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Strahlungswärme im ganzen Raum

10.03.2017

Flächenheizung. Foto: Viega

Foto: Viega

Die Heizung erzeugt die Wärme, die unsere Wohnräume angenehm temperieren soll. Damit dies möglichst effizient – also kosten- und umweltverträglich – erfolgt und im Haus zu maximalem Wohlgefühl führt, ist die passende Auswahl der Wärmeverteilung wichtig. Am häufigsten entscheiden sich Baufamilien für eine Fußbodenheizung, die im Vergleich zu einem Heizkörpersystem einige Vorteile bietet. Aufgrund ihrer großen, aktiven Heizfläche arbeitet sie mit einer gleichmäßigen und milden Wärmeabstrahlung und verursacht nur geringe Luftgeschwindigkeiten. 

Dadurch wird der Staubtransport vermindert, so dass sich keine heizungsbedingten Staubnester bilden. Außerdem entziehen beheizte Fußböden Staubmilben und Bakterien ihre wichtigste Lebensgrundlage: die Feuchtigkeit. Praktisch ist zudem, dass sich die Hausbewohner über die Themen hygienische Reinigung, Anordnung und Optik des unsichtbaren Wärmespenders keine Gedanken machen müssen. Um gesundheitliche Belastungen für die Beine zu vermeiden, wurden bereits vor Jahren für die Fußbodenoberfläche maximal zulässige Temperaturwerte festgelegt: Für die Aufenthaltszone sind es 29 Grad Celsius, die während der Heizperiode aber nur an eiskalten Tagen erreicht werden. Die durchschnittlichen Oberflächentemperaturen liegen bei angenehmen 22 bis 24 Grad.

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Die große Wärmeübertragungsfläche bietet zudem Effizienzvorteile, weil Flächenheizsysteme mit geringen Heizwasservorlauftemperaturen bis circa 35 Grad Celsius zurechtkommen. Im Vergleich zu Heizkörpern, die Heizwasser mit Temperaturen bis zu etwa 50 Grad Celsius benötigen, harmonisieren sie mit Brennwertgeräten, Solarkollektoren und Wärmepumpen noch besser. Denn die modernen Wärmeerzeuger arbeiten umso effizienter, je niedriger die Heizwassertemperaturen ausfallen. Unterm Strich sind dadurch die Heizkosten niedriger.

Warmwasser-Fußbodenheizungen gibt es in verschiedenen Ausführungen: Die klassische Variante wird mit einem Heizestrich abgedeckt, der gleichzeitig als Wärmespeicher, Lastverteilschicht und als Untergrund für den Bodenbelag dient. Bei den sogenannten Nass-Systemen kommt zunächst eine Hartschaumschicht mit Abdeckfolie zur Wärme- und Trittschalldämmung auf die Rohbetondecke. Dann erfolgen das Auslegen und Fixieren der Heizrohre, anschließend das Einbringen des Fließ- oder Zementestrichs. Nach Austrocknung wird der Bodenbelag verlegt.

 

Dünnschicht-Systeme 
und Wandheizung

Flächenheizsysteme mit speziellen Trockenestrichplatten sind vorteilhaft, wenn es auf eine kurze Bauzeit ankommt. Basiselement ist eine Trägerplatte, die mit Aluminium-Wärmeleitlamellen zur Aufnahme der Heizrohre bestückt wird. Auf eine Abdeckfolie werden dann die Trockenestrichplatten schwimmend gelegt. Danach lässt sich rasch der Bodenbelag aufbringen.

Wandheizung. Foto: Aquatherm

Flächenheizungen können auch in der Wand untergebracht werden, allerdings sollte die Fläche dann nicht komplett mit Möbeln zugestellt werden. Foto: Aquatherm

Wo es beim Fußbodenaufbau auf jeden Höhenmillimeter ankommt, bietet sich der Einsatz von Flach- oder Dünnschichtsystemen an, die es in Nass- und Trockenausführung mit Aufbauhöhen ab circa 17 Millimetern (plus Bodenbelag) gibt. Aufgrund ihrer geringen Schichtdicken haben Flachsysteme sehr kurze Reaktionszeiten, weshalb sich die Wärmeabgabe in den Wohnräumen einfacher und schneller regulieren lässt. Die Rohre der Fußbodenheizkreise werden meist etagenweise im Heizkreisverteiler zusammengeführt. Er wird bevorzugt unter Putz installiert. Über eine Frontklappe kann der Fachmann die Armaturen und Ventile betätigen, um zum Beispiel die passenden Heizwassermengen beim hydraulischen Abgleich einzujustieren.

