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Zinstief zur Hausfinanzierung nutzen

28.04.2015


Dachte man schon vor einiger Zeit, die Talsohle des Zinstiefs sei erreicht, so fielen die Zinsen prompt auf immer neue historische Tiefststände (Alle Angaben Stand 14.01.2015). Bauherren dürfen sich freuen und müssen gleichzeitig auf der Hut sein. Denn um das Zinstief richtig zu nutzen, müssen ein paar Regeln und Kenngrößen beachtet werden.

Hypothekendarlehen sind sagenhaft günstig zu haben. Und das auch bei weit längeren Zinsbindungen als den lange Zeit üblichen zehn Jahren. 15 oder 20 Jahre Zinsbindung sind geradezu Bauherrenpflicht. Wer z.B. bei einem Bauvorhaben von 300.000 Euro Eigenkapital von 60.000 Euro mitbringt und das Darlehen in Höhe von 240.000 Euro auf 15 Jahre festlegt, zahlt nur einen Sollzins von 1,75 Prozent (effektiv 1,76 Prozent)!

Lange Laufzeit wählen, Sicherheit genießen

Der Aufpreis für 20-jährige Zinsfestschreibungen hält sich in Grenzen; Gerade mal 2,03 Prozent Sollzins werden dann fällig (eff. 2,05 Prozent). Solche Darlehenssummen sind durch einen Bausparvertrag normalerweise nicht abgedeckt. Wer einen besitzt, der jetzt zuteilungsreif ist, kann sich über den vergleichsweise hohen Guthabenzins freuen, den er während des Ansparens bekommen hat, und das angesparte Geld als Eigenkapital oder als Barreserve einsetzen. Das Bauspardarlehen in Anspruch zu nehmen, lohnt sich vermutlich nicht, da die Darlehenszinsen höher sein dürften als für ein aktuelles Hypothekendarlehen (weitere Infos zum Bausparen im Kasten auf dieser Seite).

Hohe Tilgung wählen, Restschuld drücken

Um das Zinstief richtig zu nutzen, ist es unabdingbar, eine möglichst hohe Tilgung zu wählen, um am Ende der Zinsbindung möglichst wenig Schulden übrig zu haben. Denn es kann sein, dass bei anstehender Kreditverlängerung die Zinsen erheblich gestiegen sind. Je kleiner also die Restschuld, umso kleiner das Risiko bei der Anschlussfinanzierung.

Dazu ein paar Berechnungen zum oben angeführten Beispiel. Wer seinen Kredit  in Höhe von 240.000 Euro auf 15 Jahre festschreibt und nur mit anfänglich 1,0 Prozent tilgt, hat zwar eine monatliche Rate von nur 550 Euro, bleibt aber auf einer Restschuld von 198.867 Euro sitzen! Muss diese dann mit einem Sollzins von 6,0 Prozent finanziert werden, erhöht sich die monatliche Rate auf 1.254 Euro – mehr als das Doppelte! Daher ist eine anfängliche Tilgung von mindestens 3,5 Prozent unbedingt zu empfehlen. Die monatliche Rate in Höhe von 1.050 Euro dürfte nicht weit weg von vielen Kaltmieten sein. Die Restschuld beläuft sich dann auf 96.034 Euro.

Auch Sondertilgungen können die Restschuld spürbar mindern. Fünf bis zehn Prozent der Darlehenssumme pro Jahr sind inzwischen gängige Vertragspraxis. Wer also z.B. erbt, kann diesen Segen (teilweise) zum schnelleren Schuldenabbau nutzen.

Förderprogramme von der KFW-Bank

Ergänzen lässt sich die Hausfinanzierung durch den Einbau von Fördermitteln. Die KfW-Förderbank des Bundes bietet ausgewählte Programme an, deren Zinssätze noch günstiger sind als die „normalen“ Hypothekenkredite. Zu nennen sind in erster Linie die Programme 153 „Energieeffizient bauen“ und 274/275 „Solarstrom“ (ohne bzw. mit Batteriespeicher).

Haus und Kredit

Alles aus einer Hand. Unter diesem Motto schließen viele Bauherren einen Vertrag mit einem Fertighaushersteller ab. Zertifizierte Bauqualität, Termin- und Preisgarantie sind zwei gewichtige Vorzüge.

Hersteller wie Weberhaus, Schwörer Haus oder Huf Haus bieten ihren Kunden darüber hinaus den Service, sich auch um die Hausfinanzierung zu kümmern. Da diese Firmen ein gewisses Standing auf dem Markt haben und sich Spezialisten mit Kreditfragen befassen, können Bauherren auch hiervon profitieren.