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Bauen heute

13.12.2018

Der moderne Fertigbau steht anderen Bauweisen heute in nichts mehr nach. Tatsächlich konnte er sich sogar in den letzten Jahren in einigen Bereichen besonders positiv hervortun. Hier die Top-Pluspunkte ein Haus in Holzfertigbauweise zu bauen.

Foto: SchwörerHaus

Foto: SchwörerHaus

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1. Individuell und innovativ bauen

Entgegen hartnäckiger Vorurteile, bietet der moderne Fertigbau vielfältige Gestaltungs- und Umsetzungsmöglichkeiten. Zwar gibt es auch sogenannte Typenhäuser und Basisentwürfe, bei denen nur geringe Änderungen möglich sind, doch darüber hinaus werden auch Fertighäuser meistens ganz individuell, bis ins letzte Detail nach Bauherrenwünschen vom Architekten geplant und realisiert. Es sind also wie bei jeder anderen Bauweise sämtliche Architekturen – vom Bungalow bis zum mehrgeschossigen Stadthaus – in sämtlichen Formen und Abmessungen möglich. Dabei ist es der Branche gelungen, durch bauliche wie technische Anpassungen, Optimierungen und vielfältige eigene Entwicklungen, sehr hohe Standards etablieren und anbieten zu können. So ist der Holzfertigbau heute nicht nur auf der Höhe der Zeit, sondern dieser oft sogar einen Schritt voraus.

2. Vorgefertigt im Werk

Oft aus einstigen Familienunternehmen wie Schreinereien oder Sägewerken entstanden, beschäftigen heutige Holz-Fertighaus-Hersteller Hunderte spezialisierte Mitarbeiter und verfügen über riesige Werkshallen. Hier werden die Fertighäuser trocken, wetterunabhängig und dank modernster Technik millimetergenau vorgefertigt. Die komplett vorbereiteten Wände und Dachteile werden später per LKW auf die Baustelle geliefert und innerhalb kurzer Zeit, meist in ein bis zwei Tagen, wetterfest montiert. Bei der Vorfertigung im Werk kann die Qualität sehr gut überwacht und  gewährleistet werden. Außerdem ist das Bauen eines Hauses auf diese Weise genau planbar. Daher ergeben sich auch sehr kurze Bauzeiten: Vom Vertragsabschluss bis zur Montage vergehen in der Regel vier bis sechs Monate. Für den Feinschliff im Hausinneren rechnet man etwa noch sechs bis zwölf Wochen dazu.

3. Alles aus einer Hand

Von der Bodenplatte bis zur Dacheindeckung gibt es beim schlüsselfertigen Fertigbau nur einen Ansprechpartner für alle Gewerke. Dies gewährleistet einen reibungslosen Ablauf, jeglicher Stress und Zeitverzögerungen durch Abstimmungsfragen beim Bauen entfallen. Zudem bieten viele Fertighausfirmen auch den Kellerbau an oder verweisen auf ein Partnerunternehmen. Der Innenausbau ist je nach Ausbaustufe ebenfalls Teil des Leistungsumfangs. Ausstattungsobjekte, Materialien und Bauteile – vom Dachziegel über Innentüren bis hin zur Duscharmatur – werden mithilfe kompetenter Fachberater bei der sogeannten Bemusterung festgelegt. Einige Hersteller bieten darüber hinaus auch passgenaues (Einbau-)Mobiliar und übernehmen die Licht-, Garten- und Küchenplanung, sodass ein maßgefertigtes Zuhause wie aus einem Guss entsteht.   

