bautipps.de Das Fertighaus- und Massivhaus-Portal

Dispersionen für Wand und Decke

10.04.2011

Farbe an den WohnzimmerwändenUmfragen zufolge haben Hausbesitzer neben Weiß gerne Farbigkeit in ihren Räumen. Beige- und Brauntöne sind oben an der Beliebtheitsskala, gefolgt von Gelb- und Orangetönen. Dann allerdings verlässt die meisten schon der Mut und nur wenige wählen Grün, Rot, Blau oder Grau. Und sei es bunte Farbe oder ausdrucksstarke Tapete – in der Regel beschränkt man sich auf eine, höchstens zwei Wände.

Die übrigen weißen Wände setzen diese dann in Szene. Die Decke eines Raumes wird fast nie farbig gestaltet, und wenn, dann meist mit erdrückenden Folgen. Weiße Decken und Wände wirken freundlich, sauber, reflektieren das Licht, lassen Möbel und Dekorationen schöner erscheinen und beeinflussen die Farbwahrnehmung nicht nachteilig. Im Malergeschäft und im Baumarkt werden unter der Bezeichnung Dispersionsfarbe, Innenfarbe oder Wohnraumfarbe die unterschiedlichsten weißen Kunstharzdispersionsfarben angeboten.  

Zusammensetzung
Ihr Hauptbestandteil ist Wasser, als Bindemittel werden Kunstharze eingesetzt, die weißen Pigmente sind in der Regel Titandioxid, hinzu kommen Füllstoffe wie Quarzmehle oder Silikate. Daneben  befinden sich je nach Produkt noch Hilfsstoffe, die bestimmte Produkteigenschaften bedingen in der Farbe. Das sind beispielsweise Verdickungsmittel, die dafür sorgen, dass die Farbe weniger spritzt, Konservierungsmittel, die die Lagerfähigkeit verlängern, Stabilisatoren, die für eine homogene Verteilung der Inhaltsstoffe verantwortlich sind. Sogenannte Anti-Schimmel-Farben werden mit Pilz- und Bakteriengiftzusätzen angeboten. Sie halten einem Schimmelbefall länger stand, beseitigen allerdings dessen Ursachen nicht.

Die Weißgrade der Farben sind unterschiedlich. Sie tragen meist herstellerspezifische Bezeichnungen, aber auch die RAL-Farbpalette kennt ganz unterschiedliche Weißtöne.  Ein Altweiß hat dabei ein besseres Deckvermögen als Weiß, die damit beschichteten Decken und Wände haben allerdings eine entsprechend geringere Leuchtkraft.  

Deckvermögen
Die Deckkraft der Farben wird in die Klassen 1 (höchstes Deckvermögen) bis 4 (geringstes Deckvemögen) eingeteilt. Bei zwei Farben der gleichen Klasse entscheidet der Materialverbrauch darüber, mit welchem Produkt sparender gearbeitet werden kann. Die Ergiebigkeit wird nach DIN EN 13 300 in Quadratmeter pro Liter angegeben.

Egal ob Renovierungs- oder Erstanstrich: Wer hochwertige Kunstharzdispersionsfarben mit guter Deckkraft verwendet, kommt schneller und müheloser zum Ergebnis.Glanzgrad
Die genannte Norm kennt auch vier Glanzabstufungen: Glänzend, mittlerer Glanz (auch seidenglänzend oder seidenmatt), matt und stumpfmatt. Glänzende Farben betonen plastische Streichuntergründe, matte oder die insbesondere bei Fachhandelsprodukten angebotenen stumpfmatten Varianten dämpfen die Wirkung.

Reinigung
Die Nassabriebbeständigkeit beschreibt die Beständigkeit einer Beschichtung gegen wiederholtes Reinigen. Die DIN EN kennt die Nassabriebklassen 1 (höchste Beständigkeit) bis 5. Die noch immer kursierenden Bezeichnungen waschbeständig und scheuerbeständig entsprechen den Klassen 3 bzw. 1 oder 2. Die Stapazierfähigkeit einer Beschichtung ist zwar noch immer häufig von ihrem Glanzgrad abhängig, es lassen sich inzwischen jedoch auch mit matten weißen Kunstharzdispersionsanstrichen hoch reinigungsfähige Oberflächen erzielen.

Die Wand- und Deckenfarben kos­ten 40 bis 60 Cent pro Quadratmeter. Für manche Anwendungen sind die Premiumfarben fast zu pigment­reich: Bei stark saugenden Untergründen muss erst grundiert werden oder man verdünnt die Farbe etwas. Auch bei stark profilierten Untergründen ist die Zugabe von Wasser ratsam. Gerade bei weißen Beschichtungen sollte der Untergrund keine zu großen Farbunterschiede aufweisen. Ein Egalisierungsanstrich – nicht unbedingt in Reinweiß – führt zu einem besseren Endergebnis.


anzeigen