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Die moderne Küche

20.03.2014

Aufgeräumt und sicher verstaut: Statt Tellerstapel auf den Zehenspitzen stehend in den Oberschrank zu balancieren, ist in einem solchen großzügig dimensionierten Auszug mit Unterteilungen der ganze Inhalt mit einer Bewegung sichtbar und griffbereit. (Beckermann)Wer die Küchenbereiche oder „Zonen” entsprechend den Arbeitsabläufen funktional und ergonomisch geschickt anordnet, spart Zeit und Kraft und erhält sich die gute Laune. Diese Zonen – die es in jeder Küche gibt – bestehen aus: „Bevorraten“ für Lebensmittel, „Aufbewahren“ für Geschirr, dem Bereich „Kochen und Backen” inklusive Aufbewahrung von Kochbesteck und Töpfen sowie „Spülen” in Verbindung mit Putzsachen und Abfall.

Eine systematische Beschäftigung mit den eigenen Bedürfnissen und Gewohnheiten in der Planungsphase hilft, eine gut zonierte und funktionierende Küche in der Praxis zu realisieren. Zum Beispiel kann man die möglichen Wege – bis hin zum Essplatz – skizzieren und so die für den Grundriss optimale Möblierungslösung finden. Dazu kommt noch die Größen-Anpassung. Küchenmöbel, bzw. Geräte sind zwar in der Breite genormt, aber die Höhe der Arbeitsfläche muss keineswegs dem Standardmaß von ca. 85 Zentimetern entsprechen, sondern kann ganz individuell auf die Person angepasst werden, die am häufigsten in der Küche arbeitet.

Es gibt sogar höhenverstellbare Arbeitsplatten, die sich besonders anbieten, wenn die Küche von Bewohnern sehr unterschiedlicher Größe genutzt wird. Auch die Festlegung der Befestigungshöhe von Oberschränken sollte in Abhängigkeit von der Körpergröße der Benutzer sowie Höhe und Tiefe der Arbeitsplatte geschehen. Je weniger man sich bücken muss, desto besser: Geräte wie Backofen, Mikrowelle und Dampfgarer, sogar Geschirrspülmaschinen, werden immer häufiger in Augenhöhe eingebaut, um den Rücken zu schonen und so die Küchenarbeit zu erleichtern.

Ein Schrank ist ein Schrank ist ein Schrank? Das stimmt schon lange nicht mehr. Küchenmöbel bestechen mit schicken Fronten, gleichzeitig nehmen sie ein Maximum an Inhalt ordentlich sortiert und wiederauffindbar auf. Unterschränke werden größtenteils mit Auszügen bestückt, teilweise in Überbreite. Sie machen nicht nur optisch mit der modischen Betonung der Horizontalen „was her“, sondern sind auch leicht zu bedienen und bis ganz hinten zu überblicken. Apothekerauszüge in Hochschränken ermöglichen ein einfaches Sichten und Umsortieren der Vorräte. Es gibt Schränke mit beidseitig schwenkbaren Körben und elektrischer Öffnungsunterstützung, Eckschränke mit Dreh-, Schwenk- oder Ziehsystem sowie diverse Öffnungsmöglichkeiten für Oberschränke.

Zum Trend, die Einrichtung so glatt und integriert wie möglich zu gestalten, passt es auch, Schränke zu „koffern”. D.h. sie bilden eine Einheit mit der Wand, in die sie flächenbündig eingelassen sind. Ganz aufs Wesentliche reduziert erscheint eine schwebende Küchenzeile, der durchgehende Fußboden lässt den Raum noch größer erscheinen. Fast alles scheint möglich, man muss sich nur entscheiden – darin besteht vielleicht die größte Herausforderung bei der Küchenplanung. Und das Budget muss auch mitspielen. Aber zum Glück haben Bauherren ja immer Termindruck. Das könnte bei der Entscheidungsfindung helfen.