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Ausbauhaus für fitte Bauherren

29.08.2017

Die Muskelhypothek beim Ausbauhaus ist eine Möglichkeit, die Kosten im Zaum zu halten. Wir verraten, welche Arbeiten sich lohnen und welche eher wenig bringen.

Do-it-yourself. Foto: fotolia

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Was am besten von der Hand geht und womit am meisten Geld einzusparen ist, das wird für jeden angehenden Do-it-yourself-Bauherren zur Gretchenfrage. Generell gilt: Durch Eigenleistung lassen sich maximal in der Größenordnung 20 Prozent der Gesamt-Baukosten sparen. Das geht allerdings nur, wenn man wirklich sehr viel selber machen kann. In der Regel liegt der Sparumfang bei etwa zehn Prozent. Entsprechende Hausangebote werden häufig unter dem Begriff „für Malerarbeiten vorbereitet“, oder „fast fertig“ angeboten. Die Gewerke, die der Eigenleis­ter hier auszuführen hat (in erster Linie Belagsarbeiten an Wänden, Decken und Böden), sind besonders lohnend. Denn die Materialkosten sind niedrig und die Lohnkosten hoch. Deshalb kann dabei im Verhältnis besonders viel gespart werden.

Prinzipiell ist fast jedes Fertighaus als Ausbauhaus zu haben. Der Umfang der Eigenleistungen wird vom Haushersteller dabei oft in Stufen unterteilt vorgegeben. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, mit der Firma abzustimmen, welche der Arbeiten man selbst erledigen möchte. Der Wert der Eigenleistungen wird bei der Finanzierung von vielen Banken zum Eigenkapital gerechnet.

Teppichboden verlegen im Ausbauhaus. Foto: fotolia

Foto: fotolia ©auremar - stock.adobe.com

Das eigene Zeit-Budget beim Ausbauhaus realistisch planen

Mit aller Vorsicht lassen sich ganz grobe Richtwerte des Sparens für einzelne Gewerke beim Ausbauhaus angeben: Bei Teppichböden bis zu 40 Prozent der Kosten, bei Holzfußböden sowie Fliesenarbeiten 50 Prozent und bei Malerarbeiten 70 Prozent. Klarheit darüber, was man im Einzelfall konkret spart, gibt es nur dann, wenn die Fertighausfirma definitiv sagt wie hoch der Material- und Lohnkostenanteil bei einem bestimmten Gewerk/einer fest definierten Ausbaustufe tatsächlich ist. Viele Hersteller bieten ihren Kunden aber eine sehr transparente Preisgestaltung, so dass genau ablesbar ist, was sich im Einzelfall lohnt.

Bei der Entscheidung, welche Arbeiten man selbst ausführt, darf das eigene Zeitbudget nicht überschätzt werden. Wenn man weiß, dass für Malerarbeiten und Bodenbeläge eines üblichen Wohnhauses oft der ganze Jahresurlaub inves­tiert werden muss, und dass an einem Basic-Ausbauhaus Berufstätige oft ein volles Jahr „nebenbei“ arbeiten, ist das eine erste Orientierungshilfe. Je genauer der Zeitplan vorher kalkuliert wird, des­to reibungsloser wird der Ausbau verlaufen. Viele Arbeiten lassen sich zu zweit besser erledigen als alleine. Freiwillige Helfer können eine große Unterstützung sein, müssen aber unbedingt bei der Berufsgenossenschaft Bau gemeldet und versichert werden. Zusätzlich gibt es spezielle Versicherungspakete für Selbstbauer. Außerdem ist zu klären, welchen Einfluss die Eigenleistung auf die Gesamtgewährleistung des Fertighausherstellers hat.

