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Was eine Fertigbau-Wand ausmacht

13.12.2011

Das Tragwerk der üblichen Fertighauswand besteht aus Holzständern, die in der Regel im Abstand von 62,5, manchmal auch 81,5 Zentimetern angeordnet sind. Mit sogenannten Fuß- und Kopfriegeln werden diese Ständer zu einer Rahmenkonstruktion verbunden (mit unterschiedlichen Namen: Holzfachwerk-, Ständer- oder Holzrahmenkonstruktion).

Eine übliche Fertighauswand aus einer massiven<br />
Holzständerkon­struktion mit dazwischenliegender Mineralfaserdämmung.<br />
Außenseitig eine durchgehende Dämmschicht aus Hartschaumplatten – oder<br />
wie in diesem Fall Holzfaserplatten – als Putzträger.

Besonderheit dieser Wand ist die innenliegende 50 mm starke Schicht aus speziellen Hoch­lochziegeln: Wärmespeicherung und Feuchtepufferung sorgen für ein optimales Raumklima. Eine Dampfbremse verhindert das Ein­dringen von Feuchte in die Dämmung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei manchen Herstellern wird die Verbindung der Hölzer seit geraumer Zeit nicht mehr genagelt, sondern heiß geklebt – nach Expertenaussagen weitaus stabiler. Dieser Holzrahmen wird durch eine Beplankung mit großformatigen Holzwerkstoffplatten ausgesteift. Als Material kommen hier die bewährten Spanplatten, mehrschichtige Bauplatten oder OSB-Platten infrage. Solche Platten sind in der Regel  Isocyanat-, PU- oder auch zementgebunden und damit emissionsfrei.

Die Platten übernehmen auch einen Teil des Schallschutzes. Je dichter das Material (je schwerer), umso besser ist der Schutz. Gipfsfaserplatten und zementgebundene Spanplatten haben hier klare Vorteile. Ebenso günstig wirkt sich natürlich eine Vormauerung oder Verklinkerung der Außenwand aus. Diese schweren Materialien übernehmen neben dem Schallschutz auch gleich  Wärmespeicherfunktion.

Deutlich zu sehen, dass die Leitungen in der raumseitigen Installationsebene noch vor der Dampfbremse liegen. Dadurch wird verhindert, dass diese beim eventuellen Verlegen neuer Leitungen beschädigt wird und Raumfeuchte in die Dämmung eindringt.Auch Klinkerwände sind möglich:<br />
Als wenige Zentimeter dicke Riemchen (statt Putzfassade) oder mit echter Vormauerung und Hinterlüftung wie hier gezeigt. Auf die durchgehende außenseitige Dämmung  und die Dampfbremse wird auch hier nicht verzichtet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es gibt auch spezielle Wandkonstruktionen, welche die Vorteile der Holzverbundbauweise sowie der Massivbauweise kombinieren. So besitzt die Holz-Ziegelwand von Elk/Bien-Zenker innenseitig eine 50 Millimeter starke Schicht aus Hochloch-Ziegeln, die für ein optimales Raumklima, Feuchtigkeitsregulierung, Wärmespeicherung und Schallschutz sorgen soll.

Die tragende Holzkonstruktion wird ergänzt durch die Wärmedämmung im Holzrahmen (Gefache). Rund 20 Zentimeter  sind im Fertigbau heute üblich – plus Wärmedämm-Verbundsystem auf der Außenseite der Wand. Insgesamt erreichen die Wände so eine Stärke von biszu 40 Zentimetern. Neben den Mineralfasermatten setzen viele Hersteller inzwischen auch Holzfaserdämmplatten oder sogar  Kork und Zellulose ein.

Kontrollierte Lüftung ist  im modernen Haus Pflicht
Zum Schutz der Dämmung gegen eindringende Feuchte wird eine Dampfbremse/sperre – meist eine Folie – eingesetzt. Als Alternative werden vereinzelt auch sogenannte diffusionsoffene Wände ohne Sperre angeboten. Bei entsprechendem Wandaufbau ist dies möglich, muss aber technisch und rechnerisch genau geprüft werden. Es genügt nicht, einfach die Folie wegzulassen! In jedem Fall sollte aber zur Feuchtigkeitsabfuhr regelmäßig gelüftet werden.
Es gibt zwar noch immer massive Blockbohlenwände, doch ohne Dämmung kommen sie meist nicht mehr aus. Deshalb werden zweischalige Blockbohlenkonstruktionen verwendet, bei denen die Bohlen auf sechs bis zwei Zentimeter Stärke „geschrumpft“ sind.   Gipsfaserplatten (hier hinter der hinterlüfteten Holzfassade) dienen der Aussteifung der Konstruktion und dem Feuchteschutz. Nach innen folgt hinter der Dämmebene eine  Dampfbremse und eine gedämmte Installationsebene.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diffusionsoffene Wände sind da keine Alternative, denn auch sie müssen der Energieeinspar-Verordnung (EnEV) genügen und sogar möglichst luftdicht sein. Deshalb werden heutige Häuser eigentlich immer mit einer kontrollierten Lüftungsanlage ausgestattet. Beim Lüften geht dann kaum Heizenergie verloren, und es ist immer frische Luft im Haus.

Um den Effekt der Wanddichtigkeit durch Installationen nicht zu zerstören, erhalten Fertighauswände mittlerweile übrigens häufig sogenannte Installationsebenen. Hier wird auf der Rauminnenseite eine weitere dünnere, gedämmte Holzkonstruktion vorgesetzt, in der alle Installationsleitungen, Steckdosen und Wasseranschlüsse verschwinden. So wird die Haupt- Wand auch beim Bohren und Dübeln nicht beschädigt.   


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