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Zentrale Lüftung

01.10.2014

Kinder leiden oftmals am stärksten unter den gesundheitlichen Risiken durch nicht ausreichendes oder falsches Lüften. www.wohnungs-lueftung.deLuftdichte Gebäudehülle
in den letzten Jahren wurden Wohngebäude immer luftdichter konstruiert. Dadurch entsteht für Baufamilien und Modernisierer ein Dilemma: Stündlich sind ungefähr 30 Kubikmeter Frischluft pro Person erforderlich, um sich in den Räumen behaglich zu fühlen und um Bauschäden durch Feuchtigkeit zu vermeiden. Denn im durchschnittlichen Haushalt gibt jeder Bewohner täglich zirka zwei bis drei Liter Wasser (in Form von Wasserdampf) an die Raumluft ab – verursacht von ganz normalen Aktivitäten wie kochen, waschen und atmen sowie durch Zimmerpflanzen.

Sofern nicht regelmäßig und ausreichend gelüftet wird, steigt aufgrund der nahezu luftdichten Gebäudehülle die Luftfeuchtigkeit in den Innenräumen beträchtlich an. Es entstehen somit günstige Voraussetzung für die Bildung von Schimmelpilzen und Milben, die nicht nur die Gebäudesubstanz schädigen, sondern auch eine der Hauptursachen für allergische Reaktionen insbesondere bei Kindern sind: Häufig treten Niesreiz, Atemnot und Augentränen auf; die Lebensqualität wird eingeschränkt, die Leistungsfähigkeit nimmt ab.

Um diese Problem zu vermeiden, müssten etwa alle zwei bis drei Stunden die Fenster für einige Minuten geöffnet werden  – ein Rhythmus, der im modernen, termingetriebenen Berufs- und Familienalltag praktisch nicht (mehr) einzuhalten ist. Und das Dauerlüften mittels gekippter Fenster bedeutet während der Heizperiode Wärmevernichtung pur. Außerdem zeigt die praktische Erfahrung, dass zahlreiche Hausbesitzer das Lüften wegen des Straßenlärms oder aus Angst vor einem Einbruch oftmals vermeiden.

Lüftungsgerät: Ja oder nein?
Als wirksame Abhilfemaßnahme erweist sich hier die kontrollierte Wohnungslüftung. Sie sorgt automatisch und komfortabel nicht nur für den notwendigen, bedarfsgerechten Luftaustausch in allen Räumen. Sie trägt dazu bei, Gesundheitsgefahren für die Bewohner durch Schimmelpilze und Milben sowie Bauschäden durch Feuchtigkeit zu vermeiden. Nicht zu unterschätzen sind Energieeinspareffekte durch die Verminderung der sogenannten Lüftungswärmeverluste. Denn systemabhängig sind mit einer kontrollierten Wohnungslüftung, insbesondere in Verbindung mit einer Wärmerückgewinnung, Heizkostensenkungen von 30 bis 50 Prozent möglich – im Vergleich zur herkömmlichen, richtig durchgeführten Fensterlüftung. Eine interessante Zusatzausstattung sind übrigens spezielle Pollenfilter. Diese werden in den Außenluftstrom eingebaut und reduzieren so das Eindringen der Allergene in die Wohnräume auf ein Minimum.

Wo ist nun die Grenze, wo manuelles Lüften nicht mehr problemlos möglich und ein maschinelles Wohnungslüftungssystem zwingend erforderlich ist? Um diese Frage zu beantworten, fordert die Lüftungsnorm DIN 1946-6 bei Neubauplanungen und umfangreicheren Sanierungen ein sogenanntes Lüftungskonzept, das ein Fachmann durchführt.

Wer eine Lüftungsanlage einbauen muss oder möchte, der trifft auf ein breites Angebot von preislich gestaffelten, bedarfsgerechten Systemen, die zugluftfrei und lautlos für ausreichend Frischluft sorgen. Viele davon eignen sich auch zur Nachrüstung in hochwertig sanierten Bestandsgebäuden. Verfügbar sind Produkte, die alle Räume oder auch nur einzelne mit Frischluft versorgen können. Man spricht deshalb von zentralen und dezentralen Systemen.

