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Der Bungalow ist wieder in

21.11.2011

Der hier vorgestellte Entwurf von Stüber Haus hat jüngst beim "Großen Deutschen Fertighauspreis" in der Kategorie Architektur, den ersten Preis gewonnen.<br />
Weitere Infos zu diesem Haus finden Sie in der <a href="http://buecherdienst.fachschriften.de/zeitschriften/bauen/bauen-1531.html" target="_blank"><b>Zeitschrift bauen 12/01/2012</b></a>.Die Vorausberechnungen des Statistischen Bundesamtes sprechen eine deutliche Sprache. „Im Jahr 2060 wird bereits jeder Dritte (34%) mindestens 65 Lebensjahre durchlebt haben, und es werden doppelt so viele 70-Jährige leben, wie Kinder geboren werden“, heißt es in der aktuellen Prognose.

So überrascht es nicht, dass im Geschosswohnungsbau Neubauwohnungen fast immer mit Lift ausgestattet sind. Die Alternative: Wohnen auf einer Ebene. In der Tat ist seit ein paar Jahren ein Comeback des Bungalows zu verzeichnen. Barrierefrei und doch im eigenen Haus leben – das ist für viele eine verlockende Aussicht – übrigens nicht nur für Senioren!

Das Wort „Bungalow“ stammt aus dem Hindi und bezeichnete ein eingeschossiges Sommerhaus der britischen Kolonialherren im damals zum Empire gehörenden Indien. Inzwischen hat der Begriff Weltkarriere gemacht. Es ist nicht nur fest im deutschen Sprachgebrauch verankert, sondern auch im englischen, französischen und italienischen. Der Massen-Tourismus sorgt zudem dafür, dass der Begriff – als Ferien-Bungalow – auch in den entlegensten Winkeln der (Reise)Welt verbreitet ist.

Die Eingeschossigkeit ist auch heute noch das Merkmal, mit dem die Bauform Bungalow definiert wird. Einen ersten Boom erlebte das eingeschossige Häuschen in den 60er Jahren.
Flachdach, Eingeschossigkeit: Kaum zu glauben, dass Bebauungspläne aus jener Zeit diese Charakteristika zum architektonischen Schönheitsideal erklärten. Mit dem Flachdach geriet jedoch auch der Bungalow bald in Verruf, weil er sein Schuhschachtelimage nicht los wurde und es oft Probleme mit der Dichtigkeit gab.

Der zentrale Raum mit Wohnen, Essen und Küche umfasst rund 56 qm. Das seitliche raumhohe Fensterelement auf der Höhe der Küche verbessert die Belichtung des Raumes erheblich.Vielseitig einsetzbar
Mit dem mehrfachen demographischen Wandel jedoch geht ein Umdenken in Sachen Bungalow einher. Denn die Form des Klein- und Kleinsthauses passt gleich für mehrere Bevölkerungsgruppen:
1. Junggebliebene Alte: Die Kinder sind aus dem Haus, dieses ist zu groß und mühsam geworden. Man will den Lebensabend genießen und baut noch einmal neu.

2. Kleine Familien: Wenn überhaupt Kinder, dann höchstens eins, lautet die Devise bei der Bevölkerungsmehrheit. Für einen dreiköpfigen Haushalt kommt eine große Villa wohl kaum in Frage.

3. Paare und Singles: Die Kinderlosigkeit ist nicht nur Schicksal, sondern bei immer mehr Zeitgenossen Bestandteil des „Lebensentwurfs“. Für einen Ein- oder Zwei-Personen-Haushalt ist ein Bungalow ideal.

Allen genannten Gruppen gemeinsam ist, dass sie trotz kleiner Haushaltsgröße nicht auf die eigenen vier Wände und den Komforts des unabhängigen Wohnens verzichten wollen. Zudem spielt sich das eingeschossige Haus in Preisregionen ab, die eher noch erschwinglich sind, einen einigermaßen günstigen Bauplatz vorausgesetzt.

So einfach sich ein Bungalow auf den ersten Blick darstellen mag: Es lohnt sich, Zeit und Mühe in die Planung zu investieren. Denn beim Grundriss hat man in der Regel nicht die Möglichkeiten wie beim Bauen und Wohnen auf zwei oder gar drei Ebenen. Variationen gibt es viele, deshalb ist ein Bungalow alles andere als eine simple Bauaufgabe. Aber mit genügend Sorgfalt lassen sich tolle Ergebnisse erzielen.    

So plant man Bungalows richtig

 

1. Hausform prüfen

Bungalows gibt es in vielen Variationen: Je nach Wohnbedürfnis, Grundstück und Nachbarschaft kommen unterschiedliche Formen in Frage: L-Form, Rechteck, Quadrat; besonders apart könnte eine U-Form mit Innenhof sein.

2. Ausgewogener Grundriss
Neben den Individualräumen sollte auch ein großer, offener Wohn/-Essbereich eingeplant werden, damit das Haus insgesamt nicht zu kleinräumig wirkt. Auch die geschickte Platzierung von Glasflächen und eine schöne Terrasse davor machen ein Haus optisch größer.

3. Mehrzweckzimmer einplanen
Planen Sie nicht zu knapp: Ein drittes (oder gar viertes) Zimmer kann Gold wert sein, wenn einmal eine Pflegekraft untergebracht werden muss.

4. Barrierefrei bauen
Vermeiden Sie möglichst komplett Eingangsstufen und andere Schwellen an Eingang, Terrasse und Garten. Vielleicht lässt sich auch von der Garage ein direkter Zugang ins Haus anordnen. Planen Sie von vornherein (über)breite Türen ein.

5. Luftraum nutzen
Bungalows haben oft geneigte Dächer. Da liegt die Versuchung nahe, den Dachraum als Speicher zu nutzen. Überlegen Sie, ob Sie zumindest einen Teil als offenen Luftraum den Räumen zuschlagen, so dass diese großzügiger wirken.

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