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Nie mehr falsch lüften

18.04.2017

Kontrollierte Wohnungslüftung
Laut Bundesumweltministerium befinden wir uns etwa 80 bis 90 Prozent unseres Lebens in geschlossenen Räumen. Daher ist gute Raumluft elementar für unsere Gesundheit, was explizit auch für kleine Kinder gilt. Während in Gebäuden älterer Bauart ein natürlicher Luftwechsel über Fugen und Ritzen stattfand, ist das beim heutigen Standard meist nicht mehr möglich.

Denn die Energieeinsparverordnung (EnEV) stellt hohe Anforderungen an die Gesamtenergieeffizienz des Hauses sowie an die Wärmedämmung der Gebäudehülle. Doch nicht nur Neubauten werden immer energiesparender und damit auch luftdichter gebaut. Althausbesitzer, die ihre Immobilie umfassend sanieren, müssen ebenfalls die Energiesparvorschriften der EnEV beachten. In Folge dessen stellt sich für Baufamilien und Modernisierer ein immer drängenderes Problem: Stündlich sind ungefähr 30 Kubikmeter Frischluft pro Person erforderlich, um sich in den Räumen behaglich zu fühlen und um Bauschäden durch Feuchtigkeit zu vermeiden. Dazu müssten im Schnitt etwa alle zwei bis drei Stunden die Fenster für einige Minuten geöffnet werden – ein Rhythmus, der im modernen, termingetriebenen Berufs- und Familienalltag praktisch nicht (mehr) einzuhalten ist.

Warum muss man lüften?

Erschwerend kommt hinzu, dass die Räume je nach Jahreszeit, Klima- und Windverhältnissen zu wenig, zu viel oder falsch belüftet werden. Reicht zum Beispiel ein zehnminütiges Lüften bei kaltem Wetter aus, um die Raumluft einmal komplett auszuwechseln, reduziert sich die Luftwechselrate bei milderen Temperaturen drastisch. Und weht der Wind ungünstig, können unangenehme Gerüche oder Autoabgase in die Wohnung gelangen. Oftmals vermeiden Hausbesitzer das Lüften auch wegen des Straßenlärms oder aus Angst vor einem Einbruch. Oder es wird mittels gekippter Fenster dauergelüftet, wodurch im Winter Wärme vernichtet wird.

Zirka zwei bis drei Liter Wasser (in Form von Wasserdampf) gibt jeder Bewohner täglich an die Raumluft ab – verursacht von ganz normalen Aktivitäten wie Kochen, Waschen und Atmen sowie durch Zimmerpflanzen. Sofern nicht regelmäßig und ausreichend gelüftet wird, steigt aufgrund der nahezu luftdichten Gebäudehülle die Luftfeuchtigkeit in den Innenräumen beträchtlich an. Dadurch entstehen günstige Voraussetzung für die Bildung von Schimmelpilzen und Milben.

Wo lauern die Gefahren?

Schimmelpilze und Milben sind eine der Hauptursachen für allergene Reaktionen insbesondere bei Kindern. Häufig treten Niesreiz, Atemnot und Augentränen auf. Die Lebensqualität wird eingeschränkt, die Arbeits- und Leistungsfähigkeit nimmt ab. Laut einer Studie leiden mittlerweile deutschlandweit mindestens drei Millionen Haushalte unter sichtbarem Schimmelbefall. Doch vor allem die unsichtbaren Sporen des Wohnungsschimmels sind äußerst schädlich für die Gesundheit. Das Schimmelpilzwachstum wird zudem durch Baumängel, meist durch sogenannte Wärmebrücken, sowie durch schlecht beheizte Räume begünstigt: Insbesondere an kälteren Stellen der Umgebungsflächen kommt es bei einer hohen Luftfeuchtigkeit im Raum zur Feuchtigkeitsbildung. Kondensiert die Feuchtigkeit aus der Luft, zum Beispiel an Wänden, neben Fenstern oder hinter Schränken, ergibt sich – zusammen mit den gelösten Bestandteilen aus Wandfarbe oder Tapeten – ein optimaler Nährboden für das Schimmelpilzwachstum.

