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Zukunftssicher sparen

12.03.2014

Für die meisten Menschen ist der Hausbau ein finanzieller Kraftakt. Stimmt die Planung, lässt sich relativ preiswert bauen. Schließlich sind unerwartete Ausgaben und Verzögerungen der größte Preistreiber in Sachen Eigenheim.

Wichtig ist, alle kostenintensiven Entscheidungen bereits in einem frühen Planungsstadium zu fällen und sich dann an diese auch zu halten, selbst wenn es ab und an schwer fällt, die Luxus-Variante links liegen zu lassen und statt dessen zur Standard-Ausstattung greifen zu müssen. Schließlich machen gerade viele vermeintlich kleine Details in ihrer Summe den Bau unnötig teurer. Tröstlich: Es lässt sich auch später, bei entspannterer Haushaltslage, noch die ein oder andere Komponente verändern, was bei anderen Entscheidungen rund um den Hausbau nicht immer möglich ist. Das fängt schon beim Wichtigsten an, dem Grundstück.

Bauland in Ballungsgebieten ist begehrt – und teuer. Deshalb sind die Grundstücke hier meist kleiner. In stadtnahen Gebieten ist in der Regel der Werterhalt einer Immobilie besser, die Infrastruktur komfortabler. Hier bieten sich verdichtete Bauformen wie ein Doppel- oder Reihenhaus an, die schon auf etwa 200 Quadratmetern zu realisieren sind. Für ein freistehendes Einfamilienhaus sind dagegen mindestens 400 Quadratmeter nötig.

Wer Kosten sparen möchte, sollte auch auf die Bodenbeschaffenheit achten: Ein Keller wird bei felsigem Untergrund oder drückendem Grundwasser teurer, Hanggrundstücke sind grundsätzlich aufwendig zu erschließen und zu bebauen.

Auch kleinere, kompakt gebaute Häuser bieten viel Wohnraum und schonen zusätzlich den Geldbeutel. (Bild: Hanlo Haus)Die richtige Dimension für Haus und Bauplatz wählen
Für den Baukörper gilt: Ein gut geplantes, wohlproportioniertes, einfaches Haus, das sparsam mit Grundstücks- und Wohnfläche umgeht, muss nicht langweilig aussehen und ist auf jeden Fall günstiger. Also keine Erker, Wintergärten, Gauben oder (zu) kleine Balkone im Obergeschoss. Ein kleineres, kompaktes Haus braucht zudem weniger Pflegeaufwand und Heizenergie. Damit spart es doppelt Kosten. Anbauteile können später nachgerüstet werden. Anders sieht es beim Keller aus: Auch wenn ein Keller zwischen 25000 und 40000 Euro mehr kostet als eine einfache Bodenplatte, sollte der Verzicht hier gut überlegt sein. Denn ohne Abstellflächen geht es nicht – und die kosten im Haus Platz und Geld.

Klar gegliederte, durchdachte Grundrisse bieten viel Komfort auf kleiner Fläche. Denn Platz zum Wohnen erfordert nicht unbedingt mehr und teure Quadratmeter, sondern eine gute Planung. Also keine verwinkelten Flure, schrägen Wände und Galerien. Ein offener Grundriss im Erdgeschoss schafft ein großzügigeres Raumgefühl. Im Eingangsbereich sollte genügend Platz für Garderobe, Schuhe, Kinderwagen und  Gäste sein.

Küche und Bad sind echte Kostenfallen. Wer auf die Arbeitsplatte aus Granit, „goldene Wasserhähne“ und Sanitär­objekte vom Stardesigner (vorerst) verzichten kann, spart bis zu 15 000 Euro, ohne wirklich Abstriche bei der Qualität machen zu müssen.
Fenster und Türen sollten energiesparend und einbruchsicher sein – hier zählt die Qualität! Sparen lässt sich, wenn man sich für Standardmaße und möglichst wenig verschiedene Formate entscheidet. Und: Nicht jedes Fenster muss sich öffnen lassen – Festverglasungen sind günstiger als Fensterflügel.

Die Wahl der Heizungsanlage beeinflusst langfristig die Unterhaltskosten des Hauses. Um sparsam zu sein, muss sie genau auf die Haushülle und die Bedürfnisse der Familie abgestimmt sein. Moderne Heizsysteme brauchen wenig Platz und können unterm Dach platziert werden. Das spart den Schornstein. Allerdings  lässt sich dann kein Kaminofen mehr im Wohnzimmer angeschließen., falls dies später einmal erwünscht sein sollte.

Foto: YtongSparpotenzial bei Kniestock und Dachziegel
Ein einfaches Satteldach ist günstiger als ein Flachdach. Ein flach geneigtes Dach mit hohem Kniestock schafft mehr Platz im Obergeschoss. Dieser zusätzliche Raum ist meist mit weniger finanziellem Aufwand zu erreichen als eine größere Grundfläche. Einfache Ziegel sind günstiger als glasierte, deutlich teurer wird es dann bei „exotischen“ Eindeckungen wie beispielsweise Schiefer.

Die Kosten für Außenanlagen werden oft unterschätzt! Sie machen 12 bis 18 Prozent des Hauspreises aus. Sicherheitsrelevante Maßnahmen wie Außentreppen, Befestigung von Zugang und Zufahrt und Absicherung von Hängen können schlecht aufgeschoben werden, Gartenteich und Obstbäume dagegen können warten und ein einfacher Zaun ist günstiger als eine Mauer.

Wichtig ist vor allem, diese Zusatzkosten und die Baunebenkosten für Notar, Grundbucheintrag, Grunderwerbssteuer, Erschließung und Umzug von Anfang an mit in die Finanzierung einzuplanen. Denn Nachfinanzieren wird in der Regel teuer! Gold wert ist eine gute, (institutsunabhängige) Finanzierungsberatung, die alle Fördermöglichkeiten aufzeigt: zinsverbilligte KfW-Kredite, Riester-Zulagen, Steuervorteile ...

Auch die Zahlungskonditionen des Hausanbieters sind zu beachten. Wird der Hauspreis am Ende in einer Tranche fällig ist dies günstiger, da Leistungen nicht im Voraus bezahlt werden müssen und der Kredit nicht in Teilraten abgerufen wird, was sich die Banken bezahlen lassen.

Zeit ist Geld – das gilt vor allem beim Hausbau. Ein möglichst genauer Zeitplan hilft, Verzögerungen sofort zu erkennen und einzudämmen. Der Einzugstermin sollte vertraglich festgehalten sein. Je reibungsloser und schneller der Hausbau vonstatten geht, desto kürzer ist die Zeit der Doppelbelastung durch Miete und laufende Baufinanzierung.

Und am Ende gilt wie bei allen Verträgen: kleingedrucktes lesen und Unklarheiten von einem Fachmann prüfen lassen. Das schützt vor übereilten Entscheidungen.

PDF-Download: "Wann lohnt sich die Muskelhypothek?"