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Gesund bauen? Aber natürlich!

12.10.2011

Naturmaterialien an den Wänden sorgen für ein wohngesundes Raumklima. (Schöner leben. Mit Kork.)Wie lange halten Baustoffe eigentlich? Wie viel Energie wird zu ihrer Herstellung benötigt? Und lassen sie sich später einmal recyceln? Darüber hinaus werden Fragen nach der Wohngesundheit immer drängender. Fragen, die sich heutzutage jeder verantwortungsbewusste Bauherr stellen sollte. Und wer nachhaltig bauen möchte, muss darauf seine individuellen Antworten finden.

Ursprünglich kommt der Begriff „nachhaltig“ aus der Forstwirtschaft. Er steht dafür, dass die Wälder durch Holzeinschlag nur in dem Maße genutzt werden sollen, wie die Bestände sich aufgrund von natürlichem Nachwachsen regenerieren können. 

In der heutigen Zeit wird der Begriff für alle Bereiche des täglichen Lebens verwendet. Denn alles, was wir konsumieren wird mit einem gewissen Energieaufwand hergestellt, transportiert eventuell in Stand gehalten und irgendwann entsorgt – und sollte bei diesem Kreislauf einen möglichst geringen „Fußabdruck“ hinterlassen.

Auch unter gesundheitlichen Aspekten nehmen Bauherren ihre Baustoffe zunehmend kritisch unter die Lupe. Denn sie möchten sichergehen, dass sie sich und ihre Familie nicht durch gut Gemeintes aber falsch Gewähltes unnötig schädlichen Einflüssen aussetzen.

Beides, ökologische und biologische Ansprüche führen viele Verbraucher bei der Wahl von Baustoffen wieder zu natürlichen Materialien. Sie weisen oftmals einen wesentlich geringeren Energieeinsatz bei der Produktion auf, werden meist nicht nur mit einem erheblichen Anteil erneuerbarer Ressourcen und der Minimierung des Wasserverbrauches und Abfalls hergestellt, sondern oft auch noch unter der Berücksichtigung ethisch korrekter sozialer Standards.

Das führt dazu, dass meist auch gesundheitliche Aspekte einen hohen Stellenwert genießen: bei der Produktion ebenso wie beim Einbau und der Nutzung. Bei vielen natürlichen Baustoffen erwirbt man neben der Gesundheit auch ethische Werte wie Gerechtigkeit gleich mit dazu.

Das macht Naturbaustoffe heutzutage so attraktiv. Die entsprechend wachsende Nachfrage hatte in den vergangenen Jahren den Effekt, dass auch immer mehr konventionelle Hersteller einen steigenden Wert auf Nachhaltigkeit und Gesundheit legen. Es gibt aber weder für Ökologie noch Biologie verbindliche Orientierungs- oder Grenzwerte, die Bauherren bei der Entscheidung wirklich helfen.

Nachhaltigkeit ist momentan noch relativ. Grob kann man sagen: Je länger die Lebenserwartung eines Baustoffes ist und je weniger Energie für seine Herstellung und Instandhaltung verbraucht wird, desto nachhaltiger ist er. Wer also seinen Hausbau unter dem Aspekt der ökologischen Nachhaltigkeit betrachten will, muss bei der Wahl jedes einzelnen Baustoffes diesen Produktkreislauf durchleuchten. Ein enormer Aufwand.

Helfen können Datenbanken im Internet, wie zum Beispiel www.nachhaltiges-bauen.de, in denen viele „Hauszutaten“ aufgeführt werden.

Ebenso, wenn nicht noch schwieriger, verhält es sich bei der Wohngesundheit: Wer natürlich gesund bauen und wohnen will, der kommt nicht umhin, sich selbst schlau zu machen und alles kritisch zu hinterfragen.

Welchen Maßstab man bei der gesundheitlichen Beurteilung ansetzt, ist dabei jedem Bauherren weitgehend selbst überlassen. Hilfe bei der Orientierung bieten Label wie Natureplus, die Baubiologen des IBN oder die Empfehlungen unabhängiger Institute wie dem Eco-Institut in Köln oder dem  Sentinel-Haus-Institut in Freiburg, das auf Wohngesundheit spezialisiert ist.

Wer sich hier informiert, wird für die wesentlichen Gefahrenquellen und -stoffe sensibilisiert und bekommt praktischen Rat – zum Beispiel Datenbanken mit geprüften Produkten und Adressen von Handwerkern oder Planern die sich zum Thema Wohngesundheit fortgebildet haben.

Letztendlich muss aber jeder für sich und auf seinen individuellen Anspruch maßgeschneidert entscheiden, wie nachhaltig und gesund er persönlich bauen und wohnen möchte.

Die Zeitschrift Gesund wohnen bietet allen interessierten Bauherren und Renovierern viele Infos und Tipps zum gesunden Wohnweg.

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