Schimmelprobe
Achtung Gesundheitsrisiko: Wenn Schimmelpilz auftritt, ist dies oft ein typisches Kennzeichen, dass falsch oder zu wenig gelüftet und geheizt wurde. www.vpb.de


Was bringen Lüftungsanlagen?

Als alltagstauglicher Problemlöser bietet sich eine kontrollierte, maschinelle Wohnungslüftungsanlage an. Sie sorgt automatisch, komfortabel und zugleich energieeffizient für den notwendigen, bedarfsgerechten Luftaustausch in allen Räumen. Auf diese Weise wird die Gesundheit der Bewohner gefördert und die Bausubstanz geschützt. Durch den kontrollierten Luftwechsel und eine Wärmerückgewinnung lassen sich die Heizkosten zusätzlich um 30 bis 50 Prozent senken. Und es gibt noch weitere positive Aspekte, die das Wohlbefinden der Bewohner steigern: Zum einen wird eine ungesund hohe Kohlendioxid-Konzentration vermieden, die zu Müdigkeit oder mangelnder Konzentration führen kann.

Kleine Kinder leiden am stärksten unter den Belastungen eines geringen Luftwechsels in Wohnräumen. www.wohnungs-lueftung.deKleine Kinder leiden am stärksten unter den Belastungen eines zu geringen Luftwechsels in Wohnräumen. www.wohnungs-lueftung.de

Ein modernes Wohnungslüftungssystem transportiert auch unangenehme Gerüche und Ausdünstungen aus Möbeln und Baumaterialien ab. Und Lärm aus der Umgebung, der sonst durchs offene Fenster dringt, bleibt draußen – auch während der Nacht. Eine interessante Zusatzausstattung sind übrigens spezielle Pollen- und Feinstaubfilter. Diese werden in den Außenluftstrom eingebaut und reduzieren so das Eindringen von Allergenen sowie von Ruß- oder Staubpartikeln in die Wohnräume auf ein Minimum. Eine enorme, ganzjährige Entlastung für Kinder und allergiegeplagte Menschen.

Welche Systeme gibt es?

Doch wo ist die Grenze, wo manuelles Lüften nicht mehr problemlos möglich und ein maschinelles Wohnungslüftungssystem zwingend erforderlich ist? Um diese Frage zu beantworten, fordert die Lüftungsnorm DIN 1946-6 bei Neubauplanungen und umfangreicheren Sanierungen ein sogenanntes Lüftungskonzept, das ein Fachmann durchführt (siehe Kasten). Wer eine Lüftungsanlage einbauen muss oder möchte, der trifft auf ein breites Angebot von preislich gestaffelten, bedarfsgerechten Systemen, die rund um die Uhr zugluftfrei und lautlos für ausreichend Frischluft sorgen. Zudem lassen sich die durch Fensterlüftung verursachten Wärmeverluste um bis zu 90 Prozent senken. Spezielle Renovierungssysteme erleichtern auch die Nachrüstung in bestehenden Gebäuden und (Eigentums-)Wohnungen, die energetisch hochwertig modernisiert werden. Für Baufamilien und Modernisierer ist es heute kein Problem, das zu den baulichen Bedingungen, zu den Komfortwünschen und zum Budget passende System zu finden. Die KfW-Förderbank unterstützt übrigens den Einbau von Lüftungsanlagen mit entsprechenden Förderprogrammen.

  

Lüftungsinfos

Wertvolle Broschüren, Geräteübersichten sowie Adressen rund um die Wohnungslüftung gibt es hier:
www.klw-info.de
www.kwl-info.de
www.wohnungs-lueftung.de
www.wohnungslueftung-ev.de



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