Zentrale Lüftungssysteme
Kernelement des Zu- und Abluftsystems ist ein Zentrallüftungsgerät, in das zwei Ventilatoren eingebaut sind, die mehrstufig und möglichst stromsparend arbeiten sollten. Während der Abluftventilator die verbrauchte Luft aus Fluren, Abstell- und Feuchträumen abzieht, sorgt der Zuluftventilator für Frischluftnachschub in den Wohn- und Schlafräumen. Im Gebäude verlegt der Handwerker dazu zwei Leitungssysteme für die Zu- und Abluft zum Beispiel in Decken, eingegossen in Beton oder auf dem Rohfußboden. Für die Nachrüstung im Gebäudebestand bieten einige Hersteller spezielle Renovierungssysteme an. Nach Abschluss der Arbeiten stellt der Fachmann die passenden Luftmengen an den Luftauslässen ein, die sichtbar an der Wand, auf dem Fußboden oder an der Decke in den einzelnen Räumen installiert werden.

Im Eigenbereich dominieren die zentralen Wohnungslüftungssystem, die es in zwei Grundausprägungen gibt: als reine Abluftanlage sowie als kombinierte Be- und Entlüftungsanlage, meist mit Wäremrückgewinnung. www.wohnungs-lueftung.deIm Vergleich zum Lüftungsgerät zur Be- und Entlüftung benötigt die zentrale Abluftanlage nur einen Ventilator, der lediglich die verbrauchte Luft über ein Luftverteilsystem aus Fluren, Abstell- und Feuchträumen (WCs, Küche, Bäder) abzieht und ins Freie bläst. Vorteil der zentralen Zu- und Abluftgeräte: Sie können dazu mit einer sehr effizienten und energiesparenden Wärmerückgewinnung bestückt werden, die ein Großteil der Abluftwärme an die gleichzeitig angesaugte kalte Frischluft („Außenluft“) überträgt.

Die einfachsten Ausführungen der dezentralen Wohnungslüftung sind Abluftsystem mit Ventilator(en) und Außenluftdurchläaasen. www.dimplex.deDezentrale Lüftungssysteme
Einen gesunden Luftaustausch in Einzelräumen ermöglichen auch die dezentralen Systemlösungen. Im Neubaubereich sind sie aber eher die Ausnahme, im Rahmen von Gebäude- oder Geschosswohnungsmodernisierungen jedoch willkommene Problemlöser.

Dezentrale Abluftsysteme sind die einfachste Ausführung: Abluftventilatoren in der Außenwand, bevorzugt von Küche und Nassräumen, befördern die verbrauchte Raumluft direkt ins Freie. Eine weitere Systemvariante sind dezentrale Zu- und Abluftgeräte. Hierbei werden einzelne oder alle Räume mit einem eigenen Lüftungsgerät ausgestattet. Die Installation erfolgt ohne Luftkanäle direkt in eine Außenwand. Mit Blick auf eine Nachrüstung im Modernisierungsfall gibt es diese Produkte nicht nur in Unterputz- sondern auch als Aufputzausführung.

Egal welches kontrollierte Lüftungssystem man wählt: Bei der Inbetriebnahme muss der Fachmann alle Räume auf die geplante, optimale Luftwechselrate einstellen. Zudem sollte sich der Hausbesitzer in die Bedienung und Wartung des Geräts einweisen lassen. Dann kann er später alle alltäglichen Einstellungen und Pflegearbeiten problemlos selbst durchführen. Dazu gehört in erster Linie das Auswechseln der Gerätefilter, wenn diese verschmutzt sind. Zudem sollte man dann auch das Geräteinnere und den (optionalen) Wärmeübertrager säubern. Alle zwei bis fünf Jahre sollte das Gerät einem Gesamt-Check durch den Fachmann unterzogen werden. Werden diese grundlegenden Punkte beachtet, ist eine energiesparende und hygienische Betriebsweise durch kontrollierte Wohnungslüftung stets gewährleistet.




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