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Eigenleistung: Sparpotenzial beim Hausbau

17.09.2018

Wer beim Hausbau möglichst viele Dinge in Eigenleistung erledigt, kann die Kosten erheblich drücken. Allerdings eigenen sich nicht alle Arbeiten zum Selbermachen, und nicht jeder "Ausbauherr" hat die gleichen Kompetenzen. Wir sagen, welche Arbeiten gut von der Hand gehen und welche eine hohes Sparpotenzial haben.

Mit Eigenleistung spart man Geld. ©Karin & Uwe Annas - stock.adobe.com
©Karin & Uwe Annas - stock.adobe.com

Was am besten in Eigenregie zu erledigen beziehungsweise womit am meisten Geld einzusparen ist, ist für jeden angehenden Do-it-yourself-Bauherren die zentrale Frage. Generell gilt: Durch Eigenleistung lassen sich bis zu 20 Prozent der Gesamt-Baukosten sparen. Das geht allerdings nur, wenn man wirklich sehr viel selber machen kann. In der Regel liegt der Sparumfang bei etwa zehn Prozent. Entsprechende Hausangebote werden häufig unter dem Begriff „für Malerarbeiten vorbereitet“, oder „fast fertig“ angeboten. Die Gewerke, die der Eigenleister hier auszuführen hat (in erster Linie Belagsarbeiten an Wänden, Decken und Böden), sind besonders lohnend. Denn die Materialkosten sind niedrig und die Lohnkosten hoch. Deshalb kann dabei im Verhältnis besonders viel gespart werden.


Spareffekt von Gewerk zu Gewerk unterschiedlich

Prinzipiell ist fast jedes Fertighaus als Ausbauhaus zu haben. Der Umfang der Eigenleistungen wird vom Haushersteller dabei oft in Stufen unterteilt vorgegeben. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, mit der Firma abzustimmen, welche der Arbeiten man selbst erledigen möchte. Der Wert der Eigenleistungen wird bei der Finanzierung von vielen Banken zum Eigenkapital gerechnet. Mit aller Vorsicht lassen sich ganz grobe Richtwerte des Sparens für einzelne Gewerke angeben: Bei Teppichböden bis zu 40 Prozent der Kosten, bei Holzfußböden sowie Fliesenarbeiten 50 Prozent und bei Malerarbeiten 70 Prozent. Klarheit darüber, was man im Einzelfall konkret spart, gibt es nur dann, wenn die Fertighausfirma definitiv sagt wie hoch der Material- und Lohnkostenanteil bei einem bestimmten Gewerk/einer fest definierten Ausbaustufe tatsächlich ist. Viele Hersteller bieten ihren Kunden aber eine sehr transparente Preisgestaltung, so dass genau ablesbar ist, was sich im Einzelfall lohnt.

Bei der Entscheidung, welche Arbeiten man selbst ausführt, darf das eigene Zeitbudget nicht überschätzt werden. Wenn man weiß, dass für Malerarbeiten und Bodenbeläge eines üblichen Wohnhauses oft der ganze Jahresurlaub investiert werden muss, und dass an einem Basic-Ausbauhaus Berufstätige oft ein volles Jahr „nebenbei“ arbeiten, ist das eine erste Orientierungshilfe. Je genauer der Zeitplan vorher kalkuliert wird, desto reibungsloser wird der Ausbau verlaufen. Viele Arbeiten lassen sich zu zweit besser erledigen als alleine. Freiwillige Helfer können eine große Unterstützung sein, müssen aber unbedingt bei der Berufsgenossenschaft Bau gemeldet und versichert werden. Zusätzlich gibt es spezielle Versicherungspakete für Selbstbauer. Außerdem ist zu klären, welchen Einfluss die Eigenleistung auf die Gesamtgewährleistung des Fertighausherstellers hat.

Welche Unterstützung der Hersteller bieten kann 

Wer keine Erfahrung am Bau besitzt, sollte sich genau nach der Unterstützung durch den Haushersteller erkundigen. Beim Service gibt es nämlich deutliche Unterschiede. Kostenlose Beratungsgespräche auf der Baustelle und eine auch am Wochenende erreichbare telefonische Hotline sollten unbedingt dazugehören. Eine detaillierte Ausbauanleitung, welche die notwendigen Baustoffe, Materialien und Arbeitsgänge beschreibt, ist unentbehrlich. Hilfreich kann eine Videoanleitung sein, wie sie einzelne Firmen liefern. Manche veranstalten vor Baubeginn eine Bauherren-Schulung in der handwerkliche Arbeiten geübt werden.

Ein Preisvergleich muss immer auf Grundlage der Bau- und Leistungsbeschreibung des Herstellers erfolgen. Hier sollte genau aufgelistet sein, welche Leistungen im Standard enthalten sind und welche Produkte in welchen Mengen zum Einsatz kommen. Während beim einen noch Wände gedämmt werden müssen, sind bei anderen schon Materialpakete im Preis enthalten.


Genaue Auflistung, was die Baufamilie leisten muss

Am wichtigsten ist eine genaue Auflistung, was nicht inklusive ist, welche Leistungen die Baufamilie zu erbringen hat und welches Material und Werkzeug dafür angeschafft werden muss.

Einen Überblick über die Leistungen von Ausbauhaus-Firmen gibt unsere Tabelle >>    

(aus der Zeitschrift: profertighaus 9/10-2018)

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