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Platz für einen Garten gibt es immer

08.02.2017

Hecken wirken weniger massiv als Mauern, benötigen aber einige Jahre, um so hoch zu wachsen. Mit Accesoires lassen sie sich wei ein Wohnzimmer im Grünen gestalten (Elho)Auch wenn die Grundstücke immer kleiner werden, wünscht sich doch jeder ein grünes Refugium rund ums Haus, das nicht nur was fürs Auge bietet, sondern Erholung und Entspannung in privater Atmosphäre. Wer einige clevere Planungs- und Gestaltungstricks beherzigt, kann sich auch auf wenig Fläche sein kleines Paradies schaffen. Eine geringere Fläche bietet außerdem die Chance, mit einem begrenzten Budget einen hochwertigen Garten anzulegen.

Erste Regel: Die Gartenplanung sollte idealerweise mit der des Hauses Hand in Hand gehen, so Gartenexpertin Alexandra Zauner vom Betrieb „Freiraum“ aus dem Verband Gärtner von Eden. Architektur und Materialwahl des Hauses, Topografie und Bodenbeschaffenheit des Gartens, Ausrichtung nach den ­Himmelsrichtungen, die Umgebung (Stadt oder Land) und die Klimazone sind wesentliche Faktoren. Diese lassen sich nicht ändern und müssen mit einbezogen werden. Zu beachten sind auch Sichtachsen in die Umgebung, die es lohnt hervorzuheben. Schon zu Beginn der Planung sollte es einen roten Faden geben, der alle Faktoren verbindet und zu einem stimmigen Gesamtkonzept führt.

Den Wohnraum nach draußen erweitern

Beispiel Terrasse: Hier kann man zusammen essen, im Liegestuhl entspannen und mit Freunden feiern. Sie erweitert den Wohnraum und ist somit die erste Verbindung nach draußen. Nicht nur die Anordnung der Terrassentüren im Hausinneren sollte darum für die Lage der Terrasse berücksichtigt werden, sondern Sonnenverlauf, Wind- und Wärmeverhältnisse sollten hier ebenfalls Beachtung finden. Nur so können Planungsfehler und unnötige Bau­kosten vermieden werden. In jedem Fall sollte die Größe des Sitzplatzes zur restlichen Freifläche passen. Behalten Sie also schon hier das Gesamtbild im Blick.

Wie soll der Garten genutzt werden?

Ähnlich wie bei der Planung des Hauses gilt auch für den Garten: Überlegen Sie, wie Sie ihn nutzen möchten! Soll es Platz zum Spielen geben, wollen Sie Obst und Gemüse anbauen oder soll eine Art Wellness-Oase entstehen? Bedenken Sie dabei, dass sich diese Wünsche in Zukunft ändern können.

Um kleine Gärten optisch größer wirken zu lassen, können verschiedene Kniffe eingesetzt werden: Eine Gliederung in verschiedene Bereiche bietet dem Auge Raum zum Wandern, macht Lust zu erkunden, was hinter der nächsten Ecke liegt. Der Garten wirkt dadurch weitläufiger und abwechslungsreicher. Setzen Sie dabei jedoch lieber auf eine kleine Anzahl großer Elemente als auf viele kleine. Wichtig ist dabei eine schlüssige Verbindung der verschiedenen Teile durch Wege, Torbögen und Blickachsen.

Durch den Einsatz von optischen Tricks, durch Perspektiven, Spiegelungen und eine geschickte Farbwahl gelingt es, ein groß­zügigeres Erscheinungsbild zu vermitteln. Der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) em­pfiehlt beispielsweise, im hinteren Bereich eher dunklere, kräftigere Pflanzen einzuplanen, während ­vorne helle Blumen dominieren. Das schafft optische Weite. Mit einem Wechsel zwischen Kies- und Holz­flächen sowie großfor­matigen Steinen können Sie diese Wirkung zusätzlich unterstützen.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, mit der Topografie zu spielen und diese zu verändern, zum Beispiel in Form eines Senkgartens. Das macht den Garten interessant und erzeugt Tiefe. Auch Wege, die dem Grundstück entsprechend angelegt sind, können optisch verbreiternd und verlängernd wirken.

Ausreichenden Sichtschutz Nicht vergessen

Wenn der Nachbar nicht weit ist, sollte der Scihtschutz nicht vernachlässigt werden. Hier werden Bruchsteinmauern mit einem Plattenbelag aus dem gleichen Material kombiniert. (Gärten von Eden)

Wichtig ist in kleinen Gärten zudem ein ausreichender Sichtschutz. Der Abstand zu Nachbarn und öffent­lichen Bereichen ist naturgemäß gering. Mauern und Sichtblenden aus Holz sind schnell errichtet. Hecken und Sträucher brauchen dagegen Zeit, bis sie hoch genug gewachsen sind. Dafür muten sie weniger massiv an. Sie bieten eine attraktive grüne Kulisse und halten Lärm und Wind ab. Außerdem sind sie kostengüns­tiger als eine massive ­Abgrenzung. Auf der anderen Seite bringen sie jedoch einen höheren Arbeitseinsatz mit sich, da sie ­regelmäßig geschnitten werden müssen.

Eine wichtige Grundregel in kleinen Gärten lautet: Der vorhandene Raum darf nicht überfrachtet werden. ­Weniger ist hier mehr. So sollte die Bepflanzung sorgfältig gewählt und nicht zu dicht sein, Gehölze sollten auf eine limitierte Anzahl von Arten mit einem klaren Farbkonzept reduziert werden.

Wo nur wenige Pflanzen Platz finden, empfiehlt es sich, auf ganz­jährige Attraktivität zu setzen: mit schöner Frühjahrsblüte, Früchten im Sommer und toller Herbstfärbung. Fachleute haben noch viele weitere Tipps in petto. Diese professionelle Hilfe zahlt sich immer aus – schließlich erhalten Sie dafür Ihre individuell gestaltete grüne Oase. (aus der Zeitschrift pro Fertighaus 1/2-2017)

BILDERGALERIE - Bitte klicken Sie zur Großansicht auf die Bilder:

Wer gerne mit Freunden grillt und nicht so gerne Rasen mäht reserviert einen guten Teil des Gartens für eine geräumige Terrasse.  (Morsoe)
Schwungvoll rahmt das Kopfsteinpflaster die Holzterrasse aus Sibirischer Lärche ein und bringt so Spannung in die Gestaltung. (Osmo)
Großformatige Platten erwecken den Eindruck von optischer Weite – ein willkommener Effekt in kleinen Gärten. (epr/Betonbild)
Wenn der Nachbar nicht weit ist, sollte der Sichtschutz nicht vernachlässigt werden. Hier wurden Bruchsteinmauern mit einem Platten­belag aus dem gleichen Material kombiniert. (Gärtner von Eden)


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