bautipps.de Das Fertighaus- und Massivhaus-Portal

Was moderne Fenster leisten

11.10.2010

Fenster machen Räume hell und wohnlich. Sie prägen auch das Erscheinungsbild eines Hauses maßgeblich. Was moderne Fenster in puncto Energieeinsparung leisten, erfahren Sie hier.

Gute Aussichten fürs Energiesparen
An der Fensterfront gibt es noch viel zu tun, wie aus dem Schaubild hervorgeht. Foto: Veka Energie sparen ist das Gebot der Stunde: Das ist nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll. Steigende Energiepreise und verschärfte gesetzliche Vorgaben im Zuge der Energieeinsparverordnung verstärken den Trend zu immer besser dämmenden Bauweisen und Konstruktionen. Hier spielen auch verglaste Flächen eine zentrale Rolle. Denn Transparenz wird bei Bauherren und Renovierern großgeschrieben. Glasfronten nach Süden kommen dem Wunsch nach mehr Helligkeit in den Räumen und nach Aussicht in Garten und Landschaft entgegen.

Umso wichtiger ist es, dass Gläser und Rahmen sehr gute wärmedämmende Eigenschaften besitzen. Aber auch in denkmalgeschützten Gebäuden, bei denen die Fensterformate beibehalten werden müssen, kann der – stilgerechte – Austausch von alten Fenstern erhebliche Einsparungen bringen.

Gerade im Bereich Fenster schlummert ein großes Energiesparpotenzial: Der Bestand an Fenstern in Europa wird nach den Angaben des Verbandes der Fenster- und Fassadenhersteller (VFF) auf ca. 3,3 Milliarden Fenstereinheiten geschätzt. „Einen großen Anteil an der Energieverschwendung tragen dabei die rund 2,2 Milliarden veralteter Fenster von vor 1995, die schnellstmöglich gegen moderne, energieeffiziente Wärmedämmfenster ausgetauscht werden müssten“, erläutert Ulrich Tschorn, Geschäftsführer des VFF. Auch wenn man die Maßstäbe nicht ganz so streng anlegt, bleibt immer noch eine riesige Zahl an zu ersetzenden Fenstern.

Das Drei-Scheiben-Fenster "Thermico" aus faserverstärktem Werkstoff mit Dämmfüllungen erhielt eine RAL-Gütezeichen. Foto: WeruHeutige Fenster sind High-Tech-Produkte
Die Hersteller haben das Produkt Fenster kontinuierlich weiterentwickelt. Stand der Technik sind Wärmeschutzfenster mit zwei oder drei Glasscheiben, die in einem gewissen Abstand staub-, luft- und feuchtigkeitsdicht miteinander verbunden sind.

Die Scheibenzwischenräume sind mit Edelgasen wie Krypton oder Argon gefüllt. Dadurch verbessern sich die Wärmedämmeigenschaften.

Zusätzlich werden die Scheibeninnenseiten mit einer hauchdünnen, unsichtbaren Metallbeschichtung versehen. Diese Beschichtung lässt die Sonnenstrahlen weitgehend durch, reflektiert aber die Wärmestrahlung von innen. Bei den Rahmenmaterialien haben Bauherren und Renovierer eine große Auswahl.

Neben dem Klassiker Holz gibt es Alu- und Kunststoffrahmen, dazu die Kombinationen Holz/Alu Holz/Kunststoff und Alu/Kunststoff. Außer bei Holz weisen die Rahmenprofile Hohlräume mit mehreren Kammern auf, um die Wärmedämmeigenschaften zu verbessern. Zum Teil werden diese Hohlräume zusätzlich mit einer Wärmedämmung gefüllt.

Warme Kante: Randverbund besser gedämmt
Diese Holz-Fenster mit Aluminium-Schale erreicht Passivhaustauglichkeit unter anderem durch die in den Holzrahmen integrierten Luftkammern. Foto: KneerDamit nicht nur die Glasscheiben einen guten U-Wert aufweisen, sondern auch das ganze Fenster, ist der Verbund der Glasscheiben von entscheidender Bedeutung. Ein Abstandhalter sorgt dafür, dass der vorgegebene Scheibenzwischenraum dauerhaft eingehalten wird. Eine umlaufende Abdichtung schottet den Zwischenraum ab.

Üblicherweise werden Hohlkammerprofile aus Aluminium als Abstandhalter verwendet. Aluminium leitet jedoch die Wärme sehr schnell weiter, es hat einen hohen Wärmeleitfähigkeitswert und wird so zur Wärmebrücke. Um die so entstehenden Wärmeverluste zu vermeiden, werden inzwischen andere Materialien als Abstandshalter verwendet.

Zum Beispiel Profile aus Edelstahl, aus verschiedenen Kunststoffmischungen, Struktursilikonschaum und anderen. Diesen wärmetechnisch verbesserten Randverbund von Isolierglas bezeichnet man als „Warme Kante".

Bei der Konstruktion der Fenster gilt es zwei physikalische Größen zu beachten, die in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen: Den Wärmedurchgangskoeffizienten, U-Wert genannt, und den Energiedurchlassgrad, den so genannten g-Wert. Je niedriger der U-Wert, desto geringer der Wärmeverlust, umso geringer aber auch der g-Wert.

Damit durch Fenster nicht nur Wärme verloren geht, sondern auch Energiegewinne erzielt werden können, müssen U-Wert und g-Wert in einem guten Verhältnis zueinander stehen. Die passiven solaren Energiegewinne spielen eine wichtige Rolle bei der Erstellung der Energiebilanz eines Hauses.

 

Beim Einbau der Fenster ist auf das Anbringen einer dichten Außen- und Innenfuge zu achten. Foto: VekaWichtig: Die sehr guten Wärmeschutzeigenschaften moderner Fenster kommen nur wirksam zum Tragen, wenn sie sachgemäß eingebaut werden. Sie müssen wärmebrückenfrei an die Wände angeschlossen werden, aber auch das Problem Winddichtigkeit bzw. Feuchtigkeit über eine innen andersartig als außen ausgeführte Fugenabdichtung im Griff haben.

Bei der Planung der Fenster sollte auch überlegt werden,ob diese mit Rollläden oder Jalousien ausgerüstet werden sollen. Diese helfen nicht nur Wärmeverluste zu vermeiden, sondern schützen auch vor Überhitzung.


anzeigen