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Versicherungen und Fertighäuser

20.09.2011

Weil Häuser in vorgefertigter Holzbauweise schnell aufgebaut sind, besteht ein erheblich geringeres Schadensrisiko, was sich in besonders günstigen Versicherungen während der Bauzeit auswirkt.Der Holz-Fertigbau hat sich gegenüber den klassischen Massivbauweisen  längst emanzipiert. Moderne Fertighäuser zeichnen  sich  durch  ein  zeitgemäßes Erscheinungsbild aus sowie durch äußerst geringen Energieverbrauch. Die qualitätsgeprüfte Herstellung der Bauelemente im Werk sowie die Preis- und Termingarantie bieten Bauherren ein hohes Maß an Sicherheit.

Bauphase
Das hat sich auch bei den Versicherern herumgesprochen. Deshalb können Bauherren von Fertighäusern während der Bauphase in vielen Fällen mit besonders günstigen Versicherungskonditionen rechnen. Denn der schnelle Baufortschritt und die insgesamt kurze Bauzeit von vorgefertigten Gebäuden minimieren das Schadensrisiko.

„Viele  Versicherungs-Gesellschaften bieten die unverzichtbare Bauherrenhaftpflicht-Versicherung deutlich billiger an, wenn ein Fertighaus gebaut wird. Auch die Bauleistungs-Versicherung gibt es zu günstigen Konditionen speziell für Fertighäuser. Hier können clevere Bauherren bares Geld sparen“, betont Dirk-Uwe Klaas,  Hauptgeschäftsführer  des  Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF).

Deshalb machten einige Versicherer den Beitrag für die Bauherrenhaftpflicht-Versicherung von der Dauer der Bautätigkeit abhängig. Sie belohnen laut BDF die kurze Bauzeit von Fertighäusern mit hohen Nachlässen zwischen knapp 30 und mehr als 50 Prozent. Bei der Bauleistungsversicherung, die Beschädigungen am Rohbau abdeckt, ist ebenfalls eine Ersparnis von 30 Prozent für das Fertighaus drin.

Diese Aussage deckt sich mit den Untersuchungen, der Redaktion „Finanztest“, die Bauversicherungen unter die Lupe genommen hat (Ausgabe 5/2011). Sowohl bei  Bauleistungsversicherungen als auch bei den Bauherren-Haftpflichtversicherungen gab es Preisunterschiede von bis zu 50 Prozent. In absoluten Zahlen machte das je nach Bausumme ca. 50 bis 120 Euro aus.

Laut BDF-Experten Klaas haben Bauherren von Fertighäusern noch weitere Vorteile in punkto Versicherung. Auch das sogenannte Auswahlverschulden des Bauherrn sei im Fertighausbau geringer als bei einem herkömmlichen Bauablauf. „Die Handwerker werden nämlich vom Haushersteller ausgewählt, der ihr Können und ihre Erfahrung besser einschätzen kann als der Bauherr.

Im Schadensfall kann ihm also niemand vorwerfen, unqualifizierte Arbeiter auf seiner Baustelle beschäftigt zu haben.“ Außerdem böten einige Versicherer auch dann eine günstigere Prämie für Fertighäuser an, wenn der Bauherr Eigenleistungen erbringt. „Dabei wird einkalkuliert, dass die Fertighaus-Hersteller ihren Kunden oft auch bei der Eigenleistung beratend zur Seite stehen“, erklärt Klaas.

Nach dem Einzug werden Fertighausbesitzer von den meisten Versicherungsunternehmen nicht mehr schlechter gestellt als Besitzer von Massivhäusern.Nach dem Einzug
Während der Bauphase sind Fertighaus-Bauherren versicherungstechnisch also im Vorteil. Doch wie sieht es nach dem Einzug in die eigenen vier Wände mit der Wohngebäudeversicherung aus? Verlangen Versicherer für Holzfertighäuser immer noch höhere Prämien wie in früheren Jahren, als davon ausgegangen wurde, dass Fertighäuser einem Feuer nicht so lange standhalten wie Massivhäuser?

Die Meinungen gehen hier auseinander. Hajo Köster, Justiziar beim Bund der Versicherten (BdV) sagt: „Das ist nach wie vor so.“ Dem widerspricht eine Pressemitteilung der HDI-Gerling Versicherungen, in der ausdrücklich betont wird, dass das Unternehmen „keinen Risikozuschlag für Fertighäuser berechnet.“ Und auch bei der Axa-Versicherung „spielt die Bauweise keine Rolle mehr“, wie Referentin Jessica Voß bekräftigt. „Lediglich bei der Bedachung wird nach harten und weichen Materialien unterschieden. Bei weichen Eindeckungen gibt es einen Risikozuschlag in Bezug auf Feuer, Sturm und Hagel.“

Auch BDF-Sprecher Christoph Windscheif ist nichts bekannt, dass es bei der Wohngebäudeversicherung eine Ungleichbehandlung von Bauarten gibt, rät aber zu Vorsicht. „Da muss jeder Bauherr vergleichen. Wenn ein Anbieter einen Unterschied macht zwischen Massivhaus und Holzfertighaus, dann sollte sich der Hausbesitzer fragen, ob er sich darauf einlassen will. Der Wettbewerb unter den Versicherern ist groß genug.“

Ähnlich argumentiert Stefan Kreuter, Geschäftsführer der Weberhaus Finanzierungsservice GmbH. „Ich kann nicht ausschließen, dass es Versicherungen gibt, die bei Holzfertighäusern mehr verlangen, aber standardmäßig ist mir nichts bekannt.“ Für ihn macht eine solche Unterscheidung keinen Sinn. „Ein Dachstuhl brennt ja gleich, ob auf einem Massivhaus oder auf einem Holzfertighaus.“

Wichtiger als die Bauweise seien die Brandschutzklassen: „Die stehen ja im Vertrag drin, sonst würde man keine Baugenehmigung bekommen. “Kreuter rät Bauherren grundsätzlich zu kurzen Laufzeiten. „Ich wohne selbst seit elf Jahren in einem Weberhaus und schließe über einen Makler immer nur für ein Jahr ab“, betont er. „In dieser Zeit habe ich schon drei Mal den Anbieter gewechselt. Es reicht vollkommen, für ein Jahr abzuschließen. Wenn man nichts unternimmt, verlängert sich die Versicherung eh automatisch.“

Tipp: Wenn Versicherungen mit günstigen Fertighaus-Tarifen für die Bauzeit locken, fragen Sie die Ansprechpartner, wie Sie hinterher als Hausbesitzer behandelt werden. Umgekehrt bieten einige Versicherer Wohngebäude-Versicherungen an, bei der das Haus schon als Rohbau während der Bauphase gegen Schäden durch Feuer versichert ist. Diese  Kombi-Angebote  sollten genau geprüft und mit Einzel-Versicherungen verglichen werden. Unter Umständen ist es günstiger, nach dem Einzug den Versicherer zu wechseln.