Mehr Sonne fürs Massivhaus

Mehr Sonne fürs Massivhaus - Ein großes Backsteingebäude mit Gras vor einem Haus - Manarola
Foto: Fullwood Wohnblockhaus

Bauland ist knapp. Deshalb verwirklichten die Bauherren ihren Traum vom eigenen Heim auf einem bereits bebauten Grundstück in zweiter Reihe. Die ungewöhnliche Architektur entwickelte sich aus dem Wunsch, trotz der geringen Abstände zu den Nachbarn möglichst viel Sonne ins Haus zu holen.

Steile Pultdächer

Die Bedingungen für ein lichtdurchflutetes Haus waren nicht gerade ideal: das Grundstück schmal und langgezogen, zur Straße sowie rechts und links von Gebäuden flankiert, von denen eines direkt an der Grenze steht. Andererseits hieß dies, dass auf dieser Seite keine Grenzabstände eingehalten werden mussten und die Bauherren ihr Haus bis an den Bestand heranrücken durften. Dies schöpften sie auch aus und gingen auf Tuchfühlung mit dem Altbau. Fenster waren in dieser Richtung dadurch nicht möglich. Deshalb wurden hier die Garage sowie der Hauswirtschafts-und Technikraum integriert. 

Trotzdem wollten sie ihren Anspruch, in lichtdurchfluteten Räumen zu leben, nicht ad acta legen und suchten zusammen mit dem Haushersteller nach einer intelligenten Lösung. „Wegen der Lage des Grundstücks und dem Bebauungsplan mussten wir unser Haus nach Norden ausrichten. Gleichzeitig wollten wir so viel Tageslicht wie möglich im Wohnbereich und in allen anderen Räumen haben. Hinzu kam, dass an der Westseite an ein Steingebäude ­angebaut werden musste. Zuletzt wollten wir dann natürlich auch unsere Privatsphäre schützen und Einblicke von Nachbarn minimieren“, zählt der Bauherr auf.

Länglicher Grundriss

Die Lösung: ein länglicher Grundriss, dessen nordseitige Giebelwand sich mit stumpfem Winkel aus der Fassade schiebt. Mit ihren bodentiefen Fenstern in Erd- und Obergeschoss fängt sie die Morgen- und Abendsonne ein, da sie nach Osten und Westen ausgerichtet sind. Für ein großzügiges Raumgefühl sind die Etagen in diesem Bereich über eine Galerie miteinander verbunden. Zusätzlich holen schmale, hoch angebrachte Lichtbänder an der Ostseite Sonne in den offenen Wohnbereich – aber keine neugierigen Blicke. Im Obergeschoss sorgen Dachflächenfenster für natürliche Helligkeit. Das reichte dem Paar aber nicht: „Wir haben noch mehr Tageslicht ins Dachgeschoss gebracht, indem wir zwei steile Pultdächer hochgezogen haben.“ Die senkrechte Wand zwischen den beiden Pulten nutzten sie für drei breite Lichtbänder, durch die viel Morgensonne hereinfällt. Außen bestimmt die Polar­kieferfassade die Optik. Zusammen mit dem langen Baukörper und der Dachform entstand ein Gebäude von sakraler Anmutung – eine ungeplante Hommage an die Stabkirchen Norwegens.

Holzhaus Upladhin Innenraum
Im Erdgeschoss dominieren geschwungene Linien die Inneneinrichtung. Die hochglänzenden Küchenmöbel sind mit einer Natursteinplatte aus „Labrador Seapearl“ belegt.

 

Holzhaus Upladhin Flur
Im Flur reflektieren weiß gestrichene Wände das Licht, das durch die Fensterbänder unterm Dach fällt, sodass eine helle, freundliche Atmosphäre entsteht.

 

Holzhaus Upladhin Galerie
Die Galerie haben sich die Kretschmers sehr wohnlich eingerichtet. Nur eine breite Glasschiebetür trennt den Schlafbereich davon ab.

 

Daten + Fakten

Entwurf: „Upladhin“

Hersteller:

Fullwood Wohnblockhaus
Oberste Höhe, 53797 Lohmar
Tel. 02206/95337-0

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Konstruktion:

Einschalige Blockbohlenkon­struktion, 20 cm (U-Wert 0,18 W/m2K), Kunststoff-Fenster mit Dreifach-Verglasung (Ug-Wert 0,6W/m2K), Pultdächer 50 Grad, Eindeckung ­Betondachsteine.

Technik: Gas-Brennwertheizung, Fußbodenheizung, Kaminofen, thermische Solaranlage für Heizung und Warmwasser

Abmessungen: 7,55 x 13,64 m

Wohnflächen: EG 60,5 m2, OG 50 m2 

Preis: auf Anfrage beim Hersteller

Fotos: Fullwood Wohnblockhaus

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