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Niedrigst-Energie-Haus

24.10.2018

Gemäß einer EU-Richtlinie sollen ab 2021 Neubauten als „Niedrigst-Energie-Häuser“ gebaut werden. Für Bauherren bedeutet dies schon heute wichtige Entscheidungen fürs eigene „Haus der Zukunft” zu treffen. Um das Ziel „Niedrigst-Energie-Hausstandard” zu erreichen, verschärft der Gesetzgeber regelmäßig die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) – zuletzt zum 1. Januar 2016.

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Planung eines Niedrigst-Energie-Hauses

Die Überlegungen zur Planung eines Effizienshauses beginnen bereits bei der Auswahl des Grundstücks und dem Gebäudeentwurf: Kompakte Gebäudeformen verringern Wärmeverluste. Sonnenstrahlung heizt das Haus im Winter zwar kostenlos, weshalb große Fensterflächen nach Süden sinnvoll sind. Um den Wärmeeintrag im Sommer aber gering zu halten, dürfen optimal dimensionierte Sonnenschutzvorrichtungen nicht vergessen werden.

Generell berücksichtigt ein günstiges Verhältnis von Fenster- zu Wandanteilen solare Wärmegewinne im Winter und minimale Aufheizung im Sommer gleichermaßen. Tagsüber einfallende Sonnenwärme wird im Inneren des Hauses in passiven Wärmespeichern, wie massiven Böden, Wänden und Decken gesammelt und nachts langsam an die Räume abgegeben. Material, Größe und Anordnung derartiger Speichermassen im Haus sind darum wichtig.

Die Dämmhülle eines Effizienzhauses muss hochwertig, homogen und luftdicht sein und darf keine Wärmebrücken aufweisen. Moderne Wärmeschutzverglasung für Fenster und Türen gibt es je nach Dämmwirkung in mehreren Qualitäten. Besonders energiesparend sind Fenster mit speziell gedämmten oder Rahmen aus Mehrkammerprofilen. Holz- oder Kunststoffrahmen geben meist weniger Energie nach außen ab als Modelle aus Metall.

Mehrere Wege führen zum Niedrigst-Energiehaus

Durch die für die Energieeinsparung notwendige luftdichte Bauweise ist eine kontrollierte Gebäudelüftung unabdingbar, damit gerade Neubauten vollständig trocknen können. Automatische Lüftungsanlagen sorgen für einen geregelten Luftaustausch. Mit Wärmerückgewinnung ausgestattet, können sie die Wärme der verbrauchten Luft bis zu 90 Prozent zurückgewinnen. Wählen Sie für Ihre Heizung regenerative Energiequellen und eine Anlage, die den Energieträger effizient ausnutzt. Es bieten sich Holz, solare Warmwasserkollektoren für Brauchwasser und Heizungsunterstützung, Nutzung der Erdwärme durch Wärmepumpen, aber auch Biogas oder Bioöl an. Als Basis für die Wärmeerzeugung gibt es effiziente Brennwertheizungen und Mini-Blockheizkraftwerke, die neben Wärme gleichzeitig Strom erzeugen.

Welches System das richtige ist, hängt von den vor Ort verfügbaren Energiequellen, dem Wärmebedarf des Hauses und von einem potenziellen Lagerplatz für Brennstoffe vor Ort ab. Wer zum Beispiel ein gefördertes KfW-Effizienzhaus 55 plant, kann mit einem Anlagentechniksystem, bestehend aus Gas-Brennwertkessel, solarer Trinkwasssererwärmung  und einer kontrollierten Wohnungslüftungsanlage die Anforderungen problemlos erfüllen.

Der Bau energieeffizienter Immobilien wird mit Förderungen durch die KfW unterstützt. Umso mehr, je besser der Effizienzhaus-Standard Ihrer Immobilie ist. Beantragen Sie Ihren Förderkredit, bevor Sie mit den Baumaßnahmen beginnen und erstellen Sie sofort nach Abschluss der Bauarbeiten zusammen mit Ihrem Energieberater die sogenannte „Bestätigung nach Durchführung“. Nur so kann die KfW den Tilgungszuschuss Ihrem Darlehenskonto gutschreiben. Beim Kauf eines schlüsselfertigen Hauses erhalten Sie diese Bestätigung über Ihren Bauträger oder Fertighaushersteller. Informationen zu den unterschiedlichen Förderprogrammen erhalten Sie unter www.kfw.de.

Fachplaner als Berater bis zur Endabnahme des Effizienzhauses

Eine integrale Planung mit allen am Bau Beteiligten vor Beginn spart Zeit, Baukosten und bringt ein besseres Ergebnis: Ihr Niedrigst-Energie-Haus mit hohem Wohnkomfort. Wählen Sie einen zum Energieberater ausgebildeten Architekten oder wenn Sie schlüsselfertig bauen, einen mit dem Bau von Effizienzhäusern erfahrenen Anbieter aus Ihrer Region. So gehen Sie sicher, dass kompetente Fachplaner Ihnen bei allen Planungs- und Bauphasen und schließlich auch der Endabnahme beratend zur Seite stehen. 

(aus der Zeitschrift EffizienzHäuser 10/11-2018)

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