Foto: WeberHaus

Neben Küchenplanung und -beratung bietet z.B. Weberhaus individuell gefertigte Treppen aus eigener Produktion sowie über seine Partnerschreinerei Kleinhans optimal angepassten Innenausbau und Mobiliar an. Foto: Weberhaus

4. Sparen beim Selbstausbau

Übernimmt die Hausfirma den kompletten Innenausbau, spricht man vom schlüsselfertigen Bauen, sogenannte Eigenleistungen werden beim Bau eines Ausbauhaus erbracht. Viele Hersteller bieten beides an, oft in mehreren Ausbaustufen. Handwerklich versierte Bauherren können so zehn bis 20 Prozent der Baukosten sparen, und der Wert der Eigenleistung wird von vielen Banken zum Eigenkapitalanteil hinzugerechnet. Es gibt zwar Posten, die Haushersteller durch große Pakete so günstig anbieten können, dass sich mit der Eigenleistung kaum sparen lässt, Belagsarbeiten an Wänden und Böden, in der Stufe „fast fertig“, lohnen sich aber meistens. Denn hier ist das Material relativ günstig und die Lohnkosten sind hoch. Wichtig ist, dass Arbeitsaufwand und Kostenersparnis zusammen- passen und das Zeitbudget nicht überschätzt wird. Wer viel selbst machen möchte, aber wenig Erfahrung hat, sollte vorab klären, welchen unterstützenden Service der Hersteller z.B. durch professionelle Bauleitung, Workshops oder Online-Tutorials bietet.

5. Ökologisch & wohngesund

Holz hat viele gute Eigenschaften: Der natürliche Baustoff hat eine hohe Tragfähigkeit, er kann die Raumluftfeuchte regulieren und verfügt über gute Wärmedämmeigenschaften. Außerdem ist er ein nachwachsender, heimischer Rohstoff und CO2-Speicher. Viele Hersteller setzen zudem beim gesamten Wandaufbau auf natürliche Rohstoffe und wählen neben Holz aus heimischer, zertifizierter Forstwirtschaft, Holzfaser- und Zellulosedämmung. Diese umweltfreundlich hergestellten Baustoffe schonen in der Regel Umwelt und Mensch, d.h., die ökologische Art zu Bauen ist oft auch baubiologisch sehr zuträglich. Doch auch künstliche, schadstoffgeprüfte Baumaterialien können die Anforderungen an ein wohngesundes Heim erfüllen. So verpflichtet die Satzung der Qualitätsgemeinschaft Deutscher Fertigbau (QDF) grundsätzlich zu umwelt- und gesundheitsverträglichen Baulösungen. Und einige Hersteller gehen sogar noch weiter und bieten eine Raumluftmessung jedes gebauten Hauses an.

Bauen mit schadstoffgeprüften Baustoffen. Foto: Baufritz

Baufritz setzt ausschließlich schadstoffgeprüfte Baustoffe ein, wie die nature-plus-zertifizierte und vom Institut für Baubiologie und Nachhaltigkeit (IBN) empfohlene Holz-Späne-Dämmung Hoiz. Eine Spezialplatte schützt zudem vor Elektrosmog. Foto: Baufritz

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6. Energieeffizienz

Weil sie wissen, dass ihre Häuser den Praxistest auch bestehen, garantieren viele Fertighausanbieter einen hohen Effizienzhausstandard. Dieser kann sich – ist die Investition zunächst auch höher – durch dauerhaftes Energiekostensparen sowie die staatliche KfW-Förderung auf jeden Fall lohnen. Da Technikausstattung und Haushülle bei Fertighäusern ein vielfach erprobtes Gesamtsystem ergeben, können nicht nur die Kosten für die Technik selbst, sondern auch zu erwartende Einsparungen durch geringen Energiebedarf gut kalkuliert werden. Das ist wichtig, weil man die staatliche Förderung für besonders energieeffiziente Art zu Bauen nur erhält, wenn das Zusammenspiel von Haus und Technik tatsächlich so effizient ist wie geplant. Für viele Fertighaushersteller kein Problem: 2017 entsprachen mehr als die Hälfte aller Fertighäuser den Anforderungen Effizienzhaus 55, je 16 und 15 Prozent hatten den Effizienzhaus-Standard 40 und 40 Plus. Und oft übernehmen die Hersteller sogar den Papierkram rund um die Förderanträge.

