Top 10: Preiswert bauen

Preiswert bauen Haus

Bauen ist teuer – daran lässt sich nicht rütteln. Aber preiswert bauen ist möglich – wenn die Planung stimmt. Denn unerwartete Ausgaben und Verzögerungen sind die Kostenfalle Nummer eins. Wichtig ist, alle preisrelevanten Entscheidungen in einem frühen Planungsstadium zu fällen – und sich dann daran zu halten. Auch wenn die Verlockung groß ist, statt der geplanten Standard-Ausstattung doch die schickere Luxusvariante zu wählen. Denn viele kleine Details führen in der Summe oft zu erheblichen Mehrkosten und gerade beim Innenausbau kann auch später noch nachgerüstet werden, was bei anderen grundsätzlichen Entscheidungen rund um den Hausbau nicht der Fall ist. Ansatzpunkte zum Preiswert Bauen gibt es viele, wir nennen die wichtigsten zehn Punkte:

1. Grundstück

Hier gibt es viel Sparpotenzial – bei der Größe und der Lage. Bauland in Ballungsgebieten ist teuer und die Grundstücke sind hier meist klein. Daher bieten sich in stadtnahen Gebieten verdichtete Bauformen wie ein Doppel- oder Reihenhaus an, die schon auf etwa 200 Quadratmetern zu realisieren sind.

Für ein freistehendes Einfamilienhaus werden in der Regel mindestens 400 Quadratmeter benötigt. Beispielsweise kostet in der Region Stuttgart baureifes Land im Schnitt zwischen 950 und 2200 Euro pro Quadratmeter. Im 30 Kilometer entfernten Backnang mit S-Bahn-Anschluss lässt sich vergleichsweise preiswert bauen. Hier gibt es Bauland für durchschnittlich 300 bis 500 Euro. Das Sparpotenzial ist also enorm hoch! Allerdings müssen auch die Folgekosten bei einem abgelegenen Grundstück bedacht werden, wie ein eventuell notwendiges zweites Auto.

Wer preiswert bauen möchte, sollte auch auf die Bodenbeschaffenheit achten: Ein Keller wird bei felsigem Untergrund oder drückendem Grundwasser teurer, Hanggrundstücke sind grundsätzlich aufwendig zu erschließen und zu bebauen.

2. Baukörper

Ein einfaches Haus muss nicht langweilig aussehen, ist aber auf jeden Fall günstiger. Also keine Erker, Wintergärten, Gauben oder (zu) kleine Balkone im Obergeschoss. Ein kompaktes Haus braucht auch weniger Heizenergie und spart so doppelt Kosten. Außerdem können solche Anbauten auch später noch problemlos nachgerüstet werden.

3. Keller

Anders sieht es beim Keller aus: Dieser lässt sich nicht nachträglich einbauen. Auch wenn ein Keller rund 25.000 bis 40.000 Euro mehr kostet als eine einfache Bodenplatte, sollte der Verzicht hier gut überlegt sein. Denn ohne Abstellflächen geht es nicht – und die kosten im Haus Platz und auch Geld.

4. Grundriss

Klar gegliederte, durchdachte Grundrisse bieten viel Komfort auf kleiner Fläche. Also keine verwinkelten Flure, schrägen Wände und Galerien. Ein offener Grundriss im Erdgeschoss schafft ein großzügiges Raumgefühl. Im Eingangsbereich sollte nicht an Platz gespart werden, damit Garderobe, Schuhe, Kinderwagen und Gäste nicht zum Stau führen.

5. Küche und Bad

Küche und Bad sind richtige Kostenfallen. Wer auf die Arbeitsplatte aus Granit, goldene Wasserhähne und Sanitär­objekte vom Stardesigner (erst einmal) verzichtet, kann preiswert bauen und spart bis zu 15.000 Euro ohne wirklich Abstriche bei der Qualität machen zu müssen.

6. Fenster und Türen

Fenster und Türen sollten energiesparend und einbruchsicher sein – hier zählt die Qualität! Sparen lässt sich, wenn man sich für Standardmaße und möglichst wenig verschiedene Formate entscheidet. Und: Nicht jedes Fenster muss sich öffnen lassen – Festverglasungen sind günstiger als Fensterflügel. So lässt sich wiederum preiswert bauen.

7. Heizung

Heizung oder Heizsysteme brauchen wenig Platz und können unterm Dach platziert werden. Das spart den Schornstein. Allerdings kann dann kein Kaminofen im Wohnzimmer angeschlossen werden, falls dies später erwünscht ist. Eine richtig eingestellte und energiesparende Heizung (eventuell auch mit Solarenergienutzung) hilft, langfristig zu sparen.

8. Dach

Ein einfaches Satteldach ist günstiger als ein Flachdach. Ein flach geneigtes Dach mit hohem Kniestock schafft mehr Platz im Obergeschoss. Dieser zusätzliche Raum ist meist mit weniger finanziellem Aufwand zu erreichen als eine größere Grundfläche. Einfache Ziegel sind günstiger als glasierte, viel teurer wird es bei exotischen Eindeckungen wie zum Beispiel Schiefer. Wer sich hier zurückhält, für den bleibt preiswert bauen kein Traum mehr.

9. Außenanlagen

Die Kosten für das Drumherum werden oft unterschätzt! Sie machen zwölf bis 18 Prozent des Hauspreises aus. Sicherheitsrelevante Maßnahmen wie Außentreppen, Befestigung von Zugang und Zufahrt und Absicherung von Hängen können schlecht aufgeschoben werden. Gartenteich und Obsbäume dagegen können warten und ein einfacher Zaun ist günstiger als eine Mauer.

10. Finanzierung und Zeitplan

Wichtig ist vor allem, diese Zusatzkosten und die Baunebenkosten für Notar, Grundbucheintrag, Grunderwerbssteuer, Erschließung und Umzug von Anfang an mit in die Finanzierung einzuplanen. Denn Nachfinanzieren wird meist teuer und zerstört den Traum vom Preiswert bauen!

Auch die Zahlungskonditionen des Hausanbieters sind zu beachten. Wird der Hauspreis am Ende in einer Tranche fällig, ist dies meist günstiger, weil Leistungen nicht im Voraus bezahlt werden müssen und der Baukredit nicht in Teilraten abgerufen wird, was sich die Banken bezahlen lassen. Zeit ist Geld – das gilt vor allem beim Hausbau. Ein möglichst genauer Zeitplan hilft, Verzögerungen sofort zu erkennen und einzudämmen. Der Einzugstermin sollte vertraglich festgehalten sein. Je reibungsloser und schneller der Hausbau vonstatten geht, desto kürzer ist die Zeit der Doppelbelastung durch Miete und laufende Baufinanzierung.

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