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Heizen mit Pellets

24.11.2014

Immer mehr Heizbesitzer wollen den steigenden Öl- und Gaspreisen entgehen und setzten auf Pellets. Eine Tonne Pellets entspricht rund 500 Litern Heizöl. (DEPV)Ein moderner Pelletzentralheizkessel entspricht in puncto Heizkomfort und Bedienungsfreundlichkeit annähernd dem eines ölbefeuerten Wärmeerzeugers. Er  produziert vollautomatisch Wärme für Heizung und Warmwasserbereitung. Dazu werden bei einer Wärmeanforderung Holzpellets in den Brenner befördert und dort per Glühelement oder Heißluft gezündet. Die elektronische Kesselsteuerung sorgt für das richtige Verhältnis von Brennstoffmenge, Verbrennungsluft und Betriebstemperatur. Inzwischen gibt es auch sehr bedienungsfreundliche Regelgeräte mit Touchscreen sowie mit Ferneinstell- und Fernüberwachungsoptionen.

Zur Grundausstattung der meisten Modelle gehört zudem eine selbsttätige Reinigung der innenliegenden Heizflächen sowie eine automatische Entaschung. Allerdings muss der Anlagenbesitzer den Aschebehälter ein bis maximal acht Mal pro Heizperiode entleeren.

Automatische Anpassung an den Wärmebedarf

Die Aschemenge hängt vor allem vom Kesselmodell, von der Betriebsweise und -dauer sowie von der Pelletqualität ab. Die Asche lässt sich auch als Gartendünger oder Kompostbeimischung verwenden. Tipp: Praktisch können spezielle, zum Teil fahrbare Komfortaschebehälter sein, die Hersteller als Zubehör anbieten.

Die Heizleistungen der Wärmeerzeuger starten ab etwa drei Kilowatt (kW) und reichen im Einfamilienhausbereich durchschnittlich bis etwa 15 Kilowatt sowie bis zu 25 kW bei höherem Heizwärmebedarf. Zudem passen die Brenner ihre Leistung (in einem gewissen Bereich) meist automatisch den jeweiligen Wärmeanforderungen an. Damit eignen sich die Systeme für den Einsatz im unsanierten Gebäudebestand bis hin zu Niedrigenergiehäusern, wofür es inzwischen auch spezielle Kesselmodelle gibt.

"BioWIN 2" ist ein Pelletkessel, der bereits die ab 2015 geltenden, verschärften Grenzwerte für Feinstaub einhält. (Windhager) Kosten, Wirkungsgrad und gesetzliche Vorgaben

Die Investitionskosten für qualitativ hochwertige Pelletzentralheizkessel-Systeme starten ab etwa 16 000 Euro. Die meisten Wärmeerzeuger haben hohe Wirkungsgrade von über 90 Prozent und überzeugen mit vergleichsweise niedrigen Schadstoffemissionen. Zwar ist die CO2-Bilanz des Naturbrennstoffs prinzipiell neutral, doch beim Verbrennen entstehen andere Luftschadstoffe, wie zum Beispiel krebserregende Feinstäube. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber im Rahmen der sogenannten Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) unter anderem den Staub-anteil für Pelletkessel begrenzt.

Ab dem 1.1.2015 wird der Grenzwert von derzeit 0,06 auf 0,02 Gramm pro Kubikmeter Abluft reduziert. Doch Achtung: Diesen verschärften Wert müssen bereits jetzt Pelletheizkessel erfüllen, wenn sie im Rahmen des Bafa-Marktanreizprogramms staatlich gefördert werden sollen.

Übrigens: Im Vergleich zu Öl und Gas fristet die Brennwerttechnik im Pelletbereich ein Schattendasein. Nur einzelne Hersteller haben solche Modelle im Angebot. Diese bieten eine zehn bis 15 Prozent höhere Energieausbeute und über noch geringere Schadstoffemissionen. Ob man bereit ist, die Mehrkosten zu investieren und ob sich die Investition rechnet, muss jeweils im Einzelfall betrachtet werden.

Beim Pelletkauf bieten Gütesiegel Orientierung

Generell gelingt das schadstoffarme und energieeffiziente Heizen mit Pellets – im Unterschied zu Öl und Gas – nur, wenn nicht zu viel Abrieb oder Staub anfallen. Und insbesondere auch mit Blick auf einen möglichst störungsfreien Heizbetrieb machen die meisten Pelletkesselhersteller Vorgaben hinsichtlich der einsetzbaren Brennstoffqualität(en). Umwelt- und qualitätsbewusste Anlagenbesitzer achten beim Pelletkauf ohnehin auf die Kennzeichnung „DIN-plus“ sowie auf das Gütesiegel „ENplus A1“ und sind damit immer auf der sicheren Seite. Diese Qualitätssiegel zeichnen einwandfreie Pelletqualität aus.

Gute Unterstützung: der Heizwasserpufferspeicher

Mit Blick auf eine sehr gute Energie- und Umweltbilanz ist es in den meisten Fällen, insbesondere in Niedrigenergiehäusern, empfehlenswert, den Pelletkessel mit einem Heizwasserpufferspeicher zu kombinieren. Dieser sorgt mittels einer sogenannten Frischwasserstation dann auch für die Warmwasserbereitung, sodass ein separater Warmwasserspeicher überflüssig wird. Und wer sein System zusätzlich noch um eine Solarthermieanlage zur Heizungsunterstützung ergänzen möchte, um damit Brennstoff zu sparen, braucht den Pufferspeicher ohnehin. Übrigens wird diese Investition zusätzlich vom Staat gefördert.

Mit Kessel, Speicher und Brennstoffzufuhr ist das System noch nicht ganz komplett. Unverzichtbar ist ein passendes Kaminsystem. Im Neubau ist der Einbau eines feuchtebeständigen Kamins unbedingt erforderlich. Übrigens: Pelletheizungsbesitzer müssen keine Angst davor haben, dass der Brennstoff ausgeht. Denn allein schon die Pelletproduktion in Deutschland reicht theoretisch aus, um den gesamten Inlandsbedarf mehr als zu decken. Gute Aussichten für die kalten Tage.     




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