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Förderprogramme für energieeffizientes Bauen

29.06.2017

Für Häuser, die 45 oder sogar 60 Prozent weniger Energie verbrauchen als maximal zulässig wäre, können Baufamilien staatliche Fördergelder beantragen. Hier erfahren Sie, welche Förderprogramme für energieeffizientes Bauen und die Nutzung regenerativer Energien infrage kommen.

fotolia.de – ©Stockfotos-MG

Ganz pauschal lässt sich sagen: Je weniger Energie ein Haus benötigt und je mehr regenerative Energien für die Beheizung zum Einsatz kommen, desto mehr Fördergelder können dafür beantragt werden. Zwar kostet ein energetisch hochwertiger Baustandard unter Umständen mehr, dafür hilft er aber auch, langfristig Energiekosten zu sparen, verspricht mehr Wohnkomfort und einen besseren Werterhalt des Eigenheims.

Außerdem müssen Neubauten immer effizienter werden. Hintergrund ist die EU-Gebäuderichtlinie von 2010, welche die Mitgliedsländer dazu verpflichtet, dass alle Gebäude ab 2021 als Niedrigstenergiegebäude gebaut werden müssen. Dazu sollen alle Mitgliedsländer einen Niedrigstenergiestandard definieren und diesen der EU mitteilen. In Deutschland ist dies noch nicht geschehen. Laut dem Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) entsprechen die EU-Anforderungen jedoch annähernd dem bereits etablierten Förderstandard „KfW-Effizienzhaus 55“.

Die einzelnen Förderprogramme der KfW-Bank

Das entsprechende Förderprogramm der KfW-Bank heißt „Energieeffizient Bauen“ (Programmnummer 153). Neben dem oben erwähnten „KfW-Effizienzhaus 55“ – das rechnerisch einen um 45 Prozent niedrigeren Energiebedarf hat, als es die Energie-Einsparverordnung (EnEV) vorschreibt – gibt es noch das „KFW-Effizienzhaus 40“, und seit 2016 das „KfW-Effizienzhaus 40 Plus“.

Besonders an diesem neuen Standard ist, dass ein wesentlicher Teil des Energiebedarfs unmittelbar am Gebäude erzeugt und gespeichert wird. Er gilt für Häuser, die mittels einer Photovoltaik-Anlage, kleiner Windkraftanlage oder einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage Strom erzeugen, der in einer Batterie gespeichert und vorrangig selbst genutzt wird.

Seit 2016 bietet die KfW-Bank außerdem für das „Effizienzhaus 55“ ein vereinfachtes Verfahren an: Werden bestimmte U-Werte eingehalten und mit einer vordefinierten Heizungsanlage kombiniert, ist ein rechnerischer Nachweis nicht mehr notwendig. Das senkt die Kosten für den Antrag.

Gefördert wird über besonders zinsgünstige Darlehen und Tilgungszuschüsse. Beantragt wird der Förderkredit über die jeweilige Hausbank, welche die Anfrage an die KfW-Bank weiterleiten muss. Pro Wohneinheit kann ein Kredit von bis zu 100000 Euro mit bis zu 20-jähriger Zinsbindung gewährt werden.

Zusätzlich gibt es einen Tilgungszuschuss, also Geld, das nicht zurückgezahlt werden muss: Beim Effizienzhaus 55 sind es 5 Prozent der Darlehenssumme (also bis zu 5000 Euro), beim Effizienzhaus 40 sind es 10 Prozent der Darlehenssumme (also bis zu 10000 Euro) und beim Effizienzhaus 40 Plus 15 Prozent der Darlehenssumme (also bis zu 15000 Euro).

Weitere Vorteile bietet die Möglichkeit kostenloser Sondertilgungen. Außerdem ist eine Kombination mit anderen Förderprogrammen möglich. Zum Beispiel mit dem „Wohneigentums-Programm“ (124/134) der KfW.

Moderne Architektur, flexible Nutzungsmöglichkeiten und eine zukunftsweisende Haustechnik machen dieses Effizienzhaus zum Allrount-Talent. Foto: Buedenbender
Weitere Infos zu diesem Musterhaus von Büdenbender finden Sie in unserer Hausdatenbank »»

Zuschüsse für innovative Haustechnik und regenerative Energien

Wer in moderne Haustechnik und die Verwendung von regenerativen Energien investiert, wird vom Staat belohnt. Die Anschaffung einer innovativen Brennstoffzellen-Heizung wird zurzeit im Programm „Zuschuss Brennstoffzelle (433)“ mit stattlichen Summen unterstützt. Der Zuschuss setzt sich zusammen aus einem Festbetrag (Grundförderung) von 5700 Euro und einem leistungsabhängigen Betrag (Zusatzförderung) von 450 Euro je angefangener 100 Watt. Es werden maximal 40 Prozent der förderfähigen Kosten bezuschusst.

Auch Photovoltaik-Anlagen und Batteriespeicher können zusätzlich gefördert werden über die Programme Erneuerbare Energien „Standard“ (270/274) und „Speicher“ (275). Letzteres ist seit Januar 2017 neu aufgelegt und soll bis Ende 2018 laufen – allerdings mit sinkenden Tilgungszuschüssen, schnell sein lohnt sich hier also.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bietet im Rahmen der Innovations-Förderung wieder Fördergelder für besonders effiziente Haustechnik und Wärmepumpen im Neubau an. Diese sind ebenfalls teilweise mit den KfW-Programmen kombinierbar. Und für spezielle Energiespar-Maßnahmen gibt es je nach Standort teilweise auch Geld von Ländern und Kommune. Wer die Förderungen geschickt kombiniert, kann die Mehrkosten für ein besonders energieeffizientes Haus also zumindest teilweise wieder ausgleichen.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in der Zeitschrift bauen 4/5-2017 »»

Weitere Förderprogramme finde Sie unter folgenden Links:

www.energiefoerderung.info
www.klima-sucht-schutz.de
www.effizienshaus-online.de