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Eigenheimfinanzierung weiterhin günstig

03.07.2014

Immobilien rechnen sich gegenüber anderen Anlageformen nach wie vor.
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Foto: Thinkstockphotos, iStock, evp82<br />
Im Juni hat die EZB den Leitzins noch einmal gesenkt – auf das Rekordtief von nur noch 0,15 Prozent. Wird Baugeld jetzt noch billiger? Was sind die Auswirkungen der Zinsentscheidung auf die Hypothekenzinsen?
Droht eine Immobilienblase?

Das anhaltende Zinstief bedeutet, dass die Immobilienfinanzierung weiterhin vergleichsweise günstig ist und dass alternative Anlageformen weiter an Attraktivität verlieren – Sparer, die auf die klassischen Anlageformen wie Renten oder Sparguthaben setzen, haben zurzeit wenig Erfolg. Dadurch ziehen mehr Investoren einen Immobilienkauf in Erwägung, und Hauskäufer sind bei günstigen Konditionen eher bereit, höhere Preise zu zahlen. Beides zusammen könnte zu einer Preisspirale auf dem Immobilienmarkt führen. In manchen Top-Lagen wirkt der Markt bereits überhitzt. Generell sehen Experten in Deutschland aber noch keine Gefahr einer zinsinduzierten Immobilienblase.

Wirkung auf das Baugeld
Normalerweise geben die Banken zumindest einen Teil der Leitzinssenkung an ihre Kreditnehmer weiter. Das gilt aber vor allem für kurzfristige Kredite. Der Einfluss der EZB-Zinspolitik auf die Zinssätze für Baukredite mit längeren Laufzeiten ist eher indirekt. Tatsächlich haben die Sollzinsen für Hypotheken mit langer Laufzeit Ende Juni noch einmal nachgegeben und liegen jetzt durchschnittlich unter 2,5 Prozent (bei einer Zinsbindung von 15 Jahren), manche langfristigen Baukredite gibt es schon unter 2 Prozent.

Es hat allerdings wenig Sinn, bei der Baufinanzierung heute auf sinkende Zinsen zu setzen. Eine weitere Senkung der Leitzinsen ist zwar denkbar, aber die noch möglichen Schritte sind so klein, dass der Effekt auf die Hypothekenzinsen sehr gering ausfallen wird. Anleger sollten sich eher auf langsam steigende Zinsen vorbereiten. Denn viele Experten wie etwa der Chefvolkswirt der KfW, Dr. Jörg Zeuner hoffen auf eine insgesamt verbesserte Konjunkturlage in Deutschland und in der Eurozone – dies würde eine andere Zinspolitik ermöglichen, die Zinsen könnten allmählich anziehen.

Durch günstige Bauzinsen greifbar: das Eigenheim.<br />
Foto: Thinkstockphotos, iStock, AlexRathsZinsbindungsfrist optimieren
Für Baufinanzierer heißt dies, sich (noch einmal) mit der Zinsbindung zu beschäftigen. Bei einem Neuabschluss ist es zurzeit sinnvoll, eine möglichst lange Zinsbindung zu vereinbaren. Und diese Möglichkeit sollten die Kreditnehmer nutzen – ihr Risiko ist in dieser Frage gering. Selbst eine Festlegung auf 20 oder gar 30 Jahre kann nach 10,5 Jahren vom Kreditnehmer gekündigt werden, so steht es im Gesetz.

Ältere Verträge sollten einige Monate vor Ablauf der Zinsbindungsfrist überprüft werden. Denn es gibt heute gute Angebote, einen neuen, günstigeren Zins auf Jahre hinaus festzulegen. Wichtig ist dabei der sorgfältige Vergleich zwischen verschiedenen Anbieterpreisen. Bei der Ausarbeitung von Finanzierungskonzepten helfen auch Finanzdienstleister wie etwa Swiss Life Select. Zu bedenken sind dabei

  • die (Rest)Laufzeit des Kredits,
  • die Höhe der Tilgung, und
  • die eigene Risikoneigung bezüglich einer Zinsänderung.

Eine Hilfe kann dabei ein Zinsbindungsrechner sein. Er ermittelt anhand einer Vergleichsrechnung, zu welchem Zinssatz höchstens der Vertrag verlängert werden sollte, damit die (günstigere) kürzere Zinsbindung sich nicht im Nachhinein als Fehler herausstellt.