Dachformen
Das Dach als so genannte „fünfte Fassade“ prägt den Gesamteindruck eines Hauses. Zwar dominiert noch immer das Satteldach, doch andere Formen, wie etwa das Pultdach, sind auf dem Vormarsch. Wir stellen verschiedene Dachformen vor.
Verpassen Sie bloß nicht Ihrem Haus einfach ein Irgendwie-Dach. Das kann ganz schön daneben gehen. Und denken Sie daran, dass die Haushülle nicht schon unterhalb der Traufkante aufhört. Leider achten zu viele Bauherren nur allzu oft hauptsächlich auf die Fassadenerscheinung – was auf dem Dach liegt, scheint unwichtig zu sein.
Falsch gedacht! Denn es ist schon verblüffend, wie Dächer das Gesamtbild eines Gebäudes prägen können. Das beginnt bei der Dachform und endet bei der Farbe. Charaktervolle Häuser entstehen dann, wenn Stil und Form zusammenpassen, Struktur und Fläche. Dabei ist nicht ausschließlich gelungen, was trendig ist. Traditionelle und historische Bauweisen verlangen ebenso eine fein abgestimmte Dachform sowie -eindeckung.
Das Mansarddach stammt aus der Barockzeit und wirkt auch so; es handelt sich praktisch um ein zweigeteiltes Satteldach mit unterschiedlichen Neigungen.
Ziel dieser Dachform sind hellere Räume; die untere, steilere Dachhälfte ist von Gaubenfenstern durchbrochen. Gauben vergrößern den Wohnraum und sorgen für Ausblicke. Durch ihre differenzierte Form sind diese Dächer aufwändiger in der Herstellung und entsprechend teuer. (Foto: Nelskamp)
Das Satteldach ist am weitesten verbreitet. Es ist eine zeitlose und bewährte Dachform, die zudem oft in Bebauungsplänen verbindlich vorgeschrieben ist.
Sie ist relativ kostengünstig und bietet viele Gestaltungsvarianten von der schön-schlichten Grundform bis zum „durchlöcherten“ Gaubendach. Wichtig für die Bewohnbarkeit des DGs: möglichst hoher Kniestock. (Foto: Erlus)
Das Pultdach ist vor allem bei jungen Bauherrschaften beliebt und wird zur Zeit auch in immer mehr Bebauungsplänen zugelassen. Es ist eine ebenfalls einfache, leicht auszuführende Form, da sie nur aus einer Schräge besteht. Vor allem wenn im Bebauungsplan nur eine Traufhöhe und 1 1/2-Geschossigkeit vorgeschrieben sind, ist das Pultdach eine gute Alternative zum Satteldach. Da eine gute Belichtung der Dachgeschoss-Räume (besonders bei zwei versetzten Pultdächern) gegeben ist, erfreut sich dieses Dach immer größerer Beliebtheit.(Foto: Braas)
Vom Flachdach spricht man bei einer Dachneigung von 0 bis 10 Grad. Diese Dachform polarisiert die Gemüter, seit es in den 20er Jahren den Ton angab; im Unterschied zu Deutschland ist es in Österreich weit verbreitet (v.a. Vorarlberg). In den 60/70er Jahren galt es als problematisch wegen Ableitung von Regenwasser und Feuchte; heute gibt es bei einer sauberen Ausführung aber keine Probleme. Es bildet vor allem einen eleganten Abschluss moderner Architektur nach oben und kann als hochwertige Terrassen- und Gartenfläche genutzt werden. (Foto: Schwörer)
Ein Zeltdach besteht aus (mind. drei) gegeneinander geneigten Dachflächen, die in eine Spitze zusammenlaufen. Beispiele dafür sind Dächer auf Türmen. Diese Dachform wird fast ausschließlich für gleichseitige, drei- oder mehreckige Häuser verwendet. Zeltdächer bieten eine gute Ausnutzung der Dachfläche. Bei mittig liegendem Treppenhaus kann die Belichtung über ein Oberlicht auf der Spitze des Daches gewährleistet werden. (Foto: Creaton)
Das Walmdach gehört zu den ältesten bekannten Dachformen und besteht aus vier geneigten Dachflächen, während die Giebel fehlen. Mit Gauben können weitere Akzente gesetzt werden. Durch diese Konstruktion ist das Haus sehr gut geschützt, allerdings verkleinert sich die nutzbare Fläche im Innenraum.
Das Krüppelwalmdach stellt nun eine Kombination aus den Vorteilen von Sattel- und Walmdach dar. Hier sind nur die Giebelspitzen geneigt und die Traufhöhe hochgesetzt. So ergibt sich eine optimale Schutzfunktion des Dachs und gleichzeitig eine gute Nutzbarkeit des Dachgeschosses. Außerdem ist eine gute Belichtung über die Giebelseiten möglich. (Fotos: Braas, Laumans)




