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Küchenplanung

14.02.2011

KüchenplanungshilfeFür eine ergonomisch optimale, körpergerechte Kücheneinrichtung spielt die Arbeitshöhe eine entscheidende Rolle. Bei zu geringer Höhe muss eine nach vorn gebeugte Haltung eingenommen werden. Dabei wird die Rückenmuskulatur statisch, die Bandscheiben werden asymmetrisch belastet. Das führt zu schmerzhaften Ermüdungserscheinungen und auf Dauer zur  Abflachung der Bandscheiben.

Deshalb sind Arbeits-, Schrank- und Geräteeinbauhöhen nach der Körpergröße der in der Küche hauptsächlich arbeitenden Person auszurichten. Bei der Wahl der ergonomisch richtigen Arbeitshöhe für Kochzentrum, Arbeitsplatte und Spüle hat man sogar zwei Möglichkeiten. Entweder werden alle drei Arbeitsbereiche in einer durchgehenden Höhe geplant oder jedes Funktionszentrum wird einzeln für die Größe der Hauptarbeitsperson optimiert. In diesem Fall ergeben sich für die Spüle höhere Einbaumaße als für den Vorbereitungsplatz oder die Kochmulde. Aber auch bei einer durchgehenden Arbeitshöhe kann der Küchenplaner für jede Körpergröße einen akzeptablen Wert finden.

Dazu gehört übrigens auch, dass der Schrankinnenraum gut einsehbar ist und übersichtlich eingeräumt werden kann und bei bequemer Körperhaltung einen ungehinderten und schnellen Zugriff bietet. Optimale Erreichbarkeit bieten hier nur ausziehbare Körbe oder Böden, wie sie beispielsweise ein leichtgängiger "Apothekerschrank" besitzt.Unterschränke mit Fachböden sind aus ergonomischer Sicht nur ausnahmsweise erlaubt. Dagegen bieten Unterschränke mit Auszügen eine sehr gute Übersicht und optimale Zugriffsmöglichkeiten.

Die Innenausstattung von Schränken und Auszügen hat höchsten Stellenwert: Jeder Zentimeter des knappen Stauraumes wird optimal genutzt, der gesamte Schrankinhalt ist gut im Blick und Griff. Eckschränke sind neuralgische Punkte in jeder Küche, denn sie sind im hinteren Bereich schlecht einzusehen. Außer den klassischen Drehkarussells gibt es heute zahlreiche Varianten, zum Beispiel Frontauszüge oder Auszüge, die sich mit dem Öffnen der Tür automatisch nach vorn bewegen. Sie haben alle eines gemeinsam: Sie holen auch das Staugut aus der hintersten Ecke nach vorn, in Sicht- und Greifweite.

Bei Auszügen kommt es aber entscheidend auch auf das Innenleben an. Hier soll beim Öffnen nichts durcheinanderkommen oder gar umfallen. Auszugsdämpfungen gehören deshalb zum Standard, aber auch durchdachte Ordnungssysteme, die dem jeweiligen Bedarf individuell angepasst werden können. Das sind dann nicht nur die bekannten Besteck-Kästen, sondern auch Ablagekörbe und Tablare, Teller-Halter, Müll-Trennsysteme, extrabreite Auszüge mit Halterungen für Pfannen, Bräter oder Backformen.

Hausgeräte - die nächste Generation
Die neuen Hausgeräte werden voluminöser mit größerem Innenraum und größerer Breite. Herde und Einbaubacköfen sind heute mit einem größeren Garraumvolumen ausgestattet, so dass ganze Menüs auf mehreren Ebenen, aber auch große Braten bequem darin zubereitet werden können. Volumina um die 65 Liter aufwärts bis sogar über 100 Liter sind dabei keine Seltenheit. Das gleiche gilt für Mikrowellen, Dampfgarer und Geschirrspüler. Der Trend zu Größe zeigt sich auch bei Kühl- und Gefrierkombinationen, die heute in vielen verschiedenen Gerätehöhen und -breiten angeboten werden und sich damit in jede Küche bestens einfügen. Besonders attraktiv sind Kühlschränke mit verschiedenen Klimazonen, in denen Gemüse und Salat zwei bis drei Wochen frisch hält.

