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Heiße Pelletöfen in coolem Outfit

04.10.2011

Die Anfänge von Feuerstätten, die mit Pellets beheizt werden, gehen in unsere jüngste Vergangenheit zurück, genau genommen in das Jahr 1980. Dort beschäftigte sich der amerikanische Flugzeugingenieur Jerry Whitefield aus Seattle in seiner Freizeit mit der Frage, wie eine umweltfreundliche Holzheizung genauso komfortabel wie eine Öl- oder Gasanlage betrieben werden könnte.

1983 entwickelte er dann den ersten Pelletofen für den privaten Gebrauch. Seinen Prototypen stellte er 1984 auf einer Messe in Nevada vor. Mit Erfolg: Er konnte über 1000 Interessenten mit seiner Idee überzeugen und verdeutlichte, dass Heizen mit Holz nicht immer mit schweißtreibendem Holzhacken gleichzusetzen ist.

"Dave water+", mit integriertem Wärmetauscher für den Anschluss an die Zentralheizung. Wodtke</p>
<p><a href="http://www.ofenwelten.de/" target="_blank">Weitere Pelletöfen finden Sie auf ofenwelten.de »»</a>Mit einiger Verzögerung kamen die Pelletheizungen dann auch zu uns. Verzögerungen wohl auch deswegen, weil der Brennstoff Pellets für Kleinfeuerungsanlagen bis 1996 gar nicht zugelassen war. Pionierarbeit in Deutschland leistete die Firma Wodtke, die 1991 den ersten Proto-Typ eines Pellet-Primärofens auf den Markt brachte und sich im Laufe der folgenden Jahre mehr und mehr zum absoluten Spezialisten der Pellettechnik im Ofenbau entwickelte.
Je nach Anwendungsform und auch dem individuellen Wunsch des Betreibers lassen sich mit Pellets rein manuelle Konzepte im Ein- und Mehrraumbereich verwirklichen. Dies sind beispielsweise Kaminöfen oder Kachelöfen mit einer Bedienung ähnlich der mit Scheitholz.

Komfortablere Systeme mit einem größeren
Anteil an Regel- und Anlagentechnik bieten halbautomatischen Betrieb. Auch diese Konzepte lassen sich bei Kaminöfen beziehungsweise Kachelöfen verwirklichen. Bei Zentralheizungen ist eine vollautomatische Betriebsweise angesagt.

Entsprechend der veränderten Eigenschaften des Brennstoffes ist auch die Anlagentechnik um die Feuerstätte herum kaum mit der herkömmlichen Öl- oder Gasheizung noch mit der für Scheitholzanlagen zu vergleichen. Auch bei der Brennstofflagerung und dem Brennstofftransport gilt es Neuerungen zu beachten. Zusätzlich zur 
eigenen Feuerstätte benötigt man eine Bevorratung mit Brennstoff. Dies kann in Säcken erfolgen oder aber in Silos oder Lagerräumen.

Brennstofftanks
In oder an der Feuerstätte befindet sich typischerweise ein kleiner Brennstofftank, bei größeren Systemen oft auch als Tagestank bezeichnet. Aus diesem Vorrat entnimmt die Feuerstätte selbst die zur Verbrennung benötigten Pellets und führt diese zu dem Brennraum. Diese Brennstoffzufuhr erfolgt über Förderschnecken innerhalb des Gerätes. Aber auch eine rein über Schwerkraft bewerkstelligte Zufuhr der Pellets ist möglich.

Druckfrisch am Kiosk:<br />
Kamine & Kachlöfen 2011<br />
<a href="http://buecherdienst.fachschriften.de/sonderhefte/kamine-kachelofen/kamine-kachelofen.html" target="_blank"><b>Zur Heft-Bestellung »»</b></a>Zwischen Feuerstätte und dem größeren, eigentlichen Lagerraum wird in der Regel ein Transport der Pellets mittels Luftstrom durchgeführt. Dazu wird durch ein entsprechendes Gebläse (zum Beispiel sogenannte Saugzugturbinen) in einem Leitungskreislauf ein starker Luftstrom erzeugt, der die Pellets vom Lagerraum in den Tagestank der Feuerstätte befördert.

Der Brennstofftransport aus dem Lagerraum in den Einzug dieser pneumatischen Förderleitung erfolgt wiederum per Förderschnecke, bei hängenden Lager- oder Sacksilos rutschen die Pellets auch einzig durch Schwerkraft nach unten in die Saugzugeinrichtung.
Bei halbautomatischen und manuellen Feuerstätten erfolgt in der Regel kein technischer Brennstofftransport aus einem Lagerraum in den Brennstoffbehälter des Gerätes. Es wird manuell über Säcke oder Schütthilfen befüllt.

Pellettechnik und Kachelofen
Spätestens seit die Wassertechnik mit ausreichenden Leistungen im Kachelofen präsent und der Wärmebedarf von Gebäuden geringer ist, kann der Kachelofen mit Pelleteinsatz ein ganzes Haus heizen, denn dann ist die Brennstoffaufgabe geregelt und automatisch zu bewerkstelligen. Durch den automatischen Betrieb der Feuerstätte werden Bedienungsfehler weitgehend ausgeschlossen. Somit sind Feuerstätten mit gleichbleibend guten Verbrennungseigenschaften einfacher machbar, als bei manuell bedienten Scheitholzgeräten. Dies ist für die Nutzung des Kachelofens als Zentralheizung eminent wichtig.

Betriebsweisen

Manuell: Darunter fallen Geräte ohne Regelungstechnik. Das Zünden erfolgt zum Beispiel mit Grill- oder Kaminanzündern wie auch die Leistungsregulierung über Hebel, Griff, Drehknopf o. ä. erfolgt. Der Vorratstank ist im oder am Gerät manuell zu befüllen, wie auch die Entaschung manuell zu erfolgen hat.

Halbautomatisch: Typische Vertreter sind Kaminöfen. Halbautomatische Geräte besitzen eine temperatur- und zeitgesteuerte Zündung und Regelung oder eine manuelle Leistungsregelung, eine automatische Ent-aschung oder zumindest Entaschung für die Dauer des Abbrandes. Eine Regelung des Kesselkreises bei Geräten mit Wassertechnik ist vorhanden, jedoch ist manuelles Befüllen des Brennstofftanks in oder am Gerät notwendig.

Vollautomatisch: Zumeist Zentralheizungsanlagen besitzen diesen höchsten Automatisierungsgrad. Sie haben eine automatische Zuführung von Pellets aus einem gesonderten Lagerraum in den wesentlich kleineren Brennstofftank der Feuerstätte, sie arbeiten mit temperatur- und zeitgesteuerter Zündung und Regelung und sind mit einer automatischen maschinellen Entaschung ausgestattet. Eine Regelung des Kesselkreislaufes sowie geregelte Wärmeverteilung ist bereits vorhanden.