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Effizienzhaus 55

24.05.2017

Wer nicht gerade im Lotto gewonnen hat, wird beim Hausbau aufs Geld achten müssen. Trotzdem lohnt es sich, in einen hochwertigen energetischen Baustandard zu investieren. Denn das hilft erstens, langfristig Energiekosten zu sparen – und zweitens werden solche Häuser auch durch die staatliche KfW-Bank gefördert, was die Mehrkosten teilweise ausgleicht und den langfristigen Werterhalt des Eigenheims sichert. Denn Ziel der Bundesregierung ist es, dass Neubauten bis 2020 nur noch „klimaneutral“ – also besonders energieeffizient – errichtet werden. Im Hinblick darauf und um in Zukunft nur noch besonders energieeffiziente Häuser zu fördern, hat die KfW-Bank zum 1. April 2016  ihr Förderangebot im Programm „Energieeffizient Bauen“ (153) angepasst. Das seit 2009 geförderte Effizienzhaus 70 entfällt. Weiter im Angebot bleiben die beiden Förderstandards KfW-Effizienzhaus 55 und 40. Neu dazu kommt das Effizienzhaus 40 Plus. Einzelheiten über die beiden letztgenannten lesen Sie in den nächsten Ausgaben von „Effizienzhäuser“.

Das energieeffiziente Haus. Grafik: KfW

Grafik: KfW

Nachweisverfahren jetzt einfacher

Für das KfW-Effizienzhaus 55 bietet die KfW-Bank nunmehr ein vereinfachtes Nachweisverfahren an, das „KfW-Effizienzhaus 55 nach Referenzwerten“. Werden bestimmte U-Werte eingehalten und mit einer vordefinierten Heizungsanlage kombiniert, ist ein rechnerischer Nachweis nicht mehr notwendig.

Um den KfW-Effizienzhaus-Standard 55 zu erreichen, sind zum Beispiel folgende Maßnahmen Teil eines energieeffizienten Gesamtkonzepts: Holzpellet- bzw. Biomasseheizung oder Wärmepumpe, Solaranlage für Trinkwassererwärmung, Außenwanddämmung, Dachdämmung und Fenster mit Dreifachverglasung und Spezialrahmen.

Gemessen wird die energetische Qualität anhand des Jahresprimärenergiebedarfes und des Transmissionswärmeverlustes. Für diese beiden Kennzahlen definiert die Energieeinsparverordnung (EnEV) Höchstwerte, die ein vergleichbares Referenzgebäude einhalten muss. Aus dem Vergleich erfolgt die Zuordnung in einen der Förderstandards. Ein KfW-Effizienzhaus 55 hat einen Jahresprimärenergiebedarf von nur 55 Prozent eines vergleichbaren Referenzgebäudes nach EnEV.

Der Primärenergiebedarf berücksichtigt, mit welcher Energie geheizt wird. Er errechnet sich aus dem Endenergiebedarf, also wie viel Energie im Verlauf eines durchschnittlichen Jahres für Heizen, Lüften und Warmwasserbereitung benötigt wird, multipliziert mit einem „Primärenergiefaktor“. Bei Stromheizung muss mit 1,8 multipliziert werden, bei Holzpellets mit 0,2. Der Einsatz regenerativer Energien verringert also den Primärenergiebedarf.

Mit dem Transmissionswärmeverlust (H‘T) wird die energetische Qualität der thermischen Hülle (Isolierung von Dach, Außenwänden, Fenstern und Boden) eines Gebäudes beschrieben. Für jedes Wohngebäude ist – abhängig von der Umfassungsfläche (A) und dem Volumen des Gebäudes – ein zulässiger Höchstwert vorgegeben. Je niedriger der Wert, desto besser ist das Haus isoliert.

Gefördert wird über besonders zinsgünstige Darlehen und Tilgungszuschüsse. Neu ist, dass pro Wohneinheit dann statt den früheren 50000 Euro ein Kredit von bis zu 100000 Euro gewährt werden kann, außerdem wird eine 20-jährige Zinsbindung eingeführt. Zusätzlich gibt es einen Tilgungszuschuss: Beim Effizienzhaus 55 sind es fünf Prozent der Darlehenssumme (also bis zu 5000 Euro). Weitere Vorteile bietet die Möglichkeit von kos-tenlosen Sondertilgungen. Außerdem ist eine Kombination mit anderen Förderprogrammen möglich.

(aus der Zeitschrift: EffizienzHäuser 4/5-2017)

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