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Preiswert bauen heißt besser planen

27.02.2013

Die schlechte Nachricht zuerst: Bauen wird immer teuerer. „Die Baukosten für Neubauten sind 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent gestiegen“, sagt Rüdiger Grimmert von der BHW Bausparkasse. Die gute Nachricht: Finanzierungen sind in den letzten Jahren immer günstiger geworden. Laut dem Baugeldvermittler Interhyp liegen die Baugeldzinsen derzeit auf dem niedrigsten Stand in der Geschichte der Bundesrepublik. Preisgünstig Bauen ist nach wie vor möglich, zumal es sowieso eher eine Frage geschickter Planung denn allgemeiner Baupreise ist.

Ein weiterer Lichtblick: Die Baukostensteigerungen gehen gerade im Holzfertigbau auch mit steigender energetischer Qualität einher. Und mehr Qualität ist der Schlüssel zu preiswertem Bauen in seiner besten Form. Denn billige Angebote, die nachgebessert werden müssen, mangelhaft ausgeführte Bauleistungen und Bauzeitverzögerung aufgrund schlechter Planung sind die Kostenfallen schlechthin.

Wer langfristig gesehen günstig bauen will, sollte folgende Punkte beachten:

Small is beautiful: Gut geplant bieten kleine Häuser mehr Lebensqualität auf weniger Fläche. (Schwörer)Grundstück und Baukörper nur so groß wie nötig
Bauland in Ballungsgebieten ist begehrt – und teuer. Deshalb sind die Grundstücke hier meist sowieso klein. In stadtnahen Gebieten ist dafür in der Regel der Werterhalt einer Immobilie besser, die Infrastruktur komfortabler. Hier bieten sich verdichtete Bauformen wie ein Doppel- oder Reihenhaus an, die schon auf etwa 200 Quadratmetern zu realisieren sind. Für ein freistehendes Einfamilienhaus werden mindestens 400 Quadratmeter benötigt.

Wer Kosten sparen möchte, sollte auch auf die Bodenbeschaffenheit achten: Ein Keller wird bei felsigem Untergrund oder drückendem Grundwasser teurer, Hanggrundstücke sind grundsätzlich aufwendig zu erschließen und zu bebauen.

Für den Baukörper gilt: Ein gut geplantes, wohlproportioniertes, einfaches Haus, das sparsam mit Grundstücks- und Wohnfläche umgeht, muss nicht langweilig aussehen, ist aber auf jeden Fall günstiger. Also keine Erker, Wintergärten, Gauben oder (zu) kleine Balkone im Obergeschoss. Ein kleineres, kompaktes Haus bedeutet auch weniger Pflegeaufwand und weniger Heizenergieverbrauch. Damit spart es doppelt Kosten. Außerdem können Anbauteile, wenn gewünscht oder
benötigt, auch später nachgerüstet werden.

Anders sieht es beim Keller aus: Dieser lässt sich nicht nachträglich einbauen. Auch wenn ein Keller rund 25.000 bis 40.000 Euro mehr kostet als eine einfache Bodenplatte, sollte der Verzicht hier gut überlegt sein. Denn ohne Abstellflächen geht es nicht – und die kosten im Haus Platz und auch Geld.

Nebenkosten und Zeitplan mit Finanzierung abstimmen
Wer ohne Keller baut, kann 25000 bis 40000 Euro sparen. Allerdings lässt sich ein Untergeschoss nie nachrüsten – und Abstellflächen kosten auch „oberirdisch“ Geld. (Glatthaar)Die Kosten für Außenanlagen werden oft unterschätzt! Sie machen 12 bis 18 Prozent des Hauspreises aus. Sicherheitsrelevante Maßnahmen wie Außentreppen, Befestigung von Zugang und Zufahrt und Absicherung von Hängen können schlecht aufgeschoben werden, Gartenteich und Obstbäume dagegen können warten und ein einfacher Zaun ist günstiger als eine Mauer.

Wichtig ist vor allem, diese Zusatzkosten und die Baunebenkosten für Notar, Grundbucheintrag, Grunderwerbssteuer, Erschließung und Umzug von Anfang an mit in die Finanzierung einzuplanen. Denn Nachfinanzieren wird in der Regel teuer! Gold wert ist eine gute, eventuell institutsunabhängige Finanzierungsberatung, die alle Fördermöglichkeiten, zinsverbilligte KfW-Kredite, Riester-Zulagen und Steuervorteile aufzeigt.

Auch die Zahlungskonditionen des Hausanbieters sind zu beachten. Wird der Hauspreis am Ende in einer Tranche fällig ist dies meist günstiger, weil Leistungen nicht im voraus bezahlt werden müssen und der Kredit nicht in Teilraten abgerufen wird, was sich die Banken bezahlen lassen.

Zeit ist Geld – das gilt vor allem beim Hausbau
Ein möglichst genauer Zeitplan hilft, Verzögerungen sofort zu erkennen und einzudämmen. Der Einzugstermin sollte vertraglich festgehalten sein. Je reibungsloser und schneller der Hausbau vonstatten geht, desto kürzer ist die Zeit der Doppelbelastung durch Miete und laufende Baufinanzierung.

Und am Ende gilt wie bei allen Verträgen: Kleingedrucktes Lesen und Unklarheiten von einem Fachmann prüfen lassen. Das schützt vor vorschnellen Entscheidungen  – und die durchaus üblichen Stornokosten in Höhe von 10 Prozent sind bei einem so kostenintensiven Projekt wie dem Hausbau auch keine Kleinigkeit. Scheuen Sie sich nicht, Hilfe von Verbraucherzentralen, Bauherren-Verbänden oder Sachverständigen in Anspruch zu nehmen. So kann ein Baugrundgutachten vor teuren Überraschungen bei der Gründung schützen und ein unabhängiger Baubegleiter kleine Mängel erkennen, bevor sie zum großen Problem werden. Im Zweifelsfall sind die Kosten für einen Sachverständigen meist gut investiertes Geld, auch wenn sie zunächst hoch erscheinen.