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Eine Immobilie kostet Geld

26.06.2019

My Home is my Castle – viele Familien haben sich in den letzten Jahren den Traum vom Eigenheim erfüllt. Angesichts sehr niedriger Bauzinsen nicht verwunderlich. Allerdings kann beim Kauf einer Immobilie auch viel schiefgehen. Leider hat nicht jeder angehende Eigentümer alle Kosten auf dem Radar, welche beim Kauf anfallen. Notar- und Grundbuchgebühren sind nur zwei Beispiele.

Aber auch nach dem erfolgreich abgewickelten Geschäft sind Eigentümer noch nicht aus dem Schneider. Im Gegenteil: Immobilien verursachen laufend Kosten. Hierzu gehören Strom und Wasser in gleicher Weise wie die Gebühren zur Müllabfuhr oder Versicherungsbeiträge. Ausgaben, welche schnell das Budget sprengen können.

Immobilen kosten dauerhaft Geld. Ein Haus muss
dauernd instand gehalten werden.Eine Immobilie bedeutet lebenslang gewisse finanzielle Pflichten - schließlich muss das Haus auch instandgehalten werden. Dazu kommen auch noch die laufenden Kosten. Foto: Rowan Heuvel / Unsplash.com

Hauskauf oder Bau - die Finanzierungskosten

Niedrige Bauzinsen haben die Nachfrage am Immobilienmarkt in den letzten Jahren drastisch steigen lassen. Entsprechend sind die Preise in den letzten Jahren nach oben geklettert. Der vdp Preisindex weist für das Jahr 2018 einen Anstieg gegenüber dem Referenzjahr 2010 von über 40 Zähler aus. Höhere Preise bedeutet, dass Haushalte heute noch stärker auf den Kaufpreis achten. Und alle Möglichkeiten nutzen, um zu sparen.

Trotzdem passiert es immer wieder, dass angehende Eigentümer mit der Finanzierung ihres Eigenheims finanziell plötzlich überfordert sind. Was ist passiert? Mitunter wird schlicht und einfach vergessen, dass beim Kauf oder Bau einer Immobilie nicht nur der Kaufpreis/die Erstellungskosten zu stemmen sind. Unter anderem halten:

– Grundbuchamt
– Notar
– Makler

die Hände auf. Als Faustregel gilt, dass etwa 10 Prozent des Kaufpreises für Kaufnebenkosten einzukalkulieren ist. Hinzu können noch Auslagen für:

1.    Energieberater
2.    Bausachverständige
3.    Gutachter

Und es gibt einen weiteren Punkt, den jeder Kreditnehmer auf dem Schirm haben muss. Darlehen kosten Geld – in Form der Zinsen. Unterm Strich kostet eine Immobilie hierdurch nicht nur 200.000 Euro, sondern schnell 270.00 Euro. Und diese Ausgaben muss die Wertsteigerung des Eigenheims in den nächsten Jahren wiedereinstellen.

Wie sieht ein Praxisbeispiel aus? Angenommen, eine Immobilie kostet 275.000 Euro. Die Nebenkosten belaufen sich auf 4,25 Prozent. Damit würden sich allein hier knapp 11.680 Euro ergeben. Bei einem Kreditzins von 2,45 Prozent p. a. und einer Tilgungszeit von 20 Jahren würden am Ende Kreditkosten von circa 66.900 Euro auf die Eigentümer zukommen. Eine stolze Summe, die erst einmal verdient sein will.

Kosten für etwaige Instandsetzung und Modernisierung der Immobilie

Ist die Immobilie gekauft und abbezahlt, kann es sich bequem gemacht werden. Wer so als Eigentümer denkt, muss sich sehr schnell belehren lassen. Wohneigentum bedeutet am Ende auch eine gewisse Verantwortung. Hintergrund: Sobald das Dach eingedeckt ist, beginnt der Zahn der Zeit an der Immobilie zu nagen.

Regen, Schnee, Frost und Hagel – alles zusammen sorgt für eine stetige Alterung der Immobilie. Selbst in den Wohnräumen ist der Zahn der Zeit irgendwann zu sehen. Flecken auf der Tapete oder Fugen, die sich im Laminat und Parket deutlich zeigen. Ganz zu schweigen vom Look, der sich inzwischen selbst überlebt hat.