7. Musterhäuser

Zahlreiche Musterhaus-Ausstellungen bieten deutschlandweit die Gelegenheit, sich in fertig gebauten und voll ausgestatteten Einfamilienhäusern inspirieren zu lassen und einen realen Wohneindruck zu bekommen. Größe, Raumaufteilung, Möblierungsmöglichkeiten und wohnliche Baumaßnahmen wie Erker oder Galerie lassen sich hier viel besser beurteilen als am Computer oder in Grundrisszeichnungen. Die insgesamt 1  000 Häuser der Fertighaus- und Massivhausanbieter stehen entweder auf den jeweiligen Firmengeländen oder sind in größeren Ausstellungsparks zusammengefasst. In Letzteren lassen sich die Angebote der verschiedenen Hausfirmen gut vergleichen und herausfinden, was beim eigenen Haus wichtig ist. Neben Größe, Energieeffizienz und Wohngesundheit geht es auch um Bauqualität und Service – und in Bezug auf die Vertrauenswürdigkeit bekommt man hier auch schon mal ein gutes Gefühl.

Foto: Weberhaus

In Musterhaus-Ausstellungen können Häuser verschiedener Hersteller besichtigt werden, es gibt regelmäßige Infoveranstaltungen, Gastronomieangebote und Kinderspielplätze. Die Hausberater beantworten Fragen zur Bauweise und Ausstattung. Foto: Weberhaus

8. Service & Zusatzleistungen

Rund um den eigentlichen Hausbau müssen auch jede Menge andere Dinge organisiert und geregelt werden: Fertighausfirmen unterstützen ihre Kunden von Anfang an mit Rat und Tat. Gleichzeitig weisen sie die künftigen Bauherren darauf hin, um welche notwendigen Leistungen sie sich selbst kümmern müssen und welche zusätzlichen Kosten auf sie zukommen. Eine Finanzierungsberatung, die Bauplatzsuche sowie Planungs- und Genehmigungsablauf gehören in der Regel zum Standard. Alle tatsächlich angebotenen und im Umfang enthaltenen Leistungen stehen in der Bau- und Leistungsbeschreibung. Nur was hier schriftlich festgehalten ist, kann im Streitfall verlangt werden. Je detaillierter sie ist, desto besser. Wer sich bei der Beurteilung unsicher ist, findet Unterstützung bei unabhängigen Bauberatern, zum Beispiel der Verbraucherzentralen.

9. Feste Preise & Termine

Schon lange bevor dies mit der Einführung des Bauvertragsrechts 2018 zur Pflicht wurde, haben Fertighaushersteller ihren Bauherren Festpreisgarantien und fixe Fertigstellungstermine geboten. Meist gilt die Festpreisgarantie für einen bestimmten Zeitraum von bis zu zwölf Monaten, manche Hersteller gewähren ihn auch bis zur Hausfertigstellung. Das gibt Bauherren maximale Sicherheit. Unvorhergesehene Preisaufschläge und Mehrkosten müssen so nicht befürchtet werden. Auch der Termin zur Hausübergabe steht auf den Tag genau fest – sodass der Umzugstermin exakt planbar ist. Doch Achtung: Beide Punkte, Fertigstellungstermin und Festpreis, müssen schwarz auf weiß im Bauvertrag bzw. der Bau- und Leistungsbeschreibung festgehalten sein. 

10. Garantierte Qualität

Der einwandfreie Fertigungsprozess und die entsprechende, geprüfte Bauqualität werden auch beim Fertighausbau durch Label belegt. So gibt beispielsweise das „RAL Gütezeichen Holzhausbau“ Sicherheit darüber, dass sowohl die Fertigung im Werk als auch die Montage auf der Baustelle regelmäßig durch unabhängige Sachverständige überwacht wird. Außerdem verpflichten sich viele renommierte Hausfirmen durch ihre Mitgliedschaft im Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) zur Einhaltung der Satzungsvorschriften der Qualitätsgemeinschaft Deutscher Fertigbau (QDF). Diese besteht seit 1989 und wird regelmäßig an die rechtlichen und bautechnischen Entwicklungen angepasst: So zählen zu den Prüfkriterien des QDF höchste Ansprüche an Energieeffizienz, Umweltschutz und Vertragsgrundlagen – weit über den gesetzlichen Anforderungen.

(aus der Zeitschrift bauen. 12/1-2019)

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