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Hausbau mit Holz

30.05.2014

Holz ist ein Allroundtalent unter den Baustoffen: Es verbindet hohe Festigkeit mit einem relativ geringen Gewicht, lässt sich leicht verarbeiten und gut mit anderen Baustoffen kombinieren. Als nachwachsender Rohstoff bietet es eine günstige Ökobilanz, insbesondere wenn es aus nachhaltiger Forstwirtschaft auf kurzen Transportwegen in die Verarbeitung und zum Verbraucher gelangt. Bäume speichern während ihres Wachstums zudem das klimaschädliche Treibhausgas CO2. Ein Holzhaus ist somit ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz.

1. Holzmassivbau
Foto: MassivholzmauerAuch mit Holz lässt sich massiv bauen.Im Gegensatz zur Leichtbauweise, wo mit Tafeln beplankte Pfosten und Riegel für die Lastabtragung und die Aussteifung des Gebäudes verantwortlich sind, werden bei der massiven Bauweise großformatige, massive Holzplatten eingesetzt. Diese Massivbauelemente bestehen aus Sägeprodukten wie Brettern, Bohlen oder Kanthölzern, welche miteinander vernagelt, verschraubt, verbolzt oder verleimt sind und so große Wand-, Decken- oder Dachbauteile mit vollen Querschnitten bilden. Diese können maschinell bearbeitet und auch gebogen oder verwunden werden.

Je nach dem, wie dick diese massive Holzkonstruktion ist, müssen die Außenbauteile mit einer zusätzlichen Dämmung versehen werden und einer vor der Witterung schützenden Fassade – wie auch bei massiven mineralischen Baustoffen üblich. Im Gegensatz zu den meisten Holzleichtbauweisen ist beim massiven Holzwandaufbau in der Regel keine Dampfbremse oder -sperre notwendig. Aufgrund ihrer hohen Masse verfügen massive Holzbauten auch über eine hohe Wärmespeicherkapazität.

2. Holzblockbau
Foto: MassivholzmauerDie Blockbauweise gehört zu den ältesten Konstruktionsweisen. Sie gilt als Inbegriff des naturnahen, urwüchsigen Bauens und Wohnens. Hier bestehen die Wände aus Holzbohlen oder Kanthölzern, die horizontal übereinander geschichtet werden, und verbunden durch ein- oder mehrfache Nut- und Feder-Verbindungen zur flächigen, vertikalen Lastabtragung dienen. Die Ecken sind über eine Verkämmung der rechtwinklig anliegenden Bohlen oder Stämme miteinander verbunden.

Trotz Trocknung der Hölzer müssen beim Blockbau besondere Vorkehrungen getroffen werden, damit durch Setzverhalten oder Schwund keine Wärmebrücken (z.B. undichte Stellen) und daraus resultierend hohe Wärmeverluste oder gar Bauschäden entstehen. Vor allem seit der Verschärfung der Energieeinsparverordung der letzten Jahre setzen sich aus energetischen Gründen auch im Blockbau mehrschichtige Wandaufbauten durch, die aus zwei Blockwänden mit zwischenliegender Dämmung bestehen. So bleibt die ursprüngliche rustikale Erscheinung erhalten, die Dichtigkeit und die Wärmedämmung werden aber wesentlich verbessert.

3. Holzskelettbau
Foto: Huf-HausAus dem klassischen Fachwerkbau entwickelte sich der moderne Holzskelettbau. Charakteristisch ist die filigrane, in einem relativ großen Raster geordnete Tragstruktur aus Stützen und Trägern. Der Stützenabstand beträgt bis zu fünf Metern. Die Stützen reichen dabei zumeist über mehrere Geschosse hinweg. Die Aussteifung wird über diagonale Holzteile oder Stahlverspannungen, über massive Ausfachungen oder z.B. Treppenhauskerne erreicht. Innerhalb der tragenden Holzskelett-Struktur ist die Grundrissgestaltung sehr flexibel und individuell. Wände können auch später problemlos versetzt werden. Je nach dem, welches Material man für die Ausfachung des Tragwerkes verwendet, sind sehr transparente oder auch geschlossene Wohnbereiche im Haus möglich. Obwohl Konstruktion und Planung nicht an ein Raster gebunden sein müssen, ist es wirtschaftlicher, eines festzulegen. Dieses muss nicht identisch mit dem Ausbauraster sein.

 4. Holzrahmenbau
Foto: Bundesverband deutscher FertigbauDer Holzrahmenbau – man kann ihn als Vorstufe des Holz-Fertigbaus bezeichnen – ist ein Re-Import aus Nordamerika. Er entwickelte sich aus der traditionellen Fachwerkbauweise der europäischen Einwanderer und wird dort als „Timber-Frame“ bezeichnet. Holzrahmenbauten bestehen aus einem Traggerippe von Hölzern mit möglichst gleichen Querschnitten, die in der Regel mit Holzwerkstoffplatten flächig beplankt werden. Diese Decken-, Dach- und Wandtafeln sind in allen Richtungen belastbar und wirken gleichzeitig aussteifend. In die Hohlräume zwischen den Holzrahmen wird die Wärmedämmung eingelegt, sodass tragende Konstruktion und Dämmung in einer Ebene liegen. Dadurch entsteht ein multifunktionales Bauteil, das statische und bauphysikalische Funktionen übernimmt. Das Konstruktionsraster beträgt im Regelfall 62,5 cm und reicht bis 100 cm. Die Industrie hat ihre Plattenmaße darauf abgestimmt. Mit der Holzrahmenbauweise – hauptsächlich praktiziert von Zimmereibetrieben – sind beliebige Grundrisse möglich.

5. Holztafelbau
Foto: Bundesverband deutscher FertigbauDer moderne Holztafelbau, wie er heute von den meisten Holzfertighausanbietern in individueller Ausprägung angeboten wird, entstand aus dem Holzrahmenbau. Der moderne Holztafelbau punktet jedoch mit einem weit ausgeprägteren Vorfertigungsgrad. Hier werden die Elemente u.a. mit eingebauten Fenstern und Türen sowie zumeist mit fertiger Fassaden- oder Innenwandbekleidung zur Baustelle gebracht und dort in kürzester Zeit „nur noch zusammengesetzt“. Auch die Haustechnik ist in der Regel schon weitgehend in die Fertigteile integriert. Die Vorteile für den Bauherrn liegen auf der Hand: hohe Bauqualität durch kontrollierte Fertigung im Werk bei immer gleichbleibenden Bedingungen, eine kurze Bauzeit und umfangreiche Herstellergarantien. Wurden in den Anfangsjahren vorwiegend Typenhäuser ohne große Änderungsmöglichkeiten gebaut, liefert die Fertighausindustrie heute in erster Linie individuell geplante Einfamilienhäuser in allen Komfort- und Energieeffizienzklassen.

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PDF-Download: "Holz-Info"

Weitere Informationen zu "Hausbau mit Holz"
finden Sie auch in der Zeitschrift "bauen 4/5-2014" »»