Häuser mit Klinkerfassade

Klinkerhaus von Viebrock
Im nordischen Stil erbaut, bedient das Haus die Sehnsucht nach der Waterkant. Foto: Viebrock "Kundenhaus"

Grundsätzlich unterscheidet man beim Holz-Fertighaus zwei Arten der Verklinkerung: die echte Vormauer vor der eigentlichen Holzverbundkonstruktion und die schmalen Verblendprodukte – aufgeklebte Klinker-Riemchen, die direkt mit dem Wandaufbau verbunden sind. Haacke-Haus hat dafür eigens Polystyrolelemente entwickelt, in denen die Klinker-Streifen werkseitig integriert werden. Ineinander verzahnt kommen sie ebenfalls direkt als Fassade auf die Außenwand. Solche Klinker-Elemente mit Dämmwirkung fließen dann auch in die Energiebilanz des Hauses mit ein.

Die echte Vormauer

Die traditionell vor Ort hochgemauerte zweite Wand aus Klinkersteinen (auch als typische Backsteinoptik bekannt), die mit Hinterlüftung keine direkte Verbindung zur Grundkonstruktion des Hauses hat, zählt trotz großem Querschnitt der Steine bei der Wärmedämmberechnung nicht mit. Erfahrener Hersteller ist hier zum Beispiel Gussek. Bei dieser Firma ist das Klinkerhaus quasi Markenzeichen!

Aber auch Danhaus und Fingerhaus machen es ähnlich. Der Baustoff muss dabei nicht immer Klinker sein, auch Ziegel- oder Kalksandsteinwände sind möglich. Mit sichtbaren Fugen oder komplett überstrichen, ergeben sich dann ganz individuelle Hausansichten.

Ein „Heimspiel“ ist das Verklinkern für Hausbaufirmen, die ohnehin nach althergebrachter Art und Weise ihre Häuser erstellen – aus Ziegel oder Porenbeton Stein auf Stein. Zu ihrer Bautechnik passt die Vormauer wie ein Zwilling zum anderen. Zwischen beiden Wandschalen befindet sich die Dämmung und in der Regel eine trennende Luftschicht. Bekannter Anbieter ist hier zum Beispiel Viebrock.

Waren früher Klinkerhäuser meist schon an ihrer Architektur erkennbar – häufig wirkten sie wie kleine „Trutzburgen“ – sind Planer wie Kunden heute gegenüber neuen optischen Entwicklungen wesentlich aufgeschlossener. Spannende Dachgeometrieen, Anbauteile wie Balkone, Wintergärten, Erker und Gauben, Pultdächer, große Fensterformate oder auch zwei Vollgeschosse sind gerne gesehen.

Das Klinkergesicht ist also freundlicher und offener geworden. Je nach Farbe und Struktur verliert die Mauer an Schwere, wirkt vielmehr filigran, modern und leicht.

Kostenmäßig ist die verklinkerte Fassade natürlich teurer als die verputzte Version. Soll’s die echte Vormauer sein, bewegt man sich bei einem durchschnittlich großen Haus schnell in der fünfstelligen Euro-Dimension. Werden Riemchen gewählt, die schon werkseitig zu montieren sind, hält sich der Zusatzaufwand in Grenzen!

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