Obwohl die neuen Hausgeräte immer größer und funktionaler werden, punkten sie in Sachen Energiesparen mit neuen Bestwerten: So spült eine neue Geschirrspüler-Generation 14 Maßgedecke(!) mit nur noch zehn Litern Wasser. Der Stromverbrauch liegt bei 0,95 Kilowattstunden (kWh). Ein Kühlschrank mit der besten Energieeffizienzklasse A++ benötigt heute nur noch um die 100 kWh pro Jahr!

In der offenen Küche, möglicherweise sogar mit zentraler Kochinsel, sind leise und dennoch sehr leistungsfähige Dunstabzugshauben unverzichtbar. Und sie sollen natürlich auch gut aussehen. Besonderes Highlight sind dabei die neuen Dunstabzugshauben in der eleganten Breite von 90 Zentimeter. Der attraktive Mix aus Glas, Metall und LED-Licht  sorgt nicht nur für beste Luft, sondern garantiert auch Hingucker-Effekte.

Familientreffpunkt: Arbeitsplatz Spüle
Ähnlich wichtiges Augenmerk sollten Sie auch auf das Spülcenter richten. In der modernen Küche wird ja kaum noch gespült (das macht die Maschine), umso mehr jedoch vorbereitet. Deshalb sollten Sie nicht auf ein zweites Spülbecken verzichten, denn es hat sich im allgemeinen Koch-Arbeitsablauf bewährt. Durchgängige und wasserunempfindliche Arbeitsplatten links und rechts der Spüle sind ebenfalls kein Luxus. Schließlich sollen ja möglichst viele freiwillige Helfer in der Küche beschäftigt werden können. Dann wird die tägliche "Kochpflicht" im Familienkreis genauso unterhaltsam, wie das gemeinsame Kochen mit Gästen!


10 Punkte für den Küchenkauf

Küchenplanung:
Sie sollte vom Experten individuell und sehr persönlich vorgenommen werden. Denken Sie auch an einen Essplatz.

Ergonomie:
Arbeitsflächen an die Körpergröße des Hauptnutzers anpassen. Verschiedene Arbeitshöhen einplanen; sinnvoll kann auch eine motorisch verstellbare Arbeitsplatte sein

Möbelfronten:
Achten Sie auf schmutzabweisende oder leicht zu reinigende Oberflächen. Auf Hochglanz-Lackflächen sieht man jeden Fingerabdruck.
Elektrogeräte: Planen Sie zusammen mit dem Küchenexperten, welche Geräte zu Ihnen (und Ihrer Ernährungsweise) passen und denken Sie an die notwendigen Anschlüsse und Steckdosen.

Sicherheit:
Für Familien mit Kindern gibt es zahlreiche Elektrogeräte mit entsprechenden Sicherheitseinrichtungen; auch abschließbare Schränke und Schubladen sind möglich.

Energieeffizienz:
Es zahlt sich aus, wenn Sie auf besonders sparsame Geräte achten - keine Geräte unter der Effizienzklasse A, Kühlschränke am besten A++!

Licht:
Jeder Arbeitsplatz braucht seine eigene spezielle Beleuchtung. Die Deckenlampe in der Mitte des Raumes ist ungemütlich und  gänzlich ungeeignet.

Stauraum:
In der Regel wird immer zu wenig eingeräumt. Planen Sie zusammen mit dem Küchenexperten. Eine zusätzliche kleine Speisekammer sollte immer möglich sein.

Arbeitsflächen:
Auch davon kann man nie genug haben. Planen Sie außerdem auch ausreichend Abstellflächen ein und lassen Sie sich über die verschiedenen Materialien von Holz bis Granit informieren.

Geräuschpegel:
Für offene Küchen ist es besonders wichtig, dass Sie neben leisen Dunstabzugshauben und Spülmaschinen auch an Anschlags-Dämpfungssysteme für die Auszüge denken. 

Tipps zu Planung, Design und Technik
Wer einmal tiefer einsteigen will in die eigene Welt der Küche, kann den umfangreichen "Ratgeber Küche" bei der AMK in Mannheim gegen eine Schutzgebühr in Höhe von 5 Euro direkt beziehen. Bestellmöglichkeiten unter Telefon 0621/85061-16 oder im Internet unter www.amk.de.

Die Broschüre gibt Anregungen und Tipps von Küchenexperten zu den Themen Design, Planung, neue Technologien, Energieeffizienz, Hygiene sowie Sicherheit und weckt so die Lust auf eine neue Küche.

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