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Sommerlicher Wärmeschutz

17.08.2015

Während der Sommermonate können Räume ohne modernen Sonnenschutz schnell überhitzen. Sonnenstrahlen dringen durch die Scheiben und wandeln sich in Wärmeenergie. Die Luft heizt sich auf. So kann nach Berechnungen der Europäischen Sonnen-Schutz Organisation (ES-SO) eine Zeitspanne von 13 Tagen Sommersonne ohne Sonnenschutz bei einem Gebäude mit starker Südausrichtung eine Raumtemperatur von bis zu 42 Grad Celsius verursachen.

Der Überhitzung von Räumen vorzubeugen ist daher das wesentliche Ziel des sommerlichen Wärmeschutzes. Dabei geht es darum, ein behagliches Innenraumklima während der Sommermonate sicherzustellen und gleichzeitig den Energieverbrauch für die Kühlung möglichst gering zu halten. Damit diese Kühlung nicht mit viel Energieaufwand, z.B. durch eine Klimaanlage, herbeigeführt werden muss, schreibt die EnEV bzw. die DIN 4108-2 Konzepte für sommerlichen Wärmeschutz vor – eine gesetzliche Vorgabe, die bei allen genehmigungspflichtigen Bauvorhaben einzuhalten ist. 

Eine Studie des Fraunhofer Instituts für Bauphysik bestätigt, dass Wabenplissee von Duette je nach Fenstertyp, Raum, Himmelsrichtung und Stoffqualität in der heißen Jahreszeit die Wärmeaufnahme am Fenster um bis zu 78 Prozent verringern kann. (Duette)

Je nach Region – nördliches Küstengebiet und Mittelgebirge oder sonnenverwöhntere südliche Regionen – liegt der Grenzwert der Innenraumtemperatur zwischen 25 und 27 Grad. Er darf maximal zu 10 Prozent der Aufenthaltszeit überschritten werden. Wichtig ist, dass der zulässige Sonneneintragswert (Szul) nachweislich unterschritten wird.

Der Sonneneintragskennwert „S“ wird ermittelt aus der tatsächlichen Fensterfläche, dem Gesamtenergiedurchlassgrad des Fensterglases und einer vorhandenen Sonnenschutzvorrichtung. Des Weiteren wird noch die Raumgrundfläche als Bezugsgröße festgelegt. Hier ist die Beratungskompetenz der Planer, Verarbeiter und Fensterbauer gefragt, um Bauherren eine Lösung zu empfehlen, die den gesetzlichen Vorgaben entspricht und gleichzeitig im Idealfall den Komfort im Haus verbessert.

Klassische Sonnenschutzprodukte werden zunehmend innovativer. Zum einen wird die manuelle Bedienung einfacher, zum anderen schreitet auch deren Automatisierung voran. (Teba)

Eines ist klar: Den optimalen Sonnenschutz für Gebäude gibt es nicht. Jedes Bauwerk braucht aufgrund der unterschiedlichen Ausrichtungen, der Lüftung, Speichermassen sowie Fensterflächenanteile und Wärmeeinträge eine genaue Planung im Vorfeld. Eine den Himmelsrichtungen angepasste Grundrissplanung und konstruktive Maßnahmen wie weite Dachüberstände, eine gute Verteilung der Fensterflächen mit Sonnenschutzvorrichtungen sowie die Wärmespeichereigenschaften der eingesetzten Baumaterialien sind wichtige Kriterien für ein konstant angenehmes Wohnraumklima. Und letztlich auch  für die Energieeffizienz.

Denn mit intelligenten Sonnenschutz-Systemen wird laut ES-SO eine Reduzierung der Sonneneinstrahlung von bis zu 85 Prozent erreicht. Die Raumtemperatur kann so auch ohne eine Klimaanlage um bis zu 9 Grad reduziert werden. Das bringt eine Energieeinsparung von bis zu 28 Prozent.