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Wasserinstallation ist Profi-Sache

02.05.2013

Kalk setzt sich in den Leitungen ab. Im schlimmsten Fall kommt es zum Rohrbruch.Wasser ist unbestritten unser wichtigstes Lebensmittel und ist daher in besonderem Maße zu schützen. Deshalb dürfen im Trinkwasser festgesetzte Grenzwerte für viele Schadstoffe nicht überschritten werden. In Paragraf 1 der deutschen Trinkwasserverordnung (TrinkWV) heißt es: „Zweck der Verordnung  ist es, die menschliche Gesundheit vor den nachteiligen Einflüssen, die sich aus der Verunreinigung von Wasser ergeben, das für den menschlichen Gebrauch bestimmt ist, durch Gewährleistung seiner Genusstauglichkeit und Reinheit  zu schützen.“

Und das ist nicht das einzige Regelwerk, an das sich Bauherren, Bauplaner und Handwerker beim Hausbau halten müssen: Auch die „Allgemeinen Bedingungen für die Versorgung mit Wasser“ (AVB Wasser V) haben die Rechte und Pflichten eines Betreibers einer Trinkwasserinstallation festgeschrieben. „Hier steht zum Beispiel drin, dass der Bauherr mit der Erstellung oder Reparatur seiner Trinkwasserinstallation nur solche Unternehmen beauftragen darf, die in das Installateurverzeichnis eines Versorgers eingetragen sind“, erklärt Volker Meyer, Hauptreferent Wasserverwendung beim Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW). Und fügt hinzu: „Außerdem dürfen nur Produkte montiert werden, die den ,allgemein anerkannten Regeln der Technik‘  entsprechen.“

Abhilfe schaffen Weichwassergeräte. Sie entziehen dem Wasser die Calcium- und Magnesiumionen und ersetzten sie durch unbedenkliche Natriumionen. Fotos: GrünbeckWasserinstallation ist Profi-Sache
In Konsequenz heißt das: Bei der Installation des Wassersystems müssen insgesamt 27 technische Regelwerke aus europäischen und nationalen Normen beachtet werden. So haben etwa nach DIN 1988 alle Anlagenteile derart beschaffen zu sein, dass das Trinkwasser in seiner Lebensmittelqualität nicht beeinträchtigt wird.

Grundsätzlich haben die eingesetzten Werkstoffe für die Rohre und ihre Verbindungen eine besondere Bedeutung, um den strengen gesetzlichen Ansprüchen Genüge zu tun. Dabei ist jedem Rohrwerkstoff  laut DIN und DVGW auch noch eine bestimmte Verbindungstechnik zugeordnet. So erfordern etwa schmelztauchverzinkte Eisenwerkstoffe Gewinde- oder Klemmverbindungen, während für nicht rostenden Stahl Pressverbindungen vorgesehen sind. Und auch für die verschiedenen Kupfer- und Kunststoffwerkstoffe sind definierte Verbindungen vorausgesetzt.

Die Entscheidung, „wann und unter welchen Bedingungen ein bestimmter Werkstoff für das Wassersystem eingesetzt werden kann, muss für jeden Einzelfall und  unter Berücksichtigung der Wasserbeschaffenheit vor Ort getroffen werden”, heißt es dazu in „Twin”, der Informationsbroschüre des DVGW zur Trinkwasserinstallation. Dort ist übrigens auch erklärt, welche Eigenschaften,  Zusammensetzungen und Eignungen die einzelnen Werkstoffe besitzen müssen.
„Wichtig ist auf jeden Fall das gemeinsame Planungsgespräch zwischen Bauherr, Bauplaner und Installateur über die Frage, was im Haus an Einbauten und Funktionen überhaupt gewünscht ist”, sagt Volker Meyer vom DVGW.

Welche Werkstoffe fürs Wassersystem schließlich zum Einsatz kommen, hängt aber nicht nur von den örtlichen Bedingungen und den geplanten Einbauten ab, sondern natürlich auch vom Budget des Bauherren. „Die Materialkosten schwanken konjunkturbedingt”, gibt Meyer zu bedenken. In der Regel seien metallene Werkstoffe wie etwa Kupfer oder nicht rostender Stahl teurer, weshalb sich die günstigeren Kunststoffsysteme immer häufiger durchsetzen.

Um Wasser und dessen stetig steigende Kosten zu sparen, ziehen viele Bauherren auch den Einsatz gespeicherten Regenwassers als Brauchwasser in Erwägung, etwa für die WC-Spülung oder die Waschmaschine. Davon rät Meyer jedoch ab. „Nach dem ersten Boom vor gut zehn Jahren hat man inzwischen erkannt, dass es durch die hohen Wartungs- und Instandhaltungskosten in einem teuren Land wie Deutschland wirtschaftlich nicht sinnvoll ist, solche Anlagen zu betreiben.“

Es gebe zwar immer noch einzelne Projekte, die auch von manchen Kommunen subventioniert werden. „Der Nachhaltigkeit hilft das aber nicht”, resümiert Meyer. „In der Trinkwasserverordnung ist zum Beispiel eine direkte Verbindung zwischen Regenwasser und Trinkwasser verboten und wird strafrechtlich verfolgt. Wenn jemand Regenwasser nutzen möchte, empfehlen wir deshalb die alte, bewährte Regentonne zur Gartenbewässerung.”

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