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Effizienz im Untergeschoss

26.06.2012

Energie sparen ist beim Hausbau Gebot der Stunde. Wenn Neubauten dank dicker Dämmung (und moderner Haustechnik) einen minimalen Primärenergieverbrauch aufweisen, bekommt man von der KfW-Förderbank zinsvergünstigte Baudarlehen. Die Häuser heißen dann KfW-Effizienzhäuser und werden in verschiedene Förderstufen unterteilt (70, 55, 40).

Falls das Untergeschoss bewohnt und damit beheizt werden soll, bedarf auch dieses einer zusätzlichen Wärmedämmung. Denn Beton, Leichtbeton und Mauersteine alleine haben eine zu hohe Wärmeleitfähigkeit beziehungsweise eine zu geringe Wärmedämmleistung. Auf diese Weise lassen sich auch die Anforderungen der Energie-Einsparverordnung (EnEV) fürs Gesamtobjekt rechnerisch leichter erfüllen.

Weil sich erstens die größere beheizbare Fläche in der Rechnung positiv auswirkt. Zweitens gibt es, wenn sich die Heizungsanlage und die Heizleitungen innerhalb des wärmegedämmten Bereichs befinden, hinsichtlich der anzusetzenden Wärmeverluste eine Art Rechen-Bonus in der Größenordnung von 15 bis 20 Prozent. Natürlich muss die gesamte Kellerdämmung EnEV-gerecht geplant und sorgfältig ausgeführt werden.

Dabei kommt einer möglichst wärmebrückenfreien Konstruktion höchste Priorität zu. Und zwar bis hinunter zu den Fundamenten, die bei entsprechend hohem Dämmniveau der Außenwände ebenfalls zu dämmen sind. Wichtig dabei: Der Dämmstoff unter Fundament und Bodenplatte muss im Hinblick auf seine statischen Eigenschaften dafür bauaufsichtlich zugelassen sein. Namhafte Fertighaus- und kellerfirmen garantieren das.  



Das Maß des Wärmeschutzes wird beziffert durch den Wärmedurchgangskoeffizienten, genannt U-Wert. Dabei gilt: Je kleiner dieser Wert, der die Einheit Watt pro Quadratmeter mal Kelvin hat (W/m²K), desto besser die Dämmwirkung. Mit Standard-U-Werten unter 0,2 und Best-Werten bei 0,1 erfüllen Fertighauswände die Vorgaben der EnEV spielend.

Für Wohnkeller gelten im Prinzip dieselben Vorgaben wie fürs Wohn-Haus. Allerdings sind die Vorgaben für Bauteile unter der „wärmenden Erde“ nicht so streng. Es ist jedoch wenig sinnvoll, ein extrem wärmegedämmtes Haus mit einem schwach gedämmten Keller zu bauen. Zwar sind mit aufwendiger Haustechnik samt Wärmerückgewinnung die Vorschriften rechnerisch zu erfüllen, aber in der Praxis wird wertvolle Heizenergie durch nur mäßige Wärmedämmung vergeudet. Es gilt, Haus und Keller als Gesamtobjekt zu sehen und gleichmäßig gut zu dämmen.

Klassischer Wärmeschutz für Kelleraußenwände: Perimeterdämmung aus Polystyrol in Verbindung mit der Bodenplattendämmung. Foto: BürkleDämmung: außen, innen oder dazwischen?
Im Kellerbereich gibt es prinzipiell drei unterschiedliche Dämmlösungen: die Außendämmung (Perimeterdämmung), die Innendämmung und bei Beton-Fertigteilkellern die sogenannte Kerndämmung im Inneren der Wand. So oder so: Die namhaften Kellerbauer sind inzwischen in der Lage, Keller mit jedem realitätsnah vorgegebenen U-Wert zu errichten. Einen Hinweis auf die Qualität und Leistungsfähigkeit des Kellerbauers gibt dem Bauherrn das offizielle RAL-Gütezeichen für Kellerbau, das allerdings nur wenige Firmen aufweisen können.

Welchen Wärmedämmwert beispielsweise die Kellerwand oder die Bodenplatte genau haben muss, lässt sich pauschal nicht beantworten. Die Verordnung gibt hierzu lediglich Rahmenvorgaben für das rechnerische Zusammenspiel vieler Faktoren in den Bereichen Dämmung und Heizung. Also können unterm Strich beim konkreten Gebäude durchaus jeweils andere U-Werte herauskommen. Über den maximal zulässigen Werten dürfen sie selbstverständlich nicht liegen.

Klar ist: Je geringer der Energieverbrauch eines Hauses sein soll, desto dicker wird in aller Regel die Dämmung ausfallen. So liegen die Außenwanddicken in der Praxis  bei 40 Zentimetern. Je nach Dämm- und damit Wandstärke der Haus- und Kelleraußenwände kann es Schwierigkeiten geben, diese in Sachen Statik und Bündigkeit passend aufeinander zu setzen. Als „Notlösung“ müsste man dann an der Übergangsstelle Haus zu Keller die Dämmung minimieren – mit der Folge, dass genau an dieser Schnittstelle eine Wärmebrücke entstehen kann.

Eine durchgängige, energetische Gesamtplanung ist sehr wichtig. Das ist in aller Regel gewährleistet, wenn die Hausbaufirma Haus und Keller „aus einer Hand“ anbietet. Bei Fertighausfirmen wie Fingerhut, Schwörer und Weberhaus zum Beispiel, hat sich das bewährt. Sicherheit geben dem Bauherrn auch feste Kooperationen von Fertigkelleranbietern und Fertigkellerbauern. Denn in dieser Konstellation lassen sich abgestimmte, gute konstruktive Lösungen erarbeiten und standardisieren.

Die Umsetzung vor Ort ist das Entscheidende
So wichtig wie eine richtige und durchgängige Planung ist natürlich auch die gewissenhafte Ausführung aller Wärmedämm-Maßnahmen. Weil die Baubehörden nur die von der EnEV geforderte Rechnung auf Papier, nicht aber die Umsetzung vor Ort prüfen, muss sich der Bauherr auf die saubere Arbeit der Firmen verlassen (können). Indes: die großen Fertigbauverbände: Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) und Deutscher Holzfertigbauverband (DHV) und deren Gütegemeinschaften haben ein wachendes Auge darüber.




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