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Nachhaltigkeits-Siegel für Häuser

19.05.2015

Der Bau eines Hauses ist immer mit einem großen Verbrauch an natürlichen Ressourcen verbunden – er variiert jedoch, je nachdem welche Bauart man wählt, welche Materialien und wie groß ein Gebäude ist. Neben den Aufwendungen für die Erstellung eines Bauwerkes wird bei dessen Nachhaltigkeitsbetrachtung in der Regel auch seine zu erwartende Nutzungsdauer und der in dieser Zeit anfallende Aufwand für seine Bewirtschaftung und Pflege mit einbezogen.

Hauptaugenmerk dabei ist, die ökologischen Auswirkungen möglichst gering, aber dieses Ziel gleichzeitig auch in einem wirtschaftlich  realistischen Rahmen zu halten. Kurz gesagt lautet die Formel für ein Wohnhaus: Je weniger Energie und Ressourcen für seinen Bau verbraucht werden, je energieeffizienter es während seiner Nutzung ist und je länger es bewohnt werden kann, ohne dass für Renovierungen oder Umbauten wieder zusätzlich Geld und Ressourcen investiert werden müssen, desto nachhaltiger ist es letztendlich.  

Was zunächst einfach klingt, verbirgt seine Komplexität wie so oft im Detail. Das wird deutlich, wenn man sich näher mit den Bewertungskriterien beschäftigt, die den heute verfügbaren Nachhaltigkeits-Zertifikaten für Gebäude zugrunde gelegt werden.
Diese versuchen, Gebäude möglichst umfassend, eingeteilt in unterschiedliche Bereiche nach einem Punktesystem zu bewerten und abschließend seine Nachhaltigkeits-Qualität durch ein entsprechendes Siegel darzustellen.Das Musterhaus Wuppertal von Okal erhielt das DGNB-Zertifikat in Gold  u.a. für die  ökologische Qualität der Baustoffe mit Blick auf Umweltauswirkungen und Benutzung während der Bau- und Wohnphase. www.okal.de

Weltweit existieren heute bereits über 30 Label zur Bescheinigung der Nachhaltigkeit von Gebäuden. Die bekanntesten  sind wohl das britische BREEAM (BRE Environmental Assessment Method), das es seit 1990 gibt und das amerikanische LEED-Zertifikat (Leadership in Energy & Environmental Design), das 1998 an den Start ging. Beide spielten eine maßgebliche Rolle bei der Entwicklung weiterer Systeme, u.a. dem der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB). Letzteres hat den Vorteil, dass es sich an den in Deutschland üblichen Qualitäten  und Gebäudestandards orientiert und somit teilweise höhere Maßstäbe an die Nachhaltigkeit setzt.

Wurden diese Nachhaltigkeits-Labels zunächst für große Bauvorhaben, z.B. für Verwaltungsbauten, Flughäfen oder Krankenhäuser entwickelt, wuchs in Deutschland in den letzten Jahren auch zunehmendes Interesse an der Bewertung von Wohngebäuden. Zuletzt wurde dann auch eine Zertifizierung für sogenannte kleine Wohngebäude, also Ein- und Zweifamilienhäuser entwickelt.

Konzept mit sechs Themenfeldern

Das Nachhaltigkeitskonzept des DGNB-Systems umfasst dabei die sechs Themenfelder Ökologie, Ökonomie, soziokulturelle und funktionale Aspekte, Technik, Prozesse und Standort. Daraus resultieren 40 Nachhaltigkeitskriterien anhand derer ein unabhängiger, speziell geschulter Auditor jedes zu zertifizierende Gebäude bewertet.

Je nachdem wie gut es dabei abschneidet, erhält es ein DGNB-Zertifikat in Bronze, Silber oder Gold. Während sich bei einem Großprojekt die Kosten für diese Zertifizierung im niedrigen einstelligen Prozentbereich der Gesamtsumme bewegen, sind Aufwand und Kosten im Einfamilienhausbereich ungleich höher und für durchschnittliche Bauherren somit schnell uninteressant.

Deswegen wurde der Beurteilungskatalog für die Nachhaltigkeitsbewertung kleiner Gebäude auf 28 Kriterien reduziert. Nach diesem Katalog zertifizierte Häuser bieten bislang aber trotzdem nur drei große Hersteller von Einfamilienhäusern an:
die Deutsche Fertighaus Holding DFH mit ihrer Marke Okal Haus, der Hersteller Bien-Zenker sowie der Massivhausanbieter Viebrockhaus.

Trotz des hohen Aufwandes wird von Herstellerseite der langfristige Nutzen der Zertifikate in den Vordergrund gerückt: „Bei Immobilien zählt die Langzeitbetrachtung und wenn diese gut ist,  dann ist das nicht nur gut für den Kunden, sondern auch gut für das Unternehmen und seine Mitarbeiter“, betont beispielsweise  Andreas Viebrock, Vorstandsvorsitzender der Viebrockhaus AG. Somit profitieren Umwelt, Hersteller und Bauherren gleichermaßen: Eine echte „Win-Win-Win-Situation“ also!   

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