Gesund bauen & wohnen

Gesund wohnen und bauen
Foto: djd/NEHER

Das eigene Zuhause soll ein Ort der Erholung sein. Erster Schritt zu einem schadstoffarmen Haus ist das Erstellen einer Übersicht aller in der Familie relevanten Allergene. Anhand dieser kann ein Bausachverständiger sämtliche Stoffe auflisten, die beim Hausbau nicht verwendet werden dürfen. Sie lassen sich beim Haushersteller vertraglich ausschließen.

Der Verband privater Bauherren (VPB) rät, die Einhaltung regelmäßig zu prüfen und sich bei der Hausübergabe alle Inhaltsstoffe verwendeter Materialien dokumentieren zu lassen. Laut VPB kostet der Rat vom Innenraumanalytiker etwa 100 Euro pro Stunde zuzüglich der Laborkosten.

Je nach Allergie ist eine entsprechende Grundrissplanung, Haustechnik oder Einrichtung nötig. Für Menschen mit Heuschnupfen lässt sich das Haus so planen, dass möglichst viele der Pollen draußen bleiben. Möglichkeiten gibt es einige: Eine abgeschlossene Diele, in der Jacken abgelegt werden können, eine Wäscheklappe, bei der die Schmutzwäsche direkt in der Waschküche landet oder ein Vorratsraum neben der Garage. Ein solcher verhindert, dass mit den Einkäufen Allergene ins Haus getragen werden.

Häufig sind es schon Kleinigkeiten die helfen, ein allergikerfreundliches Wohnumfeld zu schaffen: Vorhänge und offene Regale sind Staubfänger, auf sie sollte deshalb verzichtet werden. Glatte Böden sollten möglichst alle zwei Tage gewischt werden. Regelmäßige Raumpflege und gründliches Staubsaugen sind außerdem ein Muss.

Mithilfe von Luftzirkulation reinigt der auf der Heizung aufgelegte Filter die Luft von Feinstaub, Milben, Schimmelpilzen, Pollen, Tierhaaren und Zigarettenrauch. Foto: Riensch & Held/djd)

Augen auf bei der Wahl des Bodenbelags

Böden mit Kunststoffbeschichtung ziehen wegen ihrer elektrostatischen Aufladung Staub an. Anders ist es bei unversiegelten beziehungsweise nicht lackierten Holzböden.

Pflegeleicht und meist schadstofffrei ist Kork: Das Korksiegel garantiert geringe Ausdünstungen, verbietet Pestizide und Flammschutzmittel. Fliesen sind wegen der Lösungsmitteln nicht zu verkleben, sondern mit Mörtel zu verlegen!

Auch Teppichböden können allergikerfreundlich sein. Sie binden Allergene, wodurch die Belastung in der Luft deutlich geringer wird. Dazu muss der Teppich einen kurzen Flor haben und regelmäßig gereinigt werden. Am besten sind Naturfasern wie Sisal oder Ziegenhaar, die zusätzlich die Luftfeuchtigkeit regulieren.

Die optimale Heizung wirbelt keinen Staub auf

Beim Heizen gilt: Strahlungswärme erzeugende Heizungen eignen sich für Allergiker besser als Konvektionsheizkörper. Fußboden- und Wandheizungen, Rand- oder Fußleistenheizungen erzeugen Strahlungswärme und sorgen für ein angenehmes Klima – ohne Staub aufzuwirbeln.

Ökologische Raufasertapeten oder reiner Kalkputz schaffen – wie auch Silikat- und Kalkfarben – eine allergikerfreundliche und wohngesunde Wandgestaltung, die auch bei  Nicht-Allergikern keine Wünsche offen lassen.

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