Vom Nutzbelag zum Schmuckboden
PVC-Beläge haben sich zu wahren Designerstücken gemausert. Und im Gegensatz zur Rollenware werden die neuen Vinylböden speziell als schmale Elemente angeboten.
Planks“ werden sie häufig genannt. Oder auch als „sheets“ bezeichnet. Gemeint sind die neuen Vinylbeläge, die den Anspruch erheben, Designböden zu sein. Zurecht, denn wer mit einem PVC-Boden desinfektionsmittelgeschwängerten Krankenhausgeruch assoziiert, an wischfreundliche Böden in kargen Amtsstuben erinnert wird oder schreiende Schülerhorden in langen Gängen vor Augen hat, liegt hier völlig falsch!
Moderne Kunststoffböden – und Vinylböden sind ja solche – sind zwar auch im so genannten Objektbereich im Einsatz, vor allem werden sie jedoch immer stärker im privaten Wohnbereich verlegt. Und da können sie ihr ganzes Können ausspielen: Im Renovierfall beispielsweise sind sie vor allem deshalb interessant, weil sie extrem dünn sind. Und je nach Unterboden lassen sie sich auch direkt verkleben. Mit Kleber oder einfach selbstklebend.
Zudem brillieren sie durch ihre vielfältige Optik und Verlegetechnik. Denn als schmale Einzelplanken sind sie in der Lage, wilde Verbände zu legen, Schiffsbodenoptik zu ermöglichen, Fischgrätmuster zu bilden oder mit Intarsien oder Friesen zu arbeiten. Als Rechteck- oder Quadratformate lassen sie Steinbodenoptiken zu, können eine Alternative sein zu keramischen Fliesen oder bilden dekorative Gesamtmuster.
Auch bei den Dekoren ist alles machbar: Die Vinylböden imitieren Holz perfekt, lassen Stein erleben, muten an wie Beton oder lassen der Fantasie freien Lauf. Oder wo sonst können Sie auf Ihrem Fußboden New Yorker Straßenzüge begehen, laufen wie auf einem Kieselstrand oder auf vom Winde verwehten Blätter einherschreiten?
Trotz aller Dekorvielfalt – am häufigsten finden sich immer noch Holzreproduktionen. Und die sind zum Teil so authentisch – sogar mit einer echt anmutenden Oberflächen- und Maserungstiefe – so dass im verlegten Zustand Original und Fälschung kaum mehr zu unterscheiden sind. Das gilt auch für Nachbildungen von beispielsweise gekälkter Eiche, Apfelbaummaserung oder Birkenstämmen.
Im Gegensatz zur Bahnenware ermöglichen die neuen Designböden natürlich auch den optischen Materialmix. So können Sie zum Beispiel innerhalb eines Bänderrasters aus „Vinyl-Holz“ durchaus auch unifarbene Vinylplatten verlegen. Oder Sie mixen helle und dunkle Dekore. Damit setzt man auf die Musterwirkung. Andererseits lassen sich mit solchen Einzelelementen aber auch gesamtheitliche Bodenflächen – mit einheitlicher Flächenwirkung also – erzeugen. Nur das Verlegen ist dann mit den kleinteiligen „sheets“ viel einfacher.
Apropos „sheet“: Wenn man von Design-Vinylfußböden spricht, sind es meist diese dünnen Verkleb-Elemente. Andererseits werden aber auch Fertigböden angeboten, die dann als Gehschicht eine Vinyl-Lage aufweisen. Solche schwimmend zu verlegende Böden sind dann wie Laminat- oder Fertigparkett zu handhaben. Bei der Herstellung beziehungsweise beim Elementaufbau gibt es dann jedoch Unterschiede.
Üblicherweise ist die Vinylschicht auf ein Trägermaterial (HDF) aufgebracht. Damit ist die Eignung im Nassbereich eingeschränkt, da das Trägermaterial bei Feuchtigkeit doch aufquellen kann. Eine andere Variante ist die mit Kork als Trägerschicht. Damit sind die klassischen Besonderheiten von Kork (dämmend und elastisch) mit den Ansprüchen an einen zeitgemäßen Design-Bodenbelag kombiniert.
Eine dritte Variante sind die reinen Kunststoff-Klickböden. Hierbei ist keine Vinylschicht aufgeklebt, die Elemente bestehen aus einem Material. Diese neue Generation von Designbelägen bietet eine klebstofffreie Alternative. Die Beläge sind zudem feuchtraumgeeignet, d.#h. auch für Küchen oder Bäder sind Holzoptiken kein Tabu mehr.
Wie auch immer – Vinylböden sind optisch auf hohem Niveau und auch technisch ausgereifte Produkte. In Sachen Pflege stehen sie ihren Kollegen von der Rolle in nichts nach. Und mit mehr Pfiffigkeit, mehr Originalität und mehr Individualität können sie auch anderen Bodenbelägen überzeugend paroli bieten. Gerade beim Renovieren. Denn sowohl deren Verarbeitung als auch das Handling sowie der Transport bieten klare Vorteile.
Vinylboden zum Klicken
Mit der Neuheit Bacana hat Windmöller einen Vinylboden am Markt, der im Gegensatz zu anderen Vinyl-Klickböden kein Trägermaterial aus Holzwerkstoff aufweist.
Das bedeutet den Einsatz auch in Bädern oder Wellnessbereichen. Der Boden ist damit ein schwimmend zu verlegender Fertigboden aus Vinyl. Das Verlegen geschieht über eine Längsfugeneindrehung sowie über das stirnseitige Verriegeln von oben her.
Bilderklärung:
Step 1: Die erste Reihe
Step 2: Die zweite Reihe
Step 3: Herabsenken
Step 4: die Stirnseitenverbindung
Floor in box
Eine pfiffige Do-it-yourself-Lösung für Vinylbegeisterte.
Die selbstklebenden PVC-Bahnen sind direkt nach Verlegung begeh- und belastbar.
Und: die Arbeit kann unterbrochen werden da kein Kleber verarbeitet wird. (Tarkett)




