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Keller ja oder nein?

27.05.2014

Ein „richtiges Haus” braucht einen Keller. So denken viele Bauherren, vor allem in Süddeutschland. Und es spricht tatsächlich so einiges für das Geschoss untendrunter.

Fertigkeller werden maßgenau als Beton-Fertigteile im Werk vorgefertigt und innerhalb kürzester Zeit aufgebaut. Die Teile schließen millimetergenau an die übrigen Teile des Bauvorhabens an. (partnerbau.de)Der Grundstückspreis:
Wo der Baugrund besonders teuer ist – also in Ballungsgebieten – kann es letztendlich günstiger sein, einen Keller für Nebenräume einzuplanen, als diese an anderer Stelle auf dem Grundstück unterzubringen. Denn: Egal, ob es sich um einen Anbau handelt oder um ein frei stehendes Lager irgendwo auf dem Grundstück – es wird wertvoller Baugrund verbraucht. Ebenso wie das Erdgeschoss zu „wertig“ ist, um dort einen Technik- oder Abstellraum unterzubringen.

Regionale Tradition:
Vor allem im Süden der Republik gehört ein Keller einfach dazu. Hier rentiert sich die Investition ins (teure) Untergeschoss richtiggehend, denn durch den Keller wird nicht nur das Grundstück optimal ausgenützt, sondern auch der Wiederverkaufswert des Hauses gesteigert.

Lage:
Handelt es sich bei dem vorgesehenen Bauplatz um ein Hanggrundstück, bietet es sich geradezu an, einen Keller mit einzuplanen. Denn durch die Hanglage kann hier ein weiteres, attraktives und vollwertig nutzbares Geschoss entstehen: mit Blick zum Tal im vorderen Bereich und geschickt im hinteren Bereich platzierten Nebenräumen und Erschließung.

Nutzung:
Ein moderner, trockener Keller hat wenig mit den muffigen und schimmelanfälligen Lagerstätten von einst zu tun. Und ist viel zu schade, um lediglich als Lagerstätte für aussortierte Kindersachen und saisonal benötigte Sportgeräte zu dienen. Ein beheizter Kellerraum bietet vielfältig nutzbare zusätzliche Fläche, von der es ja fast nie genug geben kann. Hier lassen sich sowohl ein Home-Office als auch ein Gästebett unterbringen oder es kann eine Werkstatt betrieben werden. Endlich findet sich die geeignete Fläche für den Aufbau und das Bespielen der Carrera-Bahn.

Geräuschintensive Hobbies wie Trompete oder Schlagzeug spielen, lassen sich wunderbar im von den Wohnräumen getrennten Untergeschoss ausüben. Wenn eine solche geräuschintensive Freizeitbeschäftigung bereits in der Planungsphase bekannt ist, empfiehlt es sich natürlich, von Anfang an einen entsprechenden Schallschutz einzuplanen. Auch ein Fitnessraum ist im Untergeschoss gut aufgehoben.

Das modulare „Climateq“-Kellersystem von Bürkle funktioniert nach dem Baukastenprinzip und bietet, je nach Bedarf, unterschiedlichste Kombinationsmöglichkeiten.

Statik:
Die Kellerwände bilden das ideale „Fundament” für die darüberliegenden Außenwände, die Grundfläche des Kellers sollte also auch der des darüberliegenden Erdgeschosses entsprechen. Eine lediglich teilweise Unterkellerung, um Geld zu sparen, ist wenig ratsam: So entstehen unterschiedliche Gründungssituationen, die statische Probleme mit sich bringen können.

Rundum gedämmt:
Kellerräume verfügen durch das umgebende Erdreich bereits über eine natürliche Dämmung. Trotzdem müssen Bodenplatte und Kellerwände gedämmt werden, wenn der Keller beheizt wird. Da das Haus so über eine vollständig gedämmte Hülle verfügt, ist keine Dämmung der Kellerdecke mehr nötig. Auch werden energetische Probleme innerhalb des Hauses, verursacht durch die Treppe ins Untergeschoss, vermieden.

Ungedämmt als Lagerraum:
Ein Keller, der als Lagerraum aller Art, zur Aufbewahrung von Lebensmitteln und womöglich als Pelletlager dient, muss nicht gedämmt und mit Heizung ausgestattet sein.

Stufenweiser Ausbau:
Ein stufenweiser Ausbau, angepasst ans Budget, ist möglich. Dies muss nur von Anfang an in die Planung einbezogen werden – z.B. die Anbindung an Heizung und Versorgungsleitungen für ein weiteres Bad oder eine Sauna. Soll der Keller später als Aufenthaltsraum ganz oder teilweise genutzt werden, muss er in die genehmigte Bruttogeschossfläche einbezogen sein. Und den Vorschriften der jeweiligen Landesbauordnung in Hinblick auf Raumhöhe, natürliche Belichtung und Belüftung entsprechen.

Herstellungskosten:
Beim Bau eines Kellers muss man genau kalkulieren, um keine unangenehmen Überraschungen zu erleben. Aber auch oberirdischer Lagerraum kostet Geld. Die Kosten sollten exakt gegenübergestellt werden. Das Ausheben einer „normalen” Baugrube kann teilweise sogar in Eigenleistung erbracht werden. Aushub und Entsorgung des Erdreichs müssen sorgfältig kalkuliert werden, zur Erstellung der Kellerwände kommt noch die Bauwerksabdichtung dazu. Fertigkeller liegen bei den Kosten zwar in der Regel etwas höher als ein vor Ort erstelltes Untergeschoss, aber es gibt seltener Probleme mit Bauschäden.

Schwieriger Baugrund:
Es gibt Baugründe – vor allem hoch stehendes Grundwasser oder drückendes Wasser – die Schwierigkeiten beim Kellerbau bereiten können. Aber hier gibt es Abhilfe in Form von besonderen technischen Lösungen.

Nachrüstung:
Vieles lässt sich durch Um- und Anbauten verändern. Aber ein nachträglicher Kellereinbau ist nicht möglich. Daher sollte der Verzicht auf einen Keller sehr gut überlegt sein.


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