Soll heißen: Nach einigen Jahren ist es Zeit für den ersten Tapetenwechsel. Etwas Farbe oder ein neues Badezimmer – die paar hundert oder tausend Euro lassen sich gerade noch aus der „Portokasse“ stemmen. Gerade, wenn Heizung und Dämmung in die Jahre kommen, reichen solche Summen im Regelfall nicht mehr.

Was kostet eine energetische Sanierung?

Wie teuer Maßnahmen zur energetischen Sanierung sind, kann pauschal niemand abschätzen. Es spielen letztlich zu viele Faktoren eine Rolle. Beispiel: Wer nur den Heizkessel austauschen muss, ist mit einem mittleren vierstelligen Betrag dabei – wenn Heizungsrohre und Co. nicht angefasst werden müssen.

Bei einer kompletten Sanierung inklusive:

– Fassadendämmung
– neue Fenster
– Türen
– Dacheindeckung

wird es sehr schnell sehr viel teurer. Mehrere zehntausend Euro sorgen dafür, dass Modernisierungen in solchem Umfang kaum noch aus der Haushaltskasse oder den Ersparnissen zu machen sind.

Eigentümer gehen hier auf die Suche nach Bankkrediten. Viele Kreditinstitute haben in den zurückliegenden Jahren spezielle Darlehenspakete geschnürt – den sogenannten Modernisierungs- oder Sanierungskredit. Letztere können bis zu einer gewissen Summe ohne Grundschuld aufgenommen werden.

Parallel lässt sich in diesem Zusammenhang über eine Kombination aus Bankkredit und Förderung nachdenken. Die KfW bietet einige Programme an, mit denen Eigentümern unter die Arme gegriffen wird. Dazu gehört vor allem das Programm „Energieeffizient sanieren“ (Nr. 153). Und auch Landesbanken gehören zu jenen Anlaufstellen, die finanzielle Unterstützung anbieten können. Hierbei kommt es jedoch immer auf den konkreten Zweck an.

Laufende Kosten für die eigene Immobilie

Das eigene Haus in Schuss zu halten ist eine Sache. Wer über den Kauf einer Immobilie nachdenkt, darf die laufenden Kosten nicht vergessen. Hierzu gehören Kosten, die auch Mietern bekannt vorkommen. Strom und Wasser sind laufende Betriebskosten, die eigentlich jeder zu stemmen hat. Eigentümern muss klar sein, was auf sie noch alles zukommt.
Beispiel Gebäudeversicherung: Finanziert die Bank das Haus mit, ist deren Abschluss im Regelfall eine Grundbedingung aus dem Darlehen. Und am besten wird hier auch über den Elementarschadenschutz nachgedacht. Aber auch die Hausratversicherung und private Haftpflichtversicherung darf nicht auf die lange Bank geschoben werden. Hinzu kommen weitere Ausgaben, wie:

1.    Abwasser
2.    Grundsteuer
3.    Müllgebühren
4.    Kosten des Versorgers für den Stromzähler usw.

Unterm Strich geht es hier im Monat um ein paar hundert Euro, welche zusammenkommen. Einen solchen Posten nicht mit auf der Rechnung zu haben, wird am Ende sehr ärgerlich für Eigentümer.

Die dauerhaft anfallenden Kosten für eine Immobilie sollten mit eingeplant werden.
Die Kosten sollten vorher genau geplant werden. Foto: Helloquence / Unsplash.com

Fazit: Kosten für Wohneigentum nicht unterschätzen

Wohneigentum – für viele ein Grund, Schulden zu machen. Angehende Eigentümer, welche über den Hauskredit nachdenken, sollten erst einmal genau nachrechnen. Oft werden nicht alle Kosten, die rund um den Kauf oder das Haus entstehen, bedacht. Gerade Aspekte wie die Gebäudeversicherung oder Abgaben auf den Grunderwerb können in dieser Situation zur teuren Überraschung werden. Und es lohnt sich auch, beim Kredit noch einmal nachzurechnen. Sind mehrere tausend Euro kein Argument, vielleicht doch noch nach einem günstigeren Kredit zu suchen?