Fließen legen. Foto: fotolia

Foto: fotolia ©kuchina - stock.adobe.com

Beim Service sind die Unterschiede groß

Wer keine Erfahrung am Bau besitzt, sollte sich genau nach der Unterstützung durch den Haushersteller erkundigen. Beim Service gibt es nämlich gravierende Unterschiede. Kostenlose Beratungsgespräche auf der Baustelle und eine auch am Wochenende erreichbare telefonische Hotline sollten unbedingt dazugehören. Eine detaillierte Ausbauanleitung, welche die notwendigen Baustoffe, Materialien und Arbeitsgänge beschreibt, ist unentbehrlich. Hilfreich kann eine Videoanleitung sein, wie sie einzelne Firmen liefern. Manche veranstalten vor Baubeginn eine Bauherren-Schulung in der handwerkliche Arbeiten geübt werden.

Ein Preisvergleich muss immer auf Grundlage der Bau- und Leistungsbeschreibung des Herstellers erfolgen. Hier sollte genau aufgelistet sein, welche Leistungen im Standardpreis enthalten sind und welche Produkte in welchen Mengen zum Einsatz kommen. Denn während bei dem einen noch die Wände gedämmt werden müssen, sind bei anderen schon Materialpakete im Preis enthalten.

Fast noch wichtiger ist eine genaue Auflistung, was nicht inklusive ist, welche Leistungen die Baufamilie zu erbringen hat und welches Material und Werkzeug dafür angeschafft werden muss.

Einen Überblick über die Leistungen der wichtigsten Ausbauhaus-Firmen gibt es hier >>


Fazit: Die beliebtesten Eigenleistungen sind Arbeiten mit einem hohen Zeitfaktor. Das sind leichte Tätigkeiten wie Wände tapezieren und streichen, einen Holzfußboden im Klickverfahren oder keramische Fliesen verlegen. Anspruchsvoller wird’s, wenn es um die Sanitär- und Elektroinstallation geht – da braucht man spezifisches Know-how!

(aus der Zeitschrift: profertighaus 9/10-2017)

Stehen Arbeits-Aufwand und Kostenersparnis in einem vernünftigen Verhältnis? Das ist die wichtigste Frage für Selbermacher! Tipps von der Redaktion.

  • Fertighaushersteller bieten einzelne Posten mitunter so günstig an,dass derjenige, der das Material in kleiner Menge selbst einkauft, trotz Eigenleistung beim Einbau unterm Strich kaum etwas spart. Auch liefert der Hersteller das Material in korrekt berechneten Mengen, sodass nicht unnötig viel Restmaterial übrig bleibt, das zurückgegeben oder entsorgt werden muss.

 

  • Manche Arbeiten lassen sich im Werk so rationell ausführen, dass man auf der Baustelle fürs gleiche Ergebnis unverhältnismäßig viel länger braucht. Zum Beispiel bei der Dämmung der Außenwände und Dachflächen samt Einziehen der Dampfbremsfolie. Die Dachdämmung gehört zwar zu den beliebtesten Eigenleistungen im Fertigbau, doch der Sparfaktor ist oft weit geringer als man annehmen möchte, und der Spaßfaktor tendiert gegen Null. Zudem geht man als Laie das Risiko einer lückenhaften Wärmedämmung oder mangelnden Luftdichtigkeit der Außenhaut ein, was zu Bauschäden führen kann.

 

  • Generell gilt der Trockenbau als eigenleistungsfreundlich. Man kann leicht stundenweise arbeiten – und die im Massivbau berüchtigten, schweren und staubigen Stemmarbeiten entfallen – Installationsleitungen lassen sich in den Holzständerwänden leicht verlegen. Heutzutage werden sogar Bausätze für die anspruchsvollen haustechnischen Gewerke angeboten. Hier ist in der Regel ein Fachhandwerker gefragt. Gleiches gilt für den Einbau von Nassestrich. Wer sich hinsichtlich solcher Aufgaben nicht hundertprozentig sicher ist – und nicht auf geübte Verwandte oder Bekannte bauen kann – sollte davon unbedingt die Finger lassen.

 

  • Bei technischen Gewerken wie Heizungsbau, Gas, Wasser- und Strom-anschluss ist auch die Bauabnahme durch einen Fachhandwerker Pflicht! Wenn wegen Selbstüberschätzung der Handwerker nachträglich kommen muss, wird es teuer.
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