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Was tun, wenn die freie, verfügbare Fußbodenheizfläche zur Beheizung des Raums nicht ausreicht? In solchen Fällen kann eine Wandheizung den Restwärmebedarf decken. Wandheizsysteme sind prinzipiell ähnlich aufgebaut wie Fußbodenheizungen. Es gibt eine Vielzahl von Putz- und Trockensystemen, die sich an die jeweiligen Gegebenheiten anpassen und rasch montieren lassen. 

 

Heizkörper setzen 
optische Akzente

Trotz der Vorzüge von Flächenheizungen haben Heizkörper noch längst nicht ausgedient. In der Gunst der Hausbesitzer ganz weit vorn liegen die verschiedenen Arten von Flächenheizkörpern, worunter Produkte und Begriffe wie Platten-, Plan-,
Flach-, Profil- und Kompaktheizkörper fallen. Zugenommen hat das Angebot an schlanken, hohen Flächenheizkörpermodellen, die sich platzsparend an schmalen Wandflächen befestigen lassen. Sie werden unter anderem auch als Vertikalheizkörper oder Heizwände bezeichnet. 

Ein weiterer Trend ist der zum „Wohnheizkörper”. Das bedeutet, dass sich die speziell designten Heizelemente markant, harmonisch oder dezent in die jeweilige Möbel- und Gestaltungswelt des Wohnraums einfügen. Dazu gibt es eine große Auswahl an Farben und Oberflächenmaterialien. Verfügbar sind zudem spezielle Design-Modelle, die auf den ersten Blick als Kunstwerk und nicht als Wärmespender wahrgenommen werden.

Flächenheizung. Foto: Zehnder

Der flächige Heizkörper „Vitalo“ setzt Farbakzente im Bad und bietet Platz für zwei Handtücher. Foto: Zehnder

 

Badheizkörper für 
die Übergangszeit

Maßgefertigte Heizkörper eignen sich zur Befestigung unter Dachschrägen, als Treppengeländer oder als Raumteiler. Andere Modelle zeigen sich im Garderoben-, Flur- und Küchenbereich von ihrer praktischen Seite, indem sie sich mit Haken, Ablageflächen oder Spiegeln bestücken lassen. Die Grundidee dieser Variationen kommt aus dem Badezimmer. Die Heizelemente haben dort, neben einem zur Einrichtung passenden Design, eine wesentliche Aufgabe zu erfüllen: Sie bieten Platz zum Ablegen und Aufhängen der Hand- und Badetücher, um sie vorzuwärmen und zu trocknen. Deshalb ist es in Eigenheimen mit Fußbodenheizung empfehlenswert, zusätzlich einen Badheizkörper zu installieren. Praktisch ist ein integriertes Elektro-Heizelement oder ein rein elektrisches Modell, um für kühle Tage außerhalb der eigentlichen Heizsaison gewappnet zu sein.

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Flächenheizung. Foto: Runtal

Dieser Designheizkörper besteht aus einem gebogenen, verchromten Rohr. Foto: Runtal

 

Regelung ist das A & O für energiesparendes Heizen

Egal ob Heizkörper oder Flächenheizung: Um eine energiesparende und komfortable Wärmeverteilung in den Räumen zu erreichen, müssen sie mit modernen Regelventilen bestückt sein. Höchsten Bedien-/Wärmekomfort bieten programmierbare, elektronische Funk-Einzelraumregelsysteme, die sich zentral mit einem Touchscreen, in Verbindung mit einer App oder mit einem Smarthome-System bedienen lassen.

(aus der Zeitschrift pro fertighaus 3/4-2017)




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