßen gestaltet:
Zuschuss Pflegeversicherung: 2 x 4000 Euro = 8000 Euro.

Die restlichen 32000 Euro werden über das KfW-Programm 159 „Altersgerecht umbauen“ finanziert: Zinsbindung 10 Jahre, Sollzins 1,0 % (eff. 1,0 %), zwei tilgungsfreie Jahre.
Monatliche Belastung: 1.-2. Jahr: 26,67 Euro
Monatliche Belastung: 3.-10. Jahr: 346,98 Euro
Restschuld nach Ablauf der Zinsbindungsfrist: 